Podcasts: Hier gibt‘s was auf die Ohren!

Podcasts sind angesagt. Waren sie noch vor wenigen Jahren vor allem ein Randgruppenthema, sind sie inzwischen aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. 26 Prozent der Deutschen hören hin und wieder oder sogar regelmäßig rein, und zwar vor allem zwischen 14 und 65 Jahren. Wer sind die Stars am Podcast-Himmel, welche Themen interessieren die Hörer am meisten? Wir werfen einen kleinen Blick auf ein nahezu unüberschaubar großes Angebot.

Podcast – was ist das eigentlich?

Bevor wir uns den Podcast-Themen zuwenden, wagen wir zuerst einmal eine kurze Definition. Das Kunstwort Podcast ist aus zwei anderen Begriffen heraus entstanden: Pod ist abgeleitet von Apples iPod – vor allem für den wurden die Stücke schließlich als erstes einmal produziert. Und dem englischen Wort Broadcast – zu deutsch Rundfunk. Ein Podcast ist damit sozusagen eine Radioshow für das Internet. Dabei weist der Podcast zwei Besonderheiten auf: Er hat keine klassischen Sendezeiten, sondern erscheint einfach zum Download. Man hört ihn also dann, wann man selber will und Zeit hat. Und im besten Fall erscheint er noch dazu als Serie. Inzwischen gibt es auch zu vielen Fernsehsendungen einen Podcast, in dem die Inhalte „zum Mithören“ aufbereitet sind. Mit dem regelmäßig erscheinenden Radio-Podcast zum „Tatort“ beispielsweise verschwimmt auch schon die Grenze zum Hörspiel. Das Thema Podcast ist also ein weites Feld, das von Journalisten, Rundfunk- und TV-Profis genauso beackert wird wie von enthusiastischen Amateuren, mehr oder weniger bekannten Bloggern und vielen anderen.

Podcasts in Zeiten von Corona

Das neuartige Coronavirus breitet sich in Europa aus. Das wirft viele Fragen auf. Hier ein paar Podcast, die sich rund um das Thema Corona beschäftigen:

Der Corona Podcast von Professor Christian Drosten

Der vom NDR Info produzierte Coronapodcast "Corona-Virus Update" von Prof. Christian Drosten findet derzeit viel Beachtung: Sachlich, präzise und verständlich erklärt der Leiter der Virologie an der Berliner Charité den Virus und die tagesaktuellen Entwicklungen. In jeder Folge ist mindestens ein „Augenöffner“ dabei und Drostens Team klärt auf, ohne Panik zu verbreiten. Absolute Hörempfehlung.

Kekulés Corona-Kompass

Jeden Montag bis Freitag erscheint der MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass". Hier zeigt der Virologe und Seuchen-Experte Prof. Alexander Kekulé wie die täglich neuen Informationen und Meldungen einzuordnen sind. Er leitet die Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Halle und ist der Öffentlichkeit aus vielen Expertenrunden und Talkshows bekannt.

Podcast Doc Esser klärt auf

In dem vom WDR produzierten Coronapodcast beantwortet der Lungenfacharzt Dr. Heinz-Wilhelm Esser („Doc Esser“) jeden Tag wichtige Fragen rund um das Coronavirus. Der Podcast ordnet ein, gibt Tipps und hilft, sich richtig zu verhalten, ohne dabei in Panik zu geraten. Wer möchte, kann seine Fragen vorab an Doc Esser per E-Mail an coronavirus@wdr.de senden oder unter 0170/91 83 576 eine Sprachnachricht hinterlassen.

Die Top-Genres in Deutschland

Nächste Frage: Welche Podcast-Richtungen sind besonders angesagt? Auch hier lässt sich kein ganz eindeutiges Ergebnis messen. Spotifys Jahres-Charts 2019 haben die Reihenfolge: 1. Comedy, 2. Kultur, 3. Interviews, Kunst & Unterhaltung, 4. Lifestyle und Gesundheit sowie 5. Wissen. Bei Statista hingegen sieht die Welt ein wenig anders aus. Es führen Politik und Wissen vor Gesundheit, Musik und Geschichten. Comedy folgt hier erst auf Platz fünf. Dabei muss man allerdings bedenken, dass Spotify als Anbieter viele der erfolgreichsten deutschen Comedy-Podcasts exklusiv streamt – sicherlich auch, um damit die eigene App zu promoten. Bei den über viele verschiedene Plattformen abrufbaren Audioformaten ist hingegen das Angebot des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks sehr stark aufgestellt. Und bei ARD und ZDF spielen Wissens- und Nachrichtenformate traditionell eine wichtige Rolle. Es ist ja auch sehr praktisch: Wer sich die ausführlichen Hauptnachrichten vom Deutschlandfunk zur Wunschzeit – zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit – anhören möchte, lädt sich die entsprechende Datei einfach aufs Smartphone; und startet am Zielort bestens informiert in den Tag.

Wo und wie zu den besten Podcasts

Podcasts gibt es zu praktisch allen denkbaren Themen und Lebensbereichen. Für (Hobby-)Köche und Genussmenschen gibt es unzählige Food-Casts, wer Fernweh oder ein exotisches Reiseziel vor sich hat, stöbert in den Reise-Podcasts nach den Themen und Destinationen, die besonders interessieren. Die Liste lässt sich praktisch unendlich fortsetzen. Die in der Regel erfreulich professionell gemachten „Radiosendungen zum Mitnehmen“ lädt man dann entweder direkt auf der Internetseite des Podcasts oder direkt beim jeweiligen Anbieter herunter – egal, ob es nun eine ARD-Sendeanstalt oder eine Zeitung ist. Am einfachsten geht es vermutlich über die Podcast App oder iTunes bei Apple und mit Google Podcasts oder Overcast für Android-Nutzer. Wer eines oder mehrere der exklusiven Spotify-Angebote nutzen möchte, braucht die entsprechende App. Immerhin darf man die Podcasts hier ebenfalls kostenfrei herunterladen.

Die meistgehörten deutschen Podcasts

Welcher Podcast ist besonders populär, wer führt die deutschen Podcast-Charts an? Ein abschließender Vergleich fällt schwer, weil nicht alle Podcast-Anbieter Abruf- oder Abonnentenzahlen bekannt geben. Auf den führenden Plattformen wie iTunes und Spotify lassen sich aber zumindest einige der größten Hits im Markt identifizieren. Die Nummer Eins in 2019 auf Spotify war mit „Gemischtes Hack“ ein Unterhaltungsformat. Felix Lobrecht und Tommi Schmitt unterhalten sich teils improvisiert, teilweise in festen Rubriken über ihre Karriere, private Geschichten und „Life-Hacks“ – kleine Tricks und Kniffe, die das Leben leichter machen. Damit liegen sie erstmals vor „Fest & Flauschig“, dem vermutlich bekanntesten deutschen Podcast von Jan Böhmermann und Olli Schulz. Der trat 2016 (also in der Podcast-Zeitrechnung schon vor einer Ewigkeit) die Nachfolge ihrer Radiosendung „Sanft & Sorgfältig“ an und bildete den Startschuss für den deutschen Podcast-Boom, der seitdem ungebrochen anhält. Um echte „Kriminalfälle und was dahintersteckt“ geht es im „Verbrechen“-Podcast der ZEIT-Journalisten Sabine Rückert und Andreas Sentker – unglaublich fesselnd, außerordentlich spannend und oft erschreckend real. Auch Platz 4 belegt ein sogenanntes „True Crime“-Format. „Mordlust – Verbrechen und ihre Hintergründe“ werden von den Journalistinnen Laura Wohlers und Paulina Krasa aufgearbeitet. Platz 5 in der Jahreswertung geht an den Podcast „Herrengedeck“, der von den Berliner Radiomoderatorinnen Laura Boriczka alias Larsson und Ariana Baborie moderiert wird. Das im August 2019 dazu erschienene Taschenbuch gibt einen Einblick in das, was den Hörer erwartet: „Geschichten, die wir uns nüchtern nie erzählen würden“.

Was die Zukunft bringt

Auch wenn der Podcast-Markt schon jetzt riesig ist, wird er weiterwachsen. Weil zum Abspielen der einmal gespeicherten Daten kein mobiles Datenvolumen benötigt wird, ist das Angebot ideal für alle, die viel unterwegs sind. Welche Sendungen und Formate einen dabei besonders ansprechen, liegt natürlich „zwischen den Ohren“ des Zuhörers. Einen guten Einstieg erwischt man vermutlich über die aktuellen Charts und auf den Startseiten der jeweiligen Anbieter. Hier stöbert man in den Genres und entscheidet, was einen gerade interessiert. Und wenn einem ein Format besonders gut gefallen hat, schaut man einfach, was die regelmäßigen Abonnenten dieses Podcasts ansonsten gerne mögen. So hat man schnell die eigenen Favoriten ausgemacht.

Es gibt viel zu entdecken: Wir wünschen allen alten Podcast-Hasen und sämtlichen Neu-Einsteigern ganz viel Spaß bei Hören!

Foto: © daviles