Vatertag gleich Unfalltag?

Am 30. Mai 2019 ist es wieder soweit: Alle Väter, solche die es noch werden möchten oder auch nicht, gehen an diesem Tag gerne auf gesellige Tour. Der Vatertag gilt, nicht zuletzt wegen des oftmals gesteigerten Alkoholkonsums als Tag mit besonders hoher Unfallrate. Aber, stimmt das wirklich?

Am Vatertag wird es bunt, laut und lustig

Viele Väter verbringen ihren Ehrentag mit den Kindern oder der ganzen Familie. Doch einige und vor allem auch diejenigen, die noch keine Eltern sind, nutzen den Tag gerne für Ausflüge mit Freunden, Kollegen und Nachbarn.

Entsprechend viel ist am Vatertag auf den Rad- und Wanderwegen sowie in den Biergärten und Parks los – vorausgesetzt das Wetter spielt mit. So manche Gruppe, zieht einen kreativ geschmückten Bollerwagen hinter sich her, gut bestückt mit dem einen oder anderen alkoholischen Getränk und einer munteren musikalischen Beschallung.
 

Dass die illustren Runden durch den einen oder anderen Unfall getrübt werden können, vor allem wenn der Pegel angestiegen ist, scheint da die logische Konsequenz zu sein. Oder? Tatsächlich ist der Vatertag in Deutschland, statistisch gesehen, der unfallreichste Tag des Jahres. Während 2017 an einem durchschnittlichen Tag 97 alkoholbedingte Verkehrsunfälle gemeldet wurden, gab es im selben Jahr am Vatertag 270 solcher Unfälle.

Zum Vergleich: Neujahr und der 1. Mai gelten allgemein ebenfalls als unfallreiche Tage. So wurden an Neujahr 234 Verkehrsunfälle gemeldet und am 1. Mai lag die Zahl der Meldungen bei 176 Unfällen, unterliegen im Vergleich zur Unfallquote am Vatertag jedoch.

Alkohol und seine unterschätzten Folgen

Wer über den Tag verteilt einige Flaschen Bier oder Hochprozentigeres verzehrt, meint häufig, gar nicht so viel getrunken zu haben. Deshalb steigen manche auch nach dem Alkoholkonsum noch hinters Steuer und gehen so ein hohes Risiko für sich und andere Verkehrsteilnehmer ein.

Tatsächlich haben bereits 0,2 bis 0,3 Promille eine beeinträchtigende Wirkung auf die Informationsverarbeitung im Gehirn. Was das heißt? Konzentrationsfähigkeit und Reflexe lassen nach, Entfernungen werden falsch eingeschätzt und zugleich steigt die Risikobereitschaft. Was viele nicht wissen: Bereits ab 0,3 Promille drohen – bei Gefährdung des Straßenverkehrs – Punkte in Flensburg und Abstrafungen in Form von Bußgeldern oder dem Entzug der Fahrerlaubnis. Für Fahranfänger in der Probezeit gilt sogar die 0 Promille Grenze.

Ab einem Promillewert von 0,6 bis 0,7 treten weitere Leistungsstörungen auf den gesamten Organismus auf. Ein Ausgleich der mangelnden Sinnesfähigkeit kann auch nicht durch erhöhte Aufmerksamkeit ausgeglichen werden. Übrigens: Die Promille-Grenzen gelten sowohl für Autofahrer als auch für Radfahrer.

Ein Vatertag ganz ohne Alkohol?

Die Initiative „Alkohol – Kenn dein Limit“ sagt ganz klar „Ja!“ und gibt dazu noch weitere Tipps, wie gefeiert werden kann.

Wie wäre es denn beispielsweise mit sportlichen Aktivitäten, wie zum Beispiel eine Partie Fußball, Klettern oder Paint Ball spielen mit Freunden? Die Organisation „Kenn dein Limit“ legt ihr Augenmerk auf die Glücksgefühle, die durch Mannschaftssport und körperliche Betätigung entstehen. Wer dennoch nicht auf Alkohol verzichten möchte, erhält zusätzlich noch ein paar Hinweise, wie dies im Rahmen und verantwortungsbewusst gehandhabt werden kann.

Letztlich spricht natürlich nichts dagegen, einen Feiertag auch mit dem einen oder anderen Gläschen zu zelebrieren. Wichtig ist nur, das richtige Maß zu finden und kein erhöhtes Risiko einzugehen, sodass am Ende des Tages wieder alle gesund und munter nach Hause kommen.

Das Hannoversche-Team wünscht einen schönen Vatertag!

Foto: ©Ingo Bartussek