Vom Blitz getroffen - Volltreffer aus der Kumuluswolke

Es gibt Pechsträhnen, die scheinbar niemals enden. Zum Beispiel die des Amerikaners Roy Sullivan. Der Mann wurde sage und schreibe achtmal vom Blitz getroffen – und überlebte. Dennoch starb er keines natürlichen Todes. Woran er starb? Kleiner Spoiler: Ein Blitz war es nicht...

Unheil von oben

Das Unangenehme am Unglück ist die Tatsache, dass es völlig überraschend zuschlägt. Es ereilt uns blitzartig und ohne Vorwarnung. Ein Beispiel? Gerne. Nehmen wir die Gefahren bei Gewitter. Genauer: den Blitz. Mit 145.000 Stundenkilometern rasen rund 20.000 Ampere in Richtung Boden und leuchten dabei gleißend hell. Rund 50 solcher Blitze treffen die Erde – pro Sekunde! Die Anzahl tödlicher Unfälle mit Menschen ist dabei nicht sonderlich groß. Im Durchschnitt sterben vier Menschen in Deutschland jährlich an einem direkten Blitzschlag, etliche weitere werden verletzt. Bevor Sie nun weiterklicken und sich allzu sicher fühlen: Denken Sie an Roy Sullivan.

Die vergebliche Flucht vor dem Blitz

Absoluter Rekord: Ein Amerikaner überlebte acht Blitzschläge. Unsterblich war er dennoch nicht. Absoluter Rekord: Ein Amerikaner überlebte acht Blitzschläge. Unsterblich war er dennoch nicht.

Der US-Amerikaner arbeitete im Jahr 1942 als Park Ranger im Shenandoah-Nationalpark in den Blue Ridge Mountains. Am späten Nachmittag eines warmen Tages im April flüchtete er vor einem nahenden Gewitter in ein Gebäude, in den Millers-Head-Feuerturm. Hätte er ahnen können, dass ihn der Blitz dort treffen würde? Die Frage ist müßig. Der Blitz fand ihn, traf ihn und streckte ihn zu Boden. Den Tod fand Sullivan nicht, er verlor bei dem Treffer aber einen Zeh. Warum ist dieser Mann nun erwähnenswert? Weil dieser Angriff aus der Wolke gegen alle Wahrscheinlichkeit nicht sein erster war. Und auch nicht sein letzter bleiben sollte.

Grenzen der Mathematik

Man könnte meinen, Sullivan hätte sich nun sicher fühlen können, zumindest sicherer. Denn die Wahrscheinlichkeit, zum zweiten Mal vom Blitz getroffen zu werden, ist noch wesentlich geringer als ein Treffer aus der Kumuluswolke. So fuhr er – 27 Jahre nach dem Blitzeinschlag vom Millers-Head-Feuertum – auf dem Skyline Drive durch ein ordentliches Unwetter. Warum sollte es ausgerechnet mich noch einmal treffen, mag er sich gedacht haben, als ein Blitz in einen Baum auf der linken Straßenseite einschlug und von dort in einen Eukalyptusbaum auf der anderen Seite übersprang.

Nicht einmal der faradaysche Käfig half

Ahnen Sie, wer seinen Wagen (Stichwort: faradayscher Käfig) genau in diesem Moment zwischen diese beiden Bäume lenkte? Genau. Sullivan wurde diesmal in den Kopf getroffen, als der Blitz durchs rechte (offene!) Seitenfenster eindrang und durchs linke (ebenfalls offene) Seitenfenster wieder hinausfuhr. Er verlor sämtliche Haare und das Bewusstsein (nicht aber sein Leben) und kam mit seinem Wagen kurz vor einem Abgrund zum Stehen. Merke: Autos sind nur dann vor Blitzen sicher, wenn die Fenster geschlossen sind.

Sicherheit ist trügerisch

Was wir von Roy Sullivan lernen können? Dass wir uns entgegen aller Wahrscheinlichkeit nicht vorschnell in Sicherheit wiegen sollten, zum Beispiel. Denn Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – das leichtfertige Spiel mit dem Risiko ist ein allzu gefährlicher Sport. Wenn Sie sich trotzdem darauf einlassen möchten – bitte sehr. Nur nehmen Sie folgenden Tipp mit auf den Weg: Sorgen Sie stets dafür, dass Sie einen verlässlichen Partner an Ihrer Seite haben, der Ihnen im Fall des Falles helfen kann.

Der erste Treffer zählt nicht

Im Fall unseres wackeren Park Rangers kann es sich nur um einen Schutzengel gehandelt haben, anders ist seine Vita nicht zu erklären. Denn ob Sie es glauben oder nicht: Der arme Mensch wurde im Laufe seines Lebens achtmal vom Blitz getroffen. Das Guinness-Buch der Rekorde zählt im Übrigen „nur“ sieben Treffer, weil eine Begegnung mit der himmlischen Hochspannung nicht durch unabhängige Augenzeugen dokumentiert wurde. Bei diesem ersten Mal – er war damals noch ein Kind und mähte mit seinem Vater gerade ein Feld – fuhr ihm der Blitz in die Sense und von dort in den Boden.

War es Selbstmord?

Sullivan hat alle Volltreffer überlebt. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit und wohl nur dank eines hellwachen himmlischen Beistands. Auf ein derartiges Glück sollten Sie sich aber nicht verlassen. Denn für gewöhnlich sind die energiegeladenen Grüße aus den Kumuluswolken tödlich. Woran Sullivan dann gestorben ist, fragen Sie sich? Traurige Geschichte. Der „Blitzableiter von Virginia“, wie ihn Medien zwischenzeitlich nannten, wurde im Bett von einer Kugel Kaliber 22 in den Kopf getroffen. Ob es Selbstmord war oder ob seine (neben ihm schlafende) Frau die Waffe abgefeuert hat, ist bis heute unklar.

Wenn Sie Ihr eigenes Wohlergehen und das Ihrer Nächsten aber nicht allein in die Hände von Schutzengeln legen wollen, möchten wir Ihnen eine Alternative anbieten. Denn mit einer Risiko­le­bens­versicherung zur Absicherung Ihrer Familie liegen Sie immer richtig.

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Fotos: ©dpa Picture Alliance (40007534); GettyImages (1060769448)