BU? Bitte was?

Auf welchen Wegen kann ich mich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) informieren? Unsere Auszubildende Laura macht sich auf die Suche nach den wichtigsten Informationen, die Du vor dem Abschluss einer BU wissen solltest. 

Als junger Mensch, der gerade frisch ins Berufsleben eingestiegen ist, wird man mit vielen neuen Themen konfrontiert: Erstes Gehalt, eigene Wohnung, Steuererklärung – und Versicherungen. Unbedingt dazu gehören natürlich die Krankenversicherung, die Kfz-Versicherung für alle Autofahrer und offenbar auch die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Begegnet ist man dem Begriff hin und wieder mal und bekommt vielleicht auch in Bezug auf die eigene Berufstätigkeit mit, wie wichtig diese Absicherung ist. Dennoch stellen sich Fragen: Wozu genau benötigt man eigentlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung und für wen ist sie sinnvoll?

Ich bin Laura, 22 Jahre alt, duale Studentin bei der VHV Gruppe und lerne vieles über die Betriebswirtschaft und Versicherungswirtschaft. Nun ist es Zeit für mich, mich auch mal genauer mit den Produkten des Konzerns auseinanderzusetzen. Also führe ich eine Recherche dazu durch und werde in diesem Blog von meiner Erfahrung berichten. Dafür stellt sich mir als allererstes die Frage: Welche Versicherungen interessieren mich näher – das ist aufgrund meiner neuen Berufstätigkeit eben die sogenannte BU – und woher bekomme ich Informationen darüber? Google, Eltern, Freunde, Telefonhotline – Es gibt viele Möglichkeiten, aber welche eignet sich für mich eigentlich am besten?

Die sicherlich häufigste und einfachste Art der Recherche findet für mich im Internet statt. Dort sind zahlreiche Plattformen mit Informationen über eine BU zu finden. Sofort bin ich auf diverse Vergleichsplattformen gestoßen; Das Angebot dafür scheint in jedem Fall groß. Über einige Ratgeberseiten im Internet lässt sich ein erster Überblick gewinnen, der einem den Grundgedanken der BU vermittelt:

Eine BU ist die Absicherung des Einkommens, falls jemand aus gesundheitlichen Gründen, sei es aufgrund von Krankheit oder Unfall, seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Berufsunfähig oder erwerbsunfähig?

Während meiner weiteren Suche auf den Produktseiten von Versicherungsunternehmen finde ich heraus, dass zwischen einer Berufsunfähigkeit und einer Erwerbsunfähigkeit unterschieden wird. In beiden Fällen geht es darum, dass eine berufstätige Person phasenweise oder auch längerfristig nicht mehr ihrem Beruf nachkommen kann und aufgrund dieser Situation mit finanziellen Einbußen zu rechnen ist.

Von einer Berufsunfähigkeit wird gesprochen, wenn die Person für die Dauer von mindestens sechs Monaten ihren eigenen Beruf ab einem Grad von 50% oder mehr nicht mehr ausüben kann.

Eine Erwerbsunfähigkeit hingegen beschreibt, dass jemand aufgrund von psychischer oder körperlicher Erkrankung für voraussichtlich mehr als sechs Monate nicht dazu fähig ist, für drei oder mehr Stunden am Tag zu arbeiten.

Gegen beide Fälle kann ich mich im Vorfeld absichern, um im Ernstfall eine Ersatzleistung für meine Gehaltszahlung zu erhalten.

Welche Rolle spielt die Gesundheit?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein triviales Produkt, denn sie muss im Zweifel viel leisten; es geht um nichts Geringeres als die regelmäßige finanzielle Ersatzzahlung anstelle des Monatsgehalts der versicherten Person. Dafür zahlt man einen monatlichen Beitrag ein, dessen Höhe sich an verschiedenen Faktoren bemisst, zum Beispiel am Eintrittsalter oder der gewünschten Versicherungs­summe, die im Ernstfall in Form einer monatlichen Rentenzahlung (BU-Rente) an die versicherte Person ausgezahlt wird. Ein weiteres wichtiges Kriterium, um einzuschätzen, wie hoch das potenzielle Risiko für den Einzelnen tatsächlich ist, berufsunfähig zu werden, sind die Gesundheitsangaben. Diese müssen gegenüber dem Versicherer bei Abschluss einer BU wahrheitsgemäß gemacht werden. Banale Erkältungen, Husten oder grippale Infekte zählen dabei nicht – sofern diese vollständig ausgeheilt sind. Wichtig sind dagegen Angaben, bei denen es um ernstere Krankheitsbilder geht, wie beispielsweise psychische Störungen, Krebs- oder Skeletterkrankungen.  

Tatsächlich sind psychische Erkrankungen die Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit. Danach folgen Erkrankungen am Stütz -und Bewegungsapparat sowie Krebserkrankungen. Auch Unfälle können eine Berufsunfähigkeit auslösen und treten je nach Alter – bei den Jüngeren öfter als bei den Älteren – unterschiedlich häufig auf. Letztlich bleibt die statistisch belegte Erkenntnis: Jeder Vierte kommt in seinem Berufsleben einmal in die Situation, zumindest für eine gewisse Dauer berufsunfähig zu sein.

Wer sollte eine BU abschließen?

Der Blick auf die Statistik zeigt, dass jeder Vierte von dem potenziellen Risiko einer Berufsunfähigkeit betroffen ist – und hebt die Bedeutung der BU hervor. Insofern sollte man meinen, dass die Absicherung der eigenen Arbeitskraft grundsätzlich für jeden Berufstätigen sinnvoll ist.

Speziell junge Menschen oder Berufseinsteiger wie ich sollten aber noch einen weiteren Aspekt dabei bedenken: Sie stehen am Anfang oder sogar vor Beginn ihres Berufslebens und haben noch keine Beiträge in die Sozialkassen eingezahlt. Genau aus diesem Grund haben sie auch noch keinen Anspruch auf nennenswerte finanzielle staatliche Leistungen im Gegenzug. Eine BU ist hier besonders sinnvoll und gleichermaßen attraktiv, denn neben dem versicherbaren Risiko sind die monatlichen Beiträge meist gering durch einen sehr guten Gesundheitszustand.  

Fazit

Mit meiner Recherche habe ich auf jeden Fall einige wissenswerte Informationen sammeln können, die mir geholfen haben, die Vorsorgeform Berufsunfähigkeitsversicherung besser zu verstehen. Weitere Informationskanäle sind YouTube oder auch Podcasts, welche das Thema Versicherung noch abwechslungsreicher und verständlicher erklären. Diese sind eine gute Alternative, wenn man nicht gerne liest oder nebenbei andere Dingen erledigen möchte.  Die Frage, ob ich selbst in der nächsten Zeit eine BU abschließen werde, habe ich für mich trotzdem noch nicht abschließend beantwortet; Schließlich geht es um eine Absicherung, die idealerweise das ganze Berufsleben umfassen sollte – und eine entsprechend lange Laufzeit hat. Wenn ich mich dafür entscheide, will ich sichergehen, nicht nur den richtigen Anbieter, sondern auch den richtigen Tarif gewählt zu haben. Ich werde mich also noch eine Weile mit dem Thema BU beschäftigen.

Foto: © Vasyl