Selbstständig und plötzlich berufsunfähig?

Gründer und Selbstständige sind gefordert. Wenn sie nicht selber vorsorgen, macht es keiner! Nur die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) springt ein, wenn man das eigene Unternehmen wegen Krankheit oder nach einem Unfall nicht mehr führen kann. Egal, ob Sie einen Ein-Personen-Betrieb oder eine kleine Firma mit Angestellten führen; Ohne vorrausschauende Eigeninitiative fällt das Einkommen schnell vollständig aus. Für Selbstständige dauert es dann oft nicht mehr lange, bis sie Sozialleistungen beantragen müssen. Mit einer BU kann man sich absichern. Wir zeigen, worauf gerade Selbstständige achten müssen.

Für wen lohnt sich die Berufs­unfähig­keits­versicherung besonders?

Grundsätzlich gilt: jeder kann berufsunfähig werden – und im Laufe des Lebens wird es statistisch gesehen jeder Vierte. Büromenschen sind davon genauso betroffen wie Arbeiter. Freiberufler und andere Selbstständige sind sogar ganz besonders gefährdet, weil bei ihnen die eigene Arbeitskraft oft die Basis für den unternehmerischen Erfolg bildet. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist somit für Selbstständige eigentlich ein „Muss“ – und praktisch genauso wichtig wie die Kranken- oder Privathaftpflicht­versicherung.

Dabei gilt, je früher Sie sich absichern, desto günstiger. Die Beiträge steigen mit dem Alter, weil das Risiko, berufsunfähig zu werden, mit dem Alter ebenfalls steigt. Weil die Aufwendungen zur BU-Versicherung als Sonderausgaben gelten, kann man sie steuerlich geltend machen. Während normale Arbeitnehmer und Beamte bis zu 1.900 Euro absetzen können, sind es bei Selbstständigen bis zu 2.800 Euro. Allerdings sind bei der Grenze auch die Beiträge für andere Versicherungen mit einzurechnen, sodass am Ende selten alle Beiträge von der Steuer abgehen.

Ab wann gilt man als berufsunfähig?

Die meisten Versicherungen leisten, sobald man seine gewohnten Tätigkeiten zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Die Ursache spielt dabei keine Rolle, körperliche Krankheiten sind genauso abgedeckt wie psychische Probleme, Invalidität oder Unfallfolgen. Nach einer Prüfung durch den Versicherer fließt die vereinbarte monatliche Rente aufs Konto. Wichtig: Für Selbstständige gibt es häufig eine Besonderheit, die vorsieht, dass geprüft wird, ob durch eine zumutbare Umorganisation das Weiterarbeiten möglich ist. Die Betonung liegt dabei auf zumutbar.

Die Fallstricke: Darauf sollten Sie achten

Einige vertragsrechtliche Punkte sind vor allem für Selbstständige entscheidend. Die wichtigsten im Überblick:

Verzicht auf die abstrakte Verweisung

Achten Sie darauf, dass die sogenannte abstrakte Verweisung in jedem Fall ausgeschlossen ist. Nur dann ist sichergestellt, dass es ausschließlich um den Beruf geht, den Sie zuletzt ausgeübt haben. Ansonsten prüft die Versicherung, ob Sie vielleicht noch in der Lage sind, irgendeine andere Tätigkeit auszuüben. Sollte das der Fall sein, müssen sie diese annehmen – und die Rente fließt nicht.

Flexible Anpassung

Das Leben ändert sich, ihre Versicherung sollte sich ebenfalls anpassen lassen. Wichtig ist, dass sich die Rente erhöhen lässt, zum Beispiel bei einschneidenden Lebensereignissen wie der Geburt eines Kindes, Heirat, einem Einkommenssprung von mindestens 10 Prozent, beim Kauf und der Finanzierung einer Immobilie. Bei der Hannoverschen nennt sich dieser Passus „Nach­versicherungs­garantie“ und ermöglicht Ihnen auch eine automatische Erhöhung des Rentenniveaus alle 5 Jahre ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Verkürzter Prognosezeitraum

Manche Tarife verlangen eine ärztliche Prognose von 24 oder mehr Monaten, um eine Berufsunfähigkeit geltend machen zu können. Die besten Versicherer verkürzen den überschaubaren Zeitraum auf 6 Monate.

Weltweiter Schutz

Auch im Urlaub oder auf Dienstreise kann etwas passieren. Nur mit weltweitem Schutz sind Sie auch in diesen Fällen abgesichert.

Familienbonus

Viele Selbstständige gründen neben der eigenen Firma auch eine Familie. Weil Familienmenschen statistisch gesehen seltener berufsunfähig werden, profitieren sie bei einigen Versicherungen von spürbar niedrigeren Beiträgen.

Alternativen zur Berufs­unfähig­keits­versicherung

Leider wird die BU für manche Antragsteller tatsächlich zu teuer oder gar nicht erst gewährt. Das geschieht etwa bei schwerwiegenden Vorerkrankungen, im höheren Alter oder bei der Ausübung von besonders risikoreichen Berufen.

Die einfachste Absicherung ist dann die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU). Wenn auch diese nicht infrage kommt, muss ein individuelles Schutzpaket für Sie geschnürt werden, wobei es auf viele unterschiedliche Faktoren ankommt. Unsere Versicherungsexperten beraten Sie dazu gerne auch persönlich. Nehmen Sie bei Fragen jederzeit Kontakt zu uns auf!

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