Frühjahrsputz im Garten

Der Frühling hat begonnen. Während das öffentliche Gesellschaftsleben auf der ganzen Welt gerade einer gesundheitlich notwendigen Zwangspause unterworfen ist, beginnt sich in der Natur ungehindert neues Leben zu entfalten. Nachdem die ersten Frühlingsblumen erblüht und die frühblühenden Sträucher bereits verblüht sind, hat vielerorts die Brut- und Setzzeit angefangen, welche den Schutz brütender Feder- und Kleintiere markiert. Ein idealer Zeitpunkt für alle Gartenliebhaber oder Balkonbesitzer, ihren Lieblingsort im Freien für die neue Saison vorzubereiten. Wir erläutern, welche Gartenarbeiten jetzt anstehen.

Ab nach draußen

Sobald die Sonnenstrahlen länger und wärmer werden, die Nachttemperaturen nicht unter den Gefrierpunkt fallen und die Uhren einmal mehr auf die Sommerzeit umgestellt sind, heißt es für alle Hobbygärtner unter uns: Ab nach draußen und den Garten aufhübschen! Wer keinen eigenen Garten, dafür einen Balkon oder eine kleine Terrasse hat, ist ebenso aufgefordert, mit den Arbeiten zu beginnen.

Beete kultivieren

Sobald der Boden frostfrei ist, ist es an der Zeit, in den Beeten Kompost oder Humus einzuarbeiten und sie mit frischer, durchlässiger Erde anzureichern. Nun können Pflanzen, die auch kühlere Temperaturen vertragen, zum Beispiel Nutzpflanzen wie Salate, Kohlarten oder Rettich angepflanzt werden. Aber auch nährstoffbedürftige Zierpflanzen, wie Osterglocken, Tulpen oder Hyazinthen können gesetzt werden. Sie benötigen meist einen zusätzlichen mineralischen Dünger, der im April, spätestens aber im Mai aufgebracht, jedoch nur sparsam verwendet werden sollte. In Kräutergärten können jetzt die ersten Kräuter ausgesät werden, beispielsweise Minze oder Basilikum.

Gemüse anpflanzen

Manche Gemüsesorten, darunter Gurken und Tomaten, sollten unbedingt an einem sonnigen, warmen Ort im Haus vorgezogen werden, bevor sie erst Mitte Mai, traditionell nach den Eisheiligen, für Außentemperaturen geeignet sind. Gurken- wie Tomatenpflanzen sind sogenannte Starkzehrer, was bedeutet, dass sie dem Boden besonders viele Nährstoffe entziehen. Aus diesem Grund benötigen sie regelmäßige Düngung, beispielsweise durch einen organischen Gemüsedünger oder selbst hergestellte Pflanzenjauche. Besonders wichtig bei Tomatenpflanzen: Sie müssen vor Regen und Wind geschützt werden. Wer über mehrere Jahre hinweg Gemüse im selben Beet anpflanzen möchte, sollte sich unbedingt einen Pflanzplan machen, denn die Einhaltung der Fruchtfolge ist wichtig für die Beanspruchung des Bodens. Das bedeutet, dass Nutzpflanzen in vier Gruppen mit unterschiedlichen Nährstoffbedarfen eingeteilt werden, wobei man zwischen Starkzehrern, Mittelzehrern, Schwachzehrern und Gründüngung unterscheidet. Pflanzen derselben Gruppe können zwar in einem Beet, jedoch in unterschiedlichen Flächen angepflanzt werden. Diese sollten jährlich gewechselt werden, um den Boden verschiedenartig zu beanspruchen.

Kernobstgehölze zurückschneiden oder anpflanzen

Obstgehölze wie Apfel-, Birnen- oder Quittenbäume vertragen den Rückschnitt bei kühleren Temperaturen bis ca. minus 5 Grad Celsius gut. Gehen die Temperaturen noch stärker zurück, ist Vorsicht geboten, denn das Holz ist empfindlich und kann leicht spröde und brüchig werden, was die Gefahr erhöht, junge Triebe zu verletzen. Während diese Kernobstsorten zugeschnitten werden, bevor sie Blätter austreiben, darf ein Rückschnitt bei Steinobstgehölzen erst nach der Erntezeit im Sommer erfolgen; Das Holz ist allgemein anfälliger für Krankheiten. Wer Kernobst neu pflanzen will, hat jetzt ebenfalls einen geeigneten Zeitpunkt mit gemäßigten Temperaturen abgepasst. Zu beachten ist dabei, dass Kernobst stets einen zweiten Befruchter derselben Sorte benötigt, um einen guten Ertrag abzuliefern. Dafür bietet der Handel entweder sogenannte Duo-Spaliere, bei denen zwei Obstgehölze derselben Sorte gegenüberliegend angepflanzt sind. Alternativ achtet man darauf, dass sich im Umkreis von ca. 800 Metern – das ist der Radius, in dem sich Bienen als Bestäuber bewegen – ein zweiter geeigneter Befruchter befindet. 

Rasen pflegen und bearbeiten

Wer einen Garten mit Rasenfläche hat, sollte sich im April an die Grünflächenpflege machen. Dazu wird der trockene Rasen zunächst von Unkraut, Moos und Laub befreit. Anschließend muss er gemäht werden, bevor der Boden mit einem Vertikutierer oder einer Harke gelockert und belüftet wird. Beim Vertikutieren scheiden sich die Geister: Während manche Hobbygärtner die Meinung vertreten, regelmäßiges Düngen allein reiche vollkommen aus, sind andere überzeugt, dass der Vorgang notwendig sei, um einen perfekt gepflegten Rasen in sattem Grün erstrahlen zu lassen. Wichtig zu wissen ist, dass Vertikutieren als einzige Pflegemaßnahme nicht ausreicht. Denn Moosbefall zum Beispiel kann auch an Böden mit geringen PH-Werten liegen. Hier kann ein entsprechend kalkhaltiger Dünger Abhilfe schaffen, jedoch nur, wenn vorher eindeutig geklärt wurde, dass der Moosbefall tatsächlich an einem sauren Boden liegt. Wenn eine Messung des PH-Wertes ergibt, dass der Boden nicht sauer ist, kann Mooswuchs auch an Verkrustungen der Bodenoberfläche liegen. In dem Fall hilft leichtes Aufrauen des Bodens und die Einarbeitung von Gesteinsmehl, das den Boden mit mineralischen Spurenelementen versorgt und ihn widerstandsfähiger gegen Schädlinge macht. An kargen Grasstellen sollte nachgesät und zusätzlich mit einem organischen Dünger gedüngt werden, damit sich das Rasengrün voll entfalten kann.

So vielfältig die Aufgaben im Frühling für Hobbygärtner und Naturliebhaber auch sein mögen, so sehr dankt es der Garten im Verlauf des Jahres. Denn gut vorbereitete Pflanzen wachsen und gedeihen prächtig und bringen viel Freude. Wir wünschen viel Spaß beim Gärtnern und noch mehr beim Genießen Ihrer Wohlfühloase! 

Foto: © grki