Wintersport – die häufigsten Verletzungen, besten Vorsorgemaßnahmen und sinnvollsten Versicherungen

8. Januar 2014 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (2)

Wintersport und Versicherungen

Berge, klare Luft, Sonne und Schnee – für alle Wintersportbegeisterten sieht so das Paradies aus und viele denken nicht über ernsthafte Wintersportverletzungen nach. Die Tage auf den schneeweißen Pisten sollen die schönsten des Jahres werden – für einige werden es die schlimmsten. Die letzten Wochen führen vor Augen, welche Verletzungsgefahr im Skiurlaub lauert: Michael Schumacher, Rekordweltmeister der Formel 1 erleidet nach einem Skiunfall schwerste Kopfverletzungen. Nur wenige Tage später stürzt die Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Langlauf – Diagnose Beckenbruch. Eine Häufung unglücklicher Zufälle? Nein, die prominenten Fälle von Verletzungen im Schnee zeigen nur, was jedes Jahr auf den Pisten passiert. In jeder Wintersportsaison landen tausende Skifahrer und Snowboarder in der Notaufnahme der Unfallklinik. In den Ferienzeiten sind die Ski- und Rodelpisten, Loipen und Freeridehänge gefüllt, Geschwindigkeit macht Spaß und viele Menschen vergessen, dass das Risiko stets mitfährt. Wer gut versichert ist, kann den Schaden bzw. die Kosten bei einen Unfall wenigstens zum Teil begrenzen.

Spielend leicht erreicht ein Alpinskifahrer 50 Kilometer pro Stunde – ein Tempo, das beim Sturz schnell Bänder reißen und Knochen brechen lässt. Die meisten Unfälle gehen mit leichten Verletzungen noch einmal gut aus – aber immer wieder passieren auch die großen Crashs, die schlimm enden. Die Opfer tragen oft Polytraumata davon, die denen eines Motorradunfalls ähneln. Die Verletzungen betreffen dann nicht mehr nur die Extremitäten, sondern auch innere Organe und den Kopf.

Acht Tipps um Verletzungen beim Wintersport vorzubeugen

In jedem Winter passieren schlimme Unfälle auf den Pisten. Dennoch ist ein positiver Trend zu vermerken: Die kleineren Unfälle und die harmloseren Verletzungen werden von Jahr zu Jahr seltener. Das liegt sicher nicht zuletzt an besser präparierten Pisten, modernen Bindungssystemen sowie an hochwertigen Protektoren und Helmen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich vor Unfällen im Winterurlaub zu schützen. Dazu gehören neben dem professionellen Equipment auch die richtige Einstellung zum Sport und ein sensibles Gefahrenbewusstsein – verantwortungsvolles Verhalten, das lernbar ist. Das sind die Grundregeln für einen sicheren Winterurlaub:

  • Wer einen Wintersporturlaub plant, sollte mindestens sechs Wochen vorher mit einem leichten Muskeltraining und Skigymnastik beginnen. Ein untrainierter Körper neigt eher zu Verletzungen. Im Idealfall sollte Wintersport mit Ganzjahressport verbunden sein – dann ist der Körper immer fit und perfekt auf die Belastungen bei der Abfahrt vorbereitet.
  • Vor der Abfahrt steht das Aufwärmen. Im Schnee ist es besonders wichtig, die kalten Muskeln sanft, aber gründlich zu dehnen und zu wärmen.
  • Die Ausrüstung steht in Sicherheitsfragen ganz vorn. Neben der Investition in gute Schutzkleidung, die im besten Fall eine kostspielige Präventivmaßnahme bleibt, sollte der Fokus auf Material liegen, das technisch auf dem neuesten Stand ist. Einfach mal die Skier aus dem Keller geholt und rauf auf die Piste? Nein – in jedem Jahr sollten Sie die Ausrüstung von einem Fachmann auf Mängel und Verschleiß prüfen lassen.
  • Legen Sie über den Tag verteilt Pausen ein. Die meisten Unfälle passieren am Nachmittag. Grund: ausgefahrene Pisten und müde Muskeln.
  • Fahren Sie umsichtig und meiden Sie nicht gekennzeichnete Schneegebiete.
  • Selbstüberschätzung führt zu leichtsinnigem Verhalten – die eigenen Grenzen zu kennen verringert das Unfallrisiko.
  • Musik aus dem Kopfhörer und einfach nur die Geschwindigkeit genießen? Wer sich derart vor Geräuschen (eventuellen Warnungen und Rufen) verschließt, bringt sich und andere in Gefahr: MP3-Player aus und Ohren auf!
  • Auf den Pisten gibt es keine Promillegrenze für Skifahrer und Snowboarder. Aprés Ski und dann noch eine letzte Abfahrt? Für viele gehören Wintersport und Alkohol zusammen. Dennoch gilt: So wie im Straßenverkehr geht die größte Gefahr von alkoholisierten „Pistenteilnehmern“ aus.

Die häufigsten Verletzungen beim Skifahren

Trotz eines erhöhten Bewusstseins kommt es doch jedes Jahr zu Verletzungen und viele Wintersportler finden sich schon zu Beginn ihres Urlaubs in der Notaufnahme wieder. Dies sind die häufigsten Verletzungen bei Skifahrern:

  • Die Schwachstelle beim Skisport sind die Knie. Ein Drittel aller Patienten kommen mit Knieverletzungen ins Krankenhaus, denn Kreuz- oder Seitenbänderrisse sowie Meniskusverletzungen passieren schnell. Eine falsche Drehung oder ein kleiner Sturz und schon beendet eine langwierige und schmerzhafte Verletzung das Schneeabenteuer.
  • Muskelfaserrisse sind keine Seltenheit und resultieren meist aus mangelhaftem Aufwärmen.
  • Ausgekugelte Schultern, Knochenabsplitterungen am Schulterblatt und Sehnenrisse gehören zum Alltag in den Notaufnahmen der Wintersportgebiete.
  • Brüche kommen nicht so häufig vor, wie man denken könnte. Oberschenkel, Handgelenke und Schlüsselbeine brechen nur gelegentlich. Häufiger ist da der Skidaumen – durch sehr starke Überdehnung reißt die Sehne an oder völlig ab.
  • Kopfverletzungen – dazu zählen aber auch leichte Schnitt- und Schürfwunden im Gesicht – machen nur einen kleinen Teil der Verletzungen in den Unfallkliniken aus.

Wussten Sie, dass Frauen sich andere Verletzungen zuziehen als Männer? Frauen fallen anders und verletzen sich häufiger am Knie. Männer brechen sich häufiger Schulter und Schlüsselbein, da das höhere Gewicht eine größere Wucht beim Sturz bedeutet.
Und wussten Sie, dass nur etwa 10 % aller Verletzungen in den Kliniken Kopfverletzungen sind, rund ein Viertel aber Schulterverletzungen?

Snowboardfahrer – leichtsinnige Risikogruppe?

Snowboarden ist längst vom Trendsport für eine kleine Zielgruppe zum Massenphänomen auf den Pisten geworden. Noch immer sind es aber eher junge Sportler, die mit dem Snowboard über die Pisten kurven. Die Zahlen der Verletzten beim Snowboarden sind alarmierend – doppelt so viele Patienten wie unter den Skifahrern gibt es hier zu verzeichnen. Dennoch sind die Verletzungen in der Regel weitaus weniger gravierend – ein Grund dafür ist sicher in vielen Fällen das Alter. Die Unfälle der jungen Sportler gehen häufig harmlos aus, weil Muskeln und Knochen nicht so schnell Schaden nehmen. Unter den Skifahrern sind auch ältere Menschen vertreten – statistisch sind die Verletzungen in dieser Gruppe schwerer. Vor allem unterscheiden sich die Arten der Verletzungen. Snowboarder leiden weniger häufig unter Knieverletzungen, deutlich häufiger aber an Knöchelbrüchen oder Verstauchungen zumeist an dem Fuß, der vorne auf dem Brett steht. Unterm Strich ist das Snowboarden keine gefährlichere Art des Pistensports – mit Ausnahme von gewagten Sprüngen und Abfahrten auf ungesicherten Hängen.

Wussten Sie, dass auf den Pisten 40 % Snowboarder vertreten sind?
Und wussten Sie, dass 70 % der mit dem Snowboard Verunglückten zwischen 15 und 29 Jahren alt sind?

Wenn der Skiunfall zum Langzeitproblem wird – Versicherungen können helfen

In den meisten Fällen gehen die Unfälle auf der Skipiste letzten Endes gut aus und die Betroffenen kommen mit einem blauen Auge davon. Was aber, wenn der Unfall Langzeitfolgen nach sich zieht? Was, wenn zu Hause nichts mehr so ist wie früher? Gerade bei Schäden an Bändern und Sehnen oder langfristigen Traumata ist es nach dem Unfall nicht mehr möglich, den Beruf uneingeschränkt auszuüben. Wichtig ist es daher zu wissen, dass gesundheitliche Folgeschäden, die aus einem Freizeitunfall resultieren, nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt sind. Unfälle auf der Skipiste sind oft mit hohen Kosten verbunden – eine Hubschrauberbergung kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Ohne private Unfallversicherung muss der Geschädigte die Kosten selber tragen. Ferner kann auch der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll sein.

Trägt der Verunglückte dauerhafte Schäden vom Unfall davon und wird teilweise oder sogar vollständig erwerbsunfähig, gibt es kein Geld von der gesetzlichen Versicherung. Solche Fälle deckt nur eine private Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung vollständig ab. In solchen Fällen bezieht derjenige, der klug vorgesorgt hat, einen einmaligen hohen Betrag oder eine lebenslange Rente von seiner Versicherung. Aber Wintersportler gehen nicht nur das Risiko ein, sich selbst zu verletzen und Schäden davonzutragen. Bei Unfällen, an denen mehrere Personen beteiligt sind, haftet der Verursacher mit seinem Privatvermögen für Schäden an anderen Personen und fremdem Eigentum. Auf der sicheren Seite ist der, der auch für solche Fälle die nötigen Vorkehrungen trifft und sich privat mit einer Haftpflichtversicherung absichert.

Aber trotz der fehlenden Promillegrenze auf der Piste ist doch Achtung geboten: Wer unter starkem Alkoholeinfluss fährt, steigert die Wahrscheinlichkeit einen Unfall zu verursachen und sich und anderen Schaden zuzufügen. Da macht auch eine gute Versicherung nicht glücklich.

Fazit: Wintersport soll in erster Linie Spaß machen. Damit Sie die erholsamen Tage im Schnee aber unbeschwert genießen können, sind eine umsichtige Fahrweise, ein Bewusstsein für die möglichen Gefahren und der richtige Versicherungsschutz absolut unverzichtbar. So vorgesorgt und mitgedacht kann der Winterurlaub nun wirklich zur schönsten Zeit des Jahres werden. Sollte dann doch einmal etwas passieren, sind Sie sicher vor finanziellen Schäden geschützt und wissen Ihre Existenz gesichert.

Wie bereiten Sie sich auf Wintersport vor?
Haben Sie schon einmal eine Wintersportverletzung gehabt?
Berichten Sie uns von Ihren Erlebnissen!

 

Quelle: Bild oben © ARochau – Fotolia.com


Kategorien: Allgemein

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