Kurz erklärt: Was ist eigentlich die Rentenlücke?

In Talkshows, in der Werbung, in Zeitungen, Zeitschriften und Ratgeberheften taucht sie auf, bei jeder Rentenreform spielt der Begriff eine zentrale Rolle: Die Rede ist von der sogenannten Renten- oder manchmal auch Vorsorgelücke. Doch was ist damit gemeint? Sind Sie selbst auch betroffen? Und wie soll man am besten darauf reagieren? Antworten zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit.

Im Alter fehlt fast jedem Geld

Wer über die Rentenlücke spricht, muss sich zuerst einmal darüber klarwerden, was der Begriff bedeutet. Laut einer populären Definition bezeichnet man mit Rentenlücke die Differenz zwischen dem letzten Gehalt als Berufstätigem und dem Geld, das man als gesetzliche Rente bezieht.

Doch um den Alters-Fehlbetrag wirklich klar herauszuarbeiten, sollten Sie genauer rechnen. Mit einbezogen werden müssen dann auch individuelle Zusatz-Einnahmen aus betrieblicher und privater Altersvorsorge.

Und auch mögliche Kosteneinsparungen im Alter gehören mit in die Rechnung. Zum Beispiel, weil das Haus endlich abbezahlt ist und Sie mietfrei wohnen können.

In einem Punkt sind sich alle Altersvorsorge-Experten einig: Mit der staatlichen Rente allein wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, den gewohnten Lebensstandard zu halten. Jeder von uns sollte handeln!

Die eigene Rentenlücke berechnen

Als Faustregel gilt: Man nimmt den im Alter erwarteten, monatlichen Finanzbedarf und zieht die voraussichtlichen Einnahmen davon ab. Leider spielen auch viele Unbekannte mit in diese Rechnung. Wer kann schon sagen, wie sich der eigene Finanzbedarf über die nächsten Jahre und Jahrzehnte entwickeln wird? Je länger der zu berechnende Zeitraum ist, desto schwerer wird die konkrete Planung. Eine Lösung liegt darin, den einmal errechneten Bedarf in regelmäßigen Abständen zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Eine zusätzliche Herausforderung ergibt sich bei Einmal-Auszahlungen. Während man bei lebenslangen Renten sicher sein kann, dass sie auch in Zukunft jeden Monat fließen, stellen sich hier durchaus Fragen.

Auch wenn es verschiedene Modelle gibt, hohe Summen etwa aus einer Kapitallebens­versicherung auf die weitere Lebenserwartung umzurechnen, ist durchaus knifflig.

Immerhin lassen sich Faktoren wie die Steuerlast und Inflationsraten der Zukunft mit den aktuellen Annahmen relativ gut nähern. Die Situation in Deutschland ist und bleibt vermutlich auch weiterhin stabil.

Schon früh ansparen, lange profitieren

Für alle, die später auf nichts verzichten möchten, gilt: möglichst früh die Altersvorsorge in die eigenen Hände nehmen. Die selbst genutzte Immobilie ermöglicht mietfreies Wohnen, eine Riester-Rente zum Beispiel sorgt dank starker, staatlicher Zuschüsse und Steuervorteile dafür, dass Sie günstig ansparen und im Alter spürbar profitieren können.

Auch der relativ neue, gesetzliche Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) öffnet den Weg zu einer weiteren, hoch attraktiven Zusatzrente. Ein besonderer Vorteil, den sonst keine Rente hat: Sie können sich die bAV wahlweise auf einen Schlag oder lebenslang pro Monat auszahlen lassen. Diese Flexibilität bietet kein anderes Rentenprodukt.

Für Selbstständige und Beamte ist vor allem die Rürup-Rente interessant. Und wer auf einen langen Zeitraum hin spart, sollte die Chancen einer privaten Rentenversicherung, einer fondsgebundenen Rentenversicherung (auch Fondsrente genannt) oder der weiter oben schon erwähnten Kapitallebens­versicherung nutzen.

Für welche Art der Vorsorge Sie sich auch entscheiden, eines ist bei allen gleich: Je eher Sie anfangen, für das Alter vorzusorgen, desto besser. Schließlich wächst jeden Monat das angesparte Kapital – und damit auch die Auszahlsumme, die Ihren Lebensabend noch etwas schöner gestalten kann.

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