10 Vorurteile über Berufs­unfähig­keits­versicherungen, die gar nicht stimmen

Über die Berufsunfähigkeitsversicherung halten sich hartnäckige Gerüchte und Vorurteile. Wir räumen mit den 10 häufigsten auf und zeigen, dass der Schutz der Arbeitskraft gar kein gefährliches, sondern durchaus sinnvolles Versicherungsprodukt ist.

Vorurteil Nr. 1: „Die Berufs­unfähig­keits­versicherung zahlt im Fall der Fälle sowieso nicht.“

41 Prozent der Deutschen glauben, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) nicht zahlt, wenn die versicherte Person einen selbstverschuldeten Unfall hatte. Und 75 Prozent sind sogar der Meinung, dass Versicherer sich vor der Auszahlung im Leistungsfall drücken.

Wir können Sie beruhigen: Das ist ein Irrtum. Tatsächlich gibt es nur wenige Ausnahmen, bei denen eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlt. Beispielsweise dann, wenn der Versicherungs­nehmer bei der Gesundheitsprüfung unwahre Angaben gemacht hat.

Vorurteil Nr. 2: „Der Staat wird schon für mich sorgen.“

Seit 2001 ist die Berufsunfähigkeitsversicherung kein Teil des staatlichen Schutzes mehr. Die Vorsorge muss privat sichergestellt werden. Es gibt zwar eine gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente, die sichert aber nicht den gewohnten Lebensstandard und die gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente zu erhalten, ist ein langwieriger Prozess.

Vorurteil Nr. 3: „Ich habe schon eine Unfall- oder Le­bens­versicherung, das reicht.“

Fast jeder glaubt, dass er durch eine Unfall­versicherung bereits die Berufsunfähigkeit mit abgesichert hat. Dies ist aber ein Irrglaube. Die Unfall­versicherung schützt vor Unfällen im privaten Bereich und die Le­bens­versicherung bietet nur im Todes- oder sogenannten Erlebensfall am Vertragsende eine Auszahlung. Somit decken diese Versicherungen nur ca. 10 Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle ab. Alle anderen, die beispielsweise durch eine Krankheit entstehen können, sind nicht in der Unfall- oder Le­bens­versicherung inbegriffen.

Vorurteil Nr. 4: „Mich erwischt es schon nicht.“

50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist dieser Meinung und möchte sich nicht mit der Berufsunfähigkeit gedanklich am liebsten gar nicht befassen. Jedoch ist statistisch belegt, dass im Laufe des Berufslebens jeder Vierte Arbeitnehmer – und somit 25 Prozent – berufsunfähig wird. Insofern: Erwischt es nicht dich oder dich, dich auch nicht, aber dich schon!

Vorurteil Nr. 5: „Die Versicherer betreiben Schindluder mit den Gutachten.“

Die meisten glauben, dass ein Gutachten von einem versicherungsnahen Gutachter erstellt wird. Fakt ist aber, dass grade einmal 7 Prozent der Versicherer ein Gutachten anfordern. Die beauftragten Gutachter stammen meist aus einem Gutachterbüro oder einer Universitätsklinik. Somit ist volle Neutralität und Vertrauenswürdigkeit für Versicherungs­nehmer und Versicherung gleichermaßen gegeben.

Vorurteil Nr. 6: „Die Leistungspflicht wird gekürzt.“

Die Versicherer befristen Ihre Zahlungen im Leistungsfall häufig, da beispielsweise eine Berufsunfähigkeit (BU) je nach Ursache regelmäßig überprüft werden muss.

Eine Befristung der Leistung fühlt sich für den Kunden erst einmal als Nachteil an, da dieser nach Ablauf der Frist einen neuen Leistungsantrag stellen muss. Eine Befristung kann aber auch positiv sein, denn so sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung des Antrags. Und auch die Wartezeit bis zur Leistungszusage durch den Versicherer kann durch eine Befristung deutlich verkürzt werden, wodurch der Versicherte seine BU-Rente schneller ausgezahlt bekommt.

Vorurteil Nr. 7: „Kunden werden von Versicherern vor Gericht gezerrt.“

Viele meinen, dass Versicherer ihre Kunden vor Gericht zerren, wodurch viele Kunden aufgeben oder an die Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit geraten würden.

Belegbar ist dies jedoch nicht, denn schaut man sich die Prozessquoten an, so landen im Schnitt gerade einmal 3 Prozent aller Leistungsanträge vor Gericht. Zudem ist ein Gerichtsverfahren für Versicherer genauso wenig erstrebenswert wie für die Kunden, denn beide Seiten kosten solche Prozesse viel Geld und Zeit. Die Prozessquote der Hannoverschen liegt übrigens bei durchschnittlich 2,08 Prozent.

Vorurteil Nr. 8: „Ein geistig arbeitender Mensch kann nicht berufsunfähig werden.“

Nicht nur körperlich arbeitende Menschen leiden unter Berufskrankheiten. Menschen, die im Büro oder als Dienstleister arbeiten, stehen häufig unter hohem Leistungsdruck und erfahren durch die Schreibtischarbeit motorischen Einschränkungen.

Daraus entstehen immer öfter psychische Erkrankungen wie Burnout oder auch Rückenleiden. Diese und weitere Erkrankungen können auch Büromenschen berufsunfähig werden lassen. 

Vorurteil Nr. 9: „Eine BU nützt mir nichts, wenn ich noch andere Jobs ausüben kann.“

Manche Versicherer und auch die gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsrente verweisen – bevor sie leisten – eine berufsunfähige Person, die ihren gewohnten Beruf nicht mehr ausüben kann, auf einen anderen zumutbaren Beruf, welcher den Kenntnissen und Fähigkeiten der Person entspricht. Und das unabhängig davon, ob in dem Unternehmen, in dem der oder die Betroffene arbeitet, eine solche Stelle frei ist. Im Fachjargon der Versicherungen heißt das: Abstrakte Verweisung.

Einige Versicherer, darunter auch die Hannoversche, verzichten auf die Möglichkeit einer abstrakten Verweisung im Sinne ihrer Kunden. Das heißt, wer beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Hannoverschen hat und berufsunfähig wird, erlebt keine abstrakte Verweisung.

Hier gilt: Ist der Versicherte nicht mehr in der Lage seinem zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen, so erhält er die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Ohne Wenn und Aber.

Vorurteil Nr. 10: „Eine Berufs­unfähig­keits­versicherung ist doch viel zu teuer.“

Zugegeben, ganz günstig ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht, wenn man sie beispielsweise mit einer Hausrat- oder Haftpflichtversicherung vergleicht. Aber, bedenken Sie, was Sie mit einer BU-Versicherung erreichen: Sie sichern Ihre Arbeitskraft und damit Ihren finanziellen Lebensstandard ab. Denn die meisten sind auf das Einkommen angewiesen, das sie durch ihre Berufstätigkeit erhalten.

Wichtig: Die Beitragshöhe für eine Berufsunfähigkeitsversicherung richtet sich nach Laufzeit, Versicherungs­summe, Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherungs­nehmer­s. Rechnen Sie einfach mal unverbindlich mit unserem Rechner aus, wie hoch Ihr Beitrag ausfallen würde.

Foto: © Aaron Amat