10 Vorurteile gegenüber Versicherungen – stimmen sie oder nicht?

Die Versicherungsbranche und ihre Mitarbeiter werden gerne mal in die eine oder andere Schublade gepackt. Der Grund: weit verbreitete Vorurteile. Wir zeigen, die 10 häufigsten Irrtümer über das Versicherungsgeschäft.

1. Die Arbeit in einer Versicherung ist eintönig und nicht modern

Ebenso wie andere Berufsfelder steht auch die Versicherungsbranche im Wandel der Digitalisierung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat die Entwicklung digitaler Prozesse und innovativer Produkte Priorität. Die Anforderungen der Kunden an einen unkomplizierten, aber qualifizierten Austausch mit Versicherern und an leistungsfähige Lösungen sowie die technischen Voraussetzungen der modernen Arbeitswelten bieten neue Chancen – und sind alles andere als langweilig. 

Außerdem gibt es auch in einer Versicherung eine Vielzahl an Fachbereichen, die verschiedenste Schwerpunkthemen bearbeiten. So sind die Fachleute im Produktmanagement für die Analyse, Bewertung und Entwicklung von Produkten zuständig. 

Die kreativen Köpfe im Marketing und der Unternehmenskommunikation kümmern sich um die nachhaltige Positionierung der Unternehmensmarke, um die Sichtbarkeit und Reputation der Marke zu fördern.

Die Ansprechpartner im Backoffice für Kunden und Vermittler sitzen in unterschiedlichen Bereichen mit verschiedenen Themenschwerpunkten und Zuständigkeiten und stehen für alle Fragen bezüglich der Produkte, Vertriebsstrategien und -prozesse zur Verfügung. Zusätzlich gibt es natürlich die Fachbereiche Personal, Recht und Compliance oder Controlling. Es ist also jedes Talent vertreten.

2. Für eine Versicherung zu arbeiten bedeutet Klinkenputzen

Dieses Vorurteil sollte seit der Jahrtausendwende eigentlich entkräftet sein, denn von Tür zu Tür zieht heute kein seriöser Vermittler mehr und klingelt ungefragt bei potentiellen Kunden.

Die steigenden Regulierungs- und Qualifikationsanforderungen im Versicherungsgeschäft sowie ein strengerer Datenschutz schreiben dafür aber nicht allein die Regeln vor; Eine Weiterentwicklung des Geschäftsmodells ist in allen Branchen üblich und muss stattfinden, um mit dem Zeitgeist Schritt zu halten.

Bei der Hannoverschen kann der Kunde zwischen verschiedenen Kontaktwegen wählen:  Angeboten wird die Beratung via Chat, telefonisch und per E-Mail – je nachdem, welcher Kanal dem Kunden am liebsten ist. Und auf hannoversche.de ist "Melanie", die virtuelle Versicherungsexpertin, im Einsatz. Sie hilft dem Kunden dabei, Informationen zu den Vorsorgelösungen oder Antworten auf seine Fragen zu finden und unterstützt diejenigen Kunden, die direkt online abschließen möchten.

3. Versicherungen sprechen ihre eigene Sprache

Kontrahierungszwang, Selbstbehalt und Leibrenten – vermeintlich typische Begriffe aus dem Versicherungssprech. Für den Laien sind diese Begriffe oftmals unverständlich. Deshalb gibt es seit einiger Zeit den branchenweiten Trend, eine unkompliziertere und leichter verständliche Sprache in Richtung der Kunden zu verwenden.

Natürlich sollte jeder qualifizierte Berater das nötige Fach- und Hintergrundwissen beherrschen, das er im Dialog mit dem Kunden jedoch in verständliche Worte fassen muss. Deshalb erklärt ein gut geschulter Berater anschaulich, worum es geht und was es zu beachten gilt. Immer auf Augenhöhe mit seinem Kunden.

Auf diese Weise erhält jeder Kunde eine transparente und für ihn verständliche Beratung. Er kennt alle Fakten und kann für sich persönlich entscheiden, ob er sich für eine Vorsorgelösung entscheidet und zu welchen Konditionen.

4. In der Versicherung arbeiten nur Anzugträger

Versicherungsvertreter tragen immer Schlips und Anzug und kommen mit Lederköfferchen zum Kunden. So das weit verbreitete Bild.  

Viele Vermittler tragen natürlich einen Anzug. Das ist jedoch kein branchentypisches Phänomen, sondern gehört einfach zu einem professionellen Auftreten im Geschäftsumfeld. Die Regeln sind hier aber generell nicht mehr allzu streng gefasst, so dass der individuelle Kleidungsstil teilweise auch durch das jeweilige Unternehmen geprägt ist.

Respekt und Anstand im beruflichen Kontext legen aber ein gepflegtes Erscheinungsbild nahe. Gute Berater kennen ihre Kunden und deren Kleidungsstil und können einschätzen, inwiefern sie sich dem anpassen können, ohne dass die Beratungsqualität leidet.

5. Versicherungen zeigen wenig Innovation

Versicherungen gelten gemeinhin als konservativ und wenig innovativ. Nachvollziehbar, betrachtet man allgemein bekannte und wenig komplexe Produkte, wie zum Beispiel die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung.

Doch in Wahrheit stellt sich eine Versicherungsgesellschaft pausenlos neuen Herausforderungen. Unternehmen reagieren und erweitern ihr Portfolio fortlaufend und passen ihre Tarife und Leistungspakete den aktuellen Anforderungen des Marktes und der Kunden an. 

Rückversicherer beispielsweise decken als eine Art Risikominimierer gemeinsam mit der Erstversicherungsgesellschaft die Risiken ab. So werden diese für die Versicherungen tragbar und für den Kunden bezahlbar. Eine typische Rückversicherungssituation entsteht zum Beispiel bei der Absicherung gegen Naturkatastrophen.

6. Frauen haben keine Chance in der Branche

Diese Ansicht ist leider nicht nur innerhalb der Versicherungsbranche, sondern in der Geschäftswelt auch heute noch allgemein vertreten. Festzustellen ist aber: Qualifizierte Fachkräfte sind überall gefragt, unabhängig vom Geschlecht.

Es ist im Einzelnen eine Sache der Kultur eines Unternehmens, wie es mit dieser Frage umgeht. Zu einer zeitgemäßen Haltung gehört auch die Bereitschaft, Eltern Möglichkeiten und Perspektiven zu schaffen, damit sie sich nicht zwischen beruflichen Ambitionen und Privatleben entscheiden müssen. 

Gerade Versicherungsgesellschaften wissen um die gesellschaftlichen Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt. Viele Unternehmen bieten inzwischen eigene Krippen- oder Kindergarteneinrichtungen sowie flexible Arbeitszeitmodelle oder agile Strukturen an.

7. Der Markt wird nur von wenigen Konzernen dominiert

In Deutschland gibt es hunderte von Versicherungsunternehmen und eine Vielzahl an unterschiedlichen Gesellschaften. An der Spitze, zumindest hinsichtlich der Umsatzzahlen, stehen natürlich die namhaften und weltweit tätigen Größen. Aber auch die umsatzmäßig kleineren Versicherer behaupten sich erfolgreich am Markt, investieren in innovative Strategieprojekte und Technologien und entwickeln zukunfts- und leistungsfähige Produkte.  

Mit Blick auf einen hohen Eigenanspruch und Professionalität, vielfach unterstrichen durch renommierte Branchenauszeichnungen, gibt es allerdings keinen Unterschied zwischen Großkonzernen und mittelständischen Unternehmen; Faktoren wie Servicebereitschaft, Produkt- und Beratungsqualität, Preis-Leistungsverhältnis oder Solvabilität haben für alle Gesellschaften im Markt übergeordnete Bedeutung.

8. „Die eingezahlten Gelder sehe ich nie wieder.“

Es ist wie überall im Leben: Wenn für den Risikofall vorgesorgt ist, tritt dieser meist nicht ein. Im Versicherungsbereich hängt dies zusätzlich von dem jeweiligen Versicherungsprodukt ab.

Natürlich gibt es Versicherungen, wie die Hausrats- oder die Risiko­le­bens­versicherung, bei denen nur dann Geld fließt, wenn es zu einem Leistungsfall kommt. Bei diesen Produkten ist der Beitrag für den Kunden aber auch entsprechend weniger hoch kalkuliert als bei anderen Versicherungen mit garantierter Leistung. Zusätzlich ist man froh, wenn der Leistungsfall nicht eintritt.

Bei Rentenversicherungen dagegen, die mit Garantien versehen sind, müssen die Beiträge anders kalkuliert werden. Hinzu kommt hierbei noch eine jährlich festgelegte Verzinsung, welche den Betrag anhebt. Das anhaltende Zinsumfeld vereinfacht die Lage für die Versicherungsgesellschaften nicht.

Dennoch verfügen viele Unternehmen über eine solide Kapitalstärke und haben ihre Prozesse darauf abgestellt, auch unter diesen Bedingungen Garantiezusagen halten zu können. 

9. Versicherungen haben ein schlechtes Image

Ein Blick auf die Entstehungsgeschichte der Versicherungen zeigt: Menschen haben schon früh das Bedürfnis gehabt, sich gegen die potenziellen Risiken des Lebens abzusichern. Diese Risiken sind meist recht abstrakt; Jeder weiß, sie können eintreffen, müssen aber nicht. 

Im Augenblick des Vertragsabschlusses schmerzt eine Investition in die eigene Vorsorge deshalb immer etwas mehr, als zum Beispiel der Kauf einer Ware – hier halten Verbraucher den Gegenwert gleich in den Händen. 
Zusätzlich muss die Branche zum Teil bis heute unter Altlasten leiden: In der Vergangenheit hat sich das Bild des Vermittlers als umtriebiger Geschäftsmann geprägt, der dafür bekannt schien, ökonomische Eigeninteressen über den Kundenbedarf zu stellen. Glücklicherweise ist dieses Image durch den umfassenden Wandel der Branche seit einigen Jahren überholt. 

Dank verschiedener Ausbildungsinitiativen und strengerer Branchenregulierungen, zu denen unter anderem der regelmäßige Nachweis von Fachwissen sowie Zusatzqualifikationen für komplexere Fachbereiche zählen, hat sich auch die Versicherungsbranche maßgeblich weiterentwickelt. 

Ein guter Berater versteht sich deshalb heute nicht nur als kompetenter Ansprechpartner mit aktuellem Fachwissen, sondern auch im besten Sinn als „Ehrbarer Kaufmann“. Deshalb ist es an der Zeit, sich ein eigenes Bild zu machen, anstatt an einem überholten Image festzuhalten. Machen Sie doch einfach mal die Probe aufs Exempel und lassen sich beraten.

10. Bei einer Versicherung arbeiten nur BWLer

Definitiv nicht. Jedoch ist es richtig, dass der Studiengang der Betriebswirtschaftslehre durch ein breit gefächertes Wirtschaftswissen für eine Reihe an Positionen in den Fach- und Managementbereichen vieler Unternehmen prädestiniert ist. Da machen die Versicherungsgesellschaften mit ihrer eher wirtschafts- und finanzlastigen Ausrichtung keine Ausnahme. 

Doch selbstverständlich ist das BWL-Studium kein allgemeingültiges Kriterium für die qualifizierte Arbeit in einer Versicherung und in bestimmten Fachbereichen keine Kernkompetenz, Zu nennen sind hier zum Beispiel Abteilungen wie Recht, IT, Marketing und Kommunikation, Personal, Produktmanagement oder Vertrieb. 

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