Bewusst und gesund genießen: Sechs Ernährungstrends unter der Lupe

Ernährung ist ein Mega-Thema unserer Zeit. Ob Star-Köche, Food-Blogger, Gesundheits-Coaches oder Sportler: Sie alle leben uns den bewussten Umgang mit Nahrung durch einen ausgewogenen, vielfältigen, gerne auch kreativen Speiseplan vor. Dabei gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Ernährungstrends, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten. Eins jedoch haben sie alle gemein: Ihre Anhänger schwärmen von der Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Wir stellen eine Auswahl der beliebtesten Ernährungstrends und ihre gesundheitlichen Vorteile vor.

Vegetarisch: Ein Dauerbrenner – aber von gestern.

Wer sich vegetarisch ernährt, zählt nach wie vor zu den Ernährungsbewussten – ist aber längst kein Trendsetter mehr. Ein rein vegetarischer Speiseplan hat schließlich in einer Zeit, in der Massentierhaltung oder Treibhausgase moralisch belegte Themen sind, keinen Seltenheitswert: Laut Allensbacher Institut lag die Anzahl der Vegetarier in Deutschland im Jahr 2019 bei 6,10 Mio. – also bei rund acht Prozent der Gesamtbevölkerung. Ein Dauerbrenner mit wachsender Tendenz also, aber kein brandneuer Food-Trend.

Dazu hingegen gehören Superfoods, Detox-Smoothies oder auch Buddha Bowls, allesamt höchst beliebt und im Verdacht, ungemein gesundheitsfördernd zu sein.

 

Heute angesagt: Superfoods und Detox-Smoothies

Zu den angesagten Superfoods zählen zum Beispiel Grünkohl, Chia-Samen oder Kurkuma. Merkmal eines Superfoods ist ein hoher Anteil an gesunden Inhaltsstoffen, wie beispielsweise Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, pflanzliche Eiweiße oder ungesättigte Fettsäuren auf. Detox-Smoothies wiederum gelten als die gesündere, weil kalorienärmere Variante der vitaminreichen aber fruchtzuckerhaltigen Obst-Smoothies. Sie werden vornehmlich aus grünen Salat- und Gemüsesorten wie Spinat, Mangold, Gurke oder Zucchini hergestellt und angereichert durch weniger süßes Obst wie Äpfel, Grapefruits oder Kiwis. Ein Schuss Zitronen- oder Limettensaft sowie eine Handvoll frische Kräuter im Smoothie helfen, den Stoffwechsel anzukurbeln und fördern damit den erwünschten Entgiftungsprozess:

Buddha Bowls: Ein Megatrend aus den USA

Die beliebten Buddha Bowls sind kunstvoll angerichtete Speisearrangements in einem Schüsselchen – hübsch anzusehen, lecker im Geschmack und dank ihrer schonend zubereiteten oder rohen Zutaten obendrein gesund. Das Angebot reicht von knackigen Salad Bowls über vitaminreiche Smoothie oder Acai Bowls – die Acai-Beere zählt aufgrund ihrer hohen antioxidativen Wirkung übrigens auch zu den Superfoods – bis zur klassischen Buddha Bowl. Letztere besteht aus mehreren Komponenten: Einer langkettigen Kohlenhydrat-Einheit wie Quinoa, Hirse, Haferflocken oder Naturreis und einer Protein-Quelle aus Hülsenfrüchten wie Linsen oder Kichererbsen. Hinzu kommen eine oder mehrere Gemüsesorten, zum Beispiel Wirsingkohl, Pilze oder Brokkoli, sowie gesunde Fette aus Avocados und Nüssen. Der Clou an der Buddha Bowl: Es kommen die für einen gesunden Organismus notwendigen Lebensmittelgruppen in ihrer ursprünglichen Form oder schonend gegart in eine Schüssel und der Körper wird optimal bei einer Mahlzeit versorgt.

Eine Frage der inneren Haltung: Clean Eating und Low Carb

Die aktuellen Ernährungstrends drehen sich allesamt mehr oder minder um die Themen Achtsamkeit, Bewusstsein und Verantwortung den Lebensmitteln, der eigenen Gesundheit und dem eigenen Körper gegenüber. Das hat im hohen Maße mit einer veränderten Haltung und Lebenseinstellung zu tun – und die beginnt im Kopf.


Clean Eating, zu Deutsch „sauber bzw. rein essen“, beschreibt folgerichtig die Zubereitung naturbelassener, vollwertiger Zutaten, die in ihrer ursprünglichen Form verarbeitet werden. Tabu ist alles, was industriell hergestellt ist und damit schädliche Zusätze, wie beispielsweise Zucker, raffinierte Öle, Geschmacksverstärker oder sonstige synthetische Stoffe enthält. Deshalb setzen Clean Eating-Anhänger auch verstärkt auf regionale Produkte in Bioqualität, die als frei von schädlichen Zusatzstoffen gelten.


Die Low Carb-Bewegung favorisiert dagegen die begrenzte Aufnahme von Kohlenhydraten. Diese sind nur in geringen Mengen erlaubt und dürfen unter keinen Umständen aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln stammen, sondern nur aus natürlichen Zutaten, wie beispielsweise „süßen“ Gemüsesorten – Karotten oder Erbsen – Hülsenfrüchten oder Milchprodukten. Dabei greifen ihre Anhänger auf den Vorteil zurück, dass die so gewonnenen komplexen, langkettigen Kohlenhydrate länger satt machen und vom Körper besser verstoffwechselt werden können: Der Blutzuckerspiegel steigt langsamer an, weil der Körper Zeit benötigt, um die einzelnen Kettenglieder aufzuspalten und in Glukose umzuwandeln, die anschließend erst in die Blutbahn gelangt. Low Carb anstatt „no carb“ deshalb, weil Blutzellen sowie Muskelgewebe und Gehirn gewisse Glukosemengen benötigen. Für einen Erwachsenen gelten jedoch lediglich ca. 180 Gramm täglich als notwendig, wovon ca. 140 Gramm allein das Gehirn verstoffwechselt. Low Carb-Anhänger profitieren also davon, dass ihre Körper keine überschüssige Glukose verarbeiten müssen, denn diese kann vom Körper nur als Fett eingelagert werden, wenn er keine weitere Verwendung dafür hat.

Auf den US-Trend Juicing folgt Souping mit Detox-Suppen

Der Trend Souping, eine Entgiftungskur, die den ausschließlichen Verzehr von frisch zubereiteten Suppen vorsieht, stammt ebenfalls aus den USA. Ziel ist die Entgiftung des Körpers zur Befreiung von Schlacken und Säuren. Im Vordergrund steht dabei die Erkenntnis, dass Suppen im Gegensatz zu einer Kur mit Fruchtsäften, dem sogenannten „Juicing“, keine oder kaum Fruchtzucker enthalten, die wiederum viele Kalorien haben und Niere und Leber belasten können, wenn im Übermaß genossen. Stattdessen beinhalten frisch zubereitete (Gemüse-) Suppen essentielle Fette und Proteine sowie Mineral- und Ballaststoffe und schmecken dank der vorgesehenen Vielzahl an Gewürzen nicht nur richtig gut, sondern wirken basisch und kurbeln den Stoffwechseln an. Aufgrund ihres Volumens und der hohen Temperatur sättigen frische Suppen darüber hinaus länger, weil mehr Zeit zum Essen benötigt wird. Das signalisiert dem Gehirn: Ich bin satt.  

Die hier vorgestellten Ernährungstrends zeigen: Verbrauchern steht eine Vielzahl an verschiedenen Ernährungsformen zur Auswahl, sei es im Rahmen einer Kur auf ein paar Tage oder Wochen begrenzt oder auch in Form einer grundlegenden Ernährungsumstellung. Soll ein Detox- oder Souping-Konzept langfristig in den Speiseplan Einzug halten, eignet es sich natürlich nur als „kleine Auszeit“ von der Regel anstatt als singuläre Ernährungsquelle.

Nun kann jeder ganz nach Vorlieben und eigenem Geschmack seinen Favoriten im großen Angebot an gesunden Food-Trends wählen – oder auch mehrere Tipps aus den einzelnen Formen miteinander kombinieren. Wir wünschen viel Erfolg und guten Appetit!  

Foto: ©vaaseenaa