Schlafstörung - für Viele ein ewig leidiges Thema

Jeder kennt es: Der Alltag ist oftmals stressig und hektisch. Stress kann dabei viele Ursachen haben: Private Sorgen, berufliche Herausforderungen, gesundheitliche Probleme, ein generell ungesundes Schlafverhalten – die Gründe sind vielfältig. Nicht immer resultieren daraus Schlafstörungen und schlechte Schlafphasen legen sich häufig nach ein paar Wochen von selbst. Ein Defizit an Tageslicht während der Herbst- oder Wintermonate kann zusätzlich ein Schlafproblem auslösen, weil die Ausschüttung von Melatonin durcheinander gerät. Was aber, wenn der Schlafmangel chronisch wird – und körperliche und psychische Folgen hat? 

Chronischer Schlafmangel: Was ist das und welche Auswirkungen können sich einstellen?

Man dreht sich von rechts nach links, schlägt die Decke weg, kuschelt sich wieder ein, rollt sich erneut von einer auf die andere Seite. Dasselbe Spiel. Immer wieder. Es macht uns fertig, wenn wir nicht einschlafen können.

Experten sprechen von einem chronischen Schlafmangel (Insomnie), wenn die Betroffenen länger als vier Wochen mindestens dreimal pro Woche schlecht schlafen und tagsüber nicht mehr leistungsfähig sind. In diesen Fällen sollte der Hausarzt aufgesucht werden.

Ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus kann zu körperlichen und psychischen Belastungssymptomen führen und die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit stark beeinflussen. Betroffene können Schwierigkeiten haben, alltägliche Aufgaben verantwortungsvoll auszuführen, was fatale Folgen auch für andere Menschen haben kann; Zum Beispiel im beruflichen Umfeld oder im Straßenverkehr. Auf lange Sicht, können sich zudem Depressionen, Burn-out, Migräne und Panikattacken einstellen. In besonders schlimmen Fällen können sogar Gehirnschädigungen entstehen.

Was haben Schlafstörungen mit Versicherungen zu tun?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Schlafstörungen können bei Abschluss einer Versicherung von Nachteil sein.

Beim Antrag spezieller Vorsorgelösungen, so zum Beispiel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Risiko­le­bens­versicherung, müssen Versicherungs¬nehmer viele Gesundheitsfragen beantworten. Anhand der Antworten ermittelt die Versicherungsgesellschaft den individuellen Beitrag. Leidet Ihr Gesundheitszustand unter den langfristigen Folgen von Schlafentzug, so ergibt sich gegebenenfalls ein höherer Versicherungsbeitrag, da sie in der Risikokalkulation höher eingestuft werden als eine vergleichbare Person ohne Erkrankungen durch Schlafprobleme.

Was kann ich gegen Schlafstörungen tun?

Zunächst sollten Sie sich über den Grund Ihrer Schlaflosigkeit bewusst werden. Warum fällt es Ihnen schwer, ein- oder durchzuschlafen? Ist es zu laut? Ist es zu hell? Lässt Sie der berufliche oder private Stress nicht los? Wer den Kern des Problems kennt, kann es effektiv angehen.

Um den Schlafstörungen Herr zu werden, nehmen viele Betroffene medizinische Einschlafmittel zu sich. Diese sollten aber keinesfalls langfristig und am besten nur auf ärztlichen Rat eingenommen werden. Als Alternative bieten sich pflanzliche Mittel wie Baldrian oder Passionsblumenkraut als Tee, Tablette oder Badezusatz an.

Schlafstörungen können erlernt sein, so dass sich ein einmal eingestellter Schlafmangel über einen längeren Zeitraum hinweg manifestiert und Betroffene schon tagsüber Ängste vor der Nacht entwickeln. Deshalb sind feste Einschlafrituale hilfreich, um routinierte Ruhe- und Entspannungsphasen herzustellen. Yoga- und Meditationsübungen können ebenfalls unterstützen.

In jedem Fall sollten Sie bei anhaltenden Schlafproblemen einen Arzt aufsuchen und Problemlösungen wie zum Beispiel eine Stresstherapie in Betracht ziehen.

Einschlafhilfen – welche Hausmittelchen gibt es?

  1. Der Klassiker: Heiße Milch mit Honig trinken
  2. Nachts nicht auf die Uhr schauen!
  3. Kaffee, Nikotin und Alkohol vor dem Schlafengehen vermeiden
  4. Spazierengehen oder tagsüber Sport treiben hilft, den Körper auszulasten und Stress abzubauen
  5. Vermeiden Sie es, sich lange im Bett hin- und her zu wälzen. Stehen Sie lieber nochmal auf und versuchen es später erneut.
  6. Ein warmes Bad nehmen (35-38 Grad, 10-20 Minuten)
  7. Smartphone, Tablet und Fernseher aus dem Schlafzimmer verbannen, denn das Licht der Geräte und die konsumierten Informationen hindern Ihr Gehirn daran zur Ruhe zu kommen.
  8. Schreiben Sie alle Dinge, die Sie am nächsten Tag erledigen müssen, auf eine Liste und legen Sie diese auf den Nachttisch. Sollten Sie nachts durch Grübeleien wach liegen, notieren Sei die Themen, die Ihnen die Ruhe rauben, auf der Liste. 
  9. Der Körper schätzt Rituale: Feste Einschlaf- und Aufwachzeiten fördern einen gesunden Schlafrhythmus. 
Foto: © phoenix021