Jahresrückblick 2013: nicht nur aus Versicherersicht ein bewegtes Jahr

23. Dezember 2013 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (Bisher keine Bewertungen)

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Ein ereignisreiches Jahr 2013 neigt sich dem Ende zu. Jetzt ist es Zeit für die Hannoversche, dieses Jahr Revue passieren zu lassen und noch einmal kurz zurückzublicken, bevor uns 2014 vor neue Herausforderungen stellt. Was hat sich in diesem Jahr in der Versicherungsbranche getan? Was hat die Deutschen und die Welt bewegt? Welche Schlagzeilen beherrschten die Tageszeitungen, Internetmedien und die Berichterstattung im Fernsehen?

In der Versicherungsbranche gab es im Jahr 2013 einige grundlegende Änderungen, die noch weit über das Jahr 2013 hinaus weitreichende Folgen mit sich bringen werden. Diese möchten wir noch einmal im kurzen Rückblick betrachten.

Die SEPA-Einführung: Ablösung der altbewährten Überweisung und Lastschrift

Ab dem 1. Februar 2014 wird es soweit sein: Die SEPA-Produkte lösen die Überweisung und das Lastschriftverfahren, wie man sie in Deutschland bisher kannte, ersatzlos ab. Bereits im Jahr 2013 begannen vor allem bei Unternehmen die Vorbereitungen auf die Umstellung aller angeschlossenen Systeme. Das neue SEPA-System, bei dem Überweisungen und Lastschriften mithilfe von IBAN und BIC anstelle von Kontonummer und Bankleitzahl durchgeführt werden, hat vor allem das Ziel, den innereuropäischen Zahlungsverkehr anzugleichen. Viele Unternehmen haben ihre Kunden bereits seit der zweiten Jahreshälfte 2013 darüber informiert, dass das Lastschriftverfahren umgestellt wird. Noch immer haben jedoch längst nicht alle Unternehmen die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um den Zahlungsverkehr ab Februar 2014 sicherstellen zu können.

Auch für den Verbraucher wird die Einführung von SEPA Folgen haben: Da das Lastschriftverfahren für Händler komplizierter und risikoreicher wird, planen insbesondere viele Onlinehändler, das praktische Lastschriftverfahren als Bezahlmethode abzuschaffen.

Die Unisextarife: identische Beiträge für Mann und Frau

Die Grundlage für die Unisextarife wurde eigentlich schon im Dezember 2007 gelegt. Die Europäische Union verabschiedete damals eine Gleichstellungsrichtlinie zum Thema Unisextarife für Versicherungen. Bis zum 21. Dezember 2012 galten jedoch noch Ausnahmeregelungen, die die ungleiche Behandlung von Frauen und Männern hinsichtlich der Beitragssätze in Versicherungen duldeten. Seit Ende 2012 ist damit Schluss und eine Vielzahl von Versicherungsbeiträgen musste angepasst werden. Dies betrifft insbesondere folgende Versicherungsarten, in denen sich die Beiträge geschlechterspezifisch unterschieden:

  • Private Krankenvoll- und Krankenzusatzversicherungen
  • Private Rentenversicherungen
  • Pflegerentenversicherungen
  • Pflegezusatzversicherungen (Absicherung von Pflegetagegeld)
  • Lebensversicherungen
  • Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • Kfz-Versicherungen
  • Unfallversicherungen
  • Sterbegeldversicherungen
  • Betriebliche Altersvorsorge

Bisher zahlten die Frauen in diesen Tarifen aufgrund ihrer statistisch gesehen höheren Lebenserwartung teilweise wesentlich höhere Beiträge als Männer. Im Zuge der Angleichung wurden die Beiträge der Männer nun um einiges teurer. Bei den Beiträgen der Frauen wurden nur geringe Anpassungen nach unten vorgenommen, sodass insgesamt eine Angleichung erreicht wurde. Bei wenigen Versicherungsarten, beispielsweise bei der Lebensversicherung, der Unfallversicherung oder der Kfz-Versicherung ist es hingegen umgekehrt: Männer zahlen jetzt weniger, Frauen hingegen mehr.

Das Hochwasser in Mitteleuropa: Schäden in Milliardenhöhe

Leider war Deutschland ebenso wie sechs weitere mitteleuropäische Länder in diesem Jahr auch Opfer einer Naturkatastrophe von riesigem Ausmaß. Starke Regenfälle führten Ende Mai 2013 dazu, dass in zahlreichen deutschen Bundesländern Flüsse über die Ufer traten. Besonders schwer betroffen waren die Bundesländer Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. In über 50 Landkreisen wurde der Katastrophenalarm ausgerufen, sodass Anfang Juni die Bundeswehr Hilfe leisten konnte. Die Schäden in Deutschland betrugen Schätzungen zufolge rund 6,68 Mrd. Euro.

Die Opfer der Flutkatastrophe wurden von Bund und Ländern zwar finanziell unterstützt und konnten auf die große Spenden- und Hilfsbereitschaft der Deutschen zählen. Dennoch entstand der Versicherungswirtschaft ein versicherter Schaden von beinahe zwei Mrd. Euro, wie der GDV im Juli 2013 berichtete. Über 180.000 versicherte Schäden wurden gemeldet, also sogar 30.000 Schäden mehr als bei der Elbeflut im Jahr 2002. Betroffen waren dieses Mal auch viele versicherte Gebäude, die sich nicht in der unmittelbaren Nähe zu größeren Flüssen befanden. Positiv zu vermelden war allerdings, dass heute deutlich mehr Gebäude in Deutschland gegen Naturgefahren versichert sind als noch 2002.

Hagelschäden in Baden-Württemberg

Eine weitere Naturkatastrophe folgte Ende Juli und traf erneut Zehntausende Haushalte mit schweren Schäden. Ein schwerer Hagelsturm fegte über Baden-Württemberg hinweg und hinterließ einen Schaden von schätzungsweise 600 Mio. Euro. Damit ging das Naturereignis als zweitgrößtes Hagelereignis in Deutschland in die Geschichte ein – nur der Hagel in München 1984 führte zu einem noch größeren Schaden. Zehntausende Gebäude wurden 2013 stark beschädigt oder sogar vollständig zerstört.

Weitere für die Versicherungsbranche wichtige Ereignisse

Das Jahr 2013 brachte noch weitere Ereignisse und Neuerungen mit sich, die für die Versicherungsbranche, aber auch für die Verbraucher durchaus eine wichtige Bedeutung haben. Die folgenden Neuerungen haben die Branche bewegt:

  • Wegfall der Praxisgebühr: Seit dem 1. Januar 2013 müssen die Versicherten in Arztpraxen keine Praxisgebühr mehr bezahlen. Für Erkrankte bedeutet dies, dass sie bis zu 40 Euro pro Jahr an Gebühren einsparen können. Zugleich erhalten sie das Recht zurück, einen Facharzt selbst zu konsultieren, ohne zuvor zwingend einen Hausarzt aufsuchen zu müssen. Dies gilt auch für den Besuch beim Zahnarzt. Die kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) konnte feststellen, dass direkt im ersten und zweiten Quartal 2013 die Anzahl der Zahnarztbesuche wieder deutlich anstieg.
  • Änderungen bei Minijobs: Durchaus mit Aufmerksamkeit verfolgt wurde in der Presse die Anhebung der Verdienstgrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungen. Bisher konnte man mit einem Minijob maximal 400 Euro im Rahmen der Pauschalbesteuerung verdienen. Seit dem 1. Januar 2013 wurde diese Verdienstgrenze auf 450 Euro angehoben. Ebenfalls neu ist, dass geringfügig Beschäftigte ebenfalls seit Beginn des Jahres 2013 grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind. Sie können sich hiervon auf eigenen Wunsch befreien lassen. Bisher war der Arbeitnehmer im Gegensatz dazu grundsätzlich nicht rentenversicherungspflichtig, es sei denn, er wünschte ausdrücklich die Aufstockung der Beiträge.
  • Anstieg der Beitragsbemessungsgrenzen: Die Beitragsbemessungsgrenze für die allgemeine Rentenversicherung stieg im Vergleich zu 2012 um 200 Euro auf 5.800 Euro an (West). In den neuen Bundesländern erhöhte sie sich um 100 Euro auf 4.900 Euro. Für die gesetzliche Krankenversicherung steigerte sich die Versicherungspflichtgrenze auf 4.350 Euro monatlich.
  • Änderung der Beitragssätze in der Sozialversicherung: Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung wurden 2013 von 1,95 auf 2,05 Prozent angehoben. Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung hingegen sank um 0,7 Prozent auf 18,9 Prozent.

Was die Deutschen 2013 noch bewegte

Natürlich hatten die Schlagzeilen des Jahres 2013 viele weitere Höhepunkte zu bieten. Erinnern Sie sich beispielsweise noch an folgende Ereignisse:

I. Quartal 2013: „Wir sind nicht mehr Papst“

Im Februar 2013 ereilte die Medien die völlig überraschende Meldung, dass Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt bekannt gegeben habe. Zuvor war dies zum letzten Mal im Jahr 1294 geschehen. Bereits am 12. März begann das Konklave und nur einen Tag später konnte der Argentinier Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst bestätigt werden.

II. Quartal 2013: von Vetternwirtschaft, Amigos und dem Bayerischen Landtag

Im April 2013 kam ans Tageslicht, dass 79 bayerische Abgeordnete entgegen eines entsprechenden Verbots Ehepartner und nahe Verwandte auf Kosten des Staates angestellt hatten. In die Medien ging dieses Ereignis als Amigo-Affäre oder auch Verwandtenaffäre ein. Da die Affäre zunächst bei CSU-Mitarbeitern entdeckt wurde, gerieten diese besonders in die Kritik. Später stellte sich allerdings heraus, dass auch Landtagsmitglieder der SPD und der Grünen darunter vertreten waren.

III. Quartal 2013: Edward Snowden, Bundestagswahl und Betreuungsgeld

Im Juni 2013 veröffentlichte der US-Amerikaner Edward Snowden geheime Dokumente der Geheimdienste und gab dazu dem Guardian ein Interview. Das Ausmaß der Spähaffäre wurde jedoch erst später wirklich sichtbar. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich ein faustdicker Skandal. Dieser gipfelte schließlich sogar in der Abhörung der Mobiltelefone zahlreicher Staatsoberhäupter, darunter auch von Bundeskanzlerin Merkel. Snowden befindet sich bis heute im russischen Exil, da er per internationalem Strafbefehl gesucht wird.

Parallel zur Spähaffäre gab es im dritten Quartal weitere wichtige Ereignisse, die nicht unerwähnt bleiben sollen:

  • Bundestagswahl: Am 22. September 2013 wählten die Deutschen den Deutschen Bundestag. Mit 41,5 Prozent der Zweitstimmen erreichten CDU und CSU eine überwältigende Mehrheit, die die Kanzlerin Merkel in ihrem Amt bestätigte. Der große Verlierer der Wahl war die FDP, die es mit nur 4,8 Prozent der Stimmen zum ersten Mal seit der Gründung der BRD nicht in den Deutschen Bundestag schaffte. Da die FDP als Bündnispartner für die CDU/CSU ausschied, begannen die Verhandlungen der CDU/CSU mit der SPD über die Bildung einer Großen Koalition. Diese Verhandlungsgespräche sind bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen und die Regierungsbildung dauert noch immer an.
  • Gustl Mollath: Auch der Fall des Gustl Mollath war im Jahr 2013 ein fester Bestandteil der Berichterstattung. Der seit 2006 in verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen zwangsuntergebrachte Mann wurde aufgrund der Äußerungen seiner Ehefrau eingewiesen, die sich damit vor der Aufdeckung von Schwarzgeldverschiebungen zu schützen suchte. Nachdem jahrelang für die Aufklärung gekämpft wurde, erkannte das Oberlandesgericht Nürnberg an, dass damals Beweise gefälscht worden waren. Es ordnete am 6. August 2013 an, dass das Verfahren wieder aufgenommen werden sollte. Gustl Mollath wurde mit sofortiger Wirkung in die Freiheit entlassen.
  • Betreuungsgeld: Obwohl Gegner zuvor alles versuchten, um das als „Herdprämie“ verschriene Betreuungsgeld zu kippen, wurde es zum 1. August 2013 eingeführt. Der Staat honoriert damit die Leistungen von Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, ohne eine Kindertagesstätte in Anspruch zu nehmen. Der Bezug von 100 Euro bzw. ab August 2014 150 Euro monatlich ist im zweiten und dritten Lebensjahr des Kindes möglich.
  • Geburt von Prinz George: Prince George Alexander Louis of Cambridge wurde am 22. Juli 2013 in London geboren und ist das gemeinsame Kind des britischen Prinzen William und seiner Frau Catherine. Das von den Medien sehnsüchtig erwartete „Royal Baby“ ist nach dem Prince of Wales Charles und dem Duke of Cambridge William der dritte in der britischen Thronfolge.

IV. Quartal 2013: „Protz-Affäre“, Supertaifun Haiyan, Formel 1 und Nelson Mandela

Auch in den vergangenen zwei Monaten ist viel passiert. Dem deutschen Formel 1 Rennfahrer Sebastian Vettel gelang es am 27. Oktober 2013, erneut vorzeitig die Formel 1 Weltmeisterschaft für sich zu entscheiden. Damit gewann er bereits die vierte Weltmeisterschaft in Folge.

Schwere Imageschäden musste im Oktober hingegen die katholische Kirche hinnehmen. Nachdem im Juni 2013 die neue Bischofsresidenz des Limburger Bischofs geweiht wurde, wurde bekannt, dass sich die Gesamtkosten auf mehr als zehn Mio. Euro beliefen. Das Gebäude war scheinbar mehr als viermal so teuer wie geplant. Ungeahnte Ausmaße nahm die „Protz-Affäre“ allerdings an, als im Oktober bekannt gegeben wurde, dass das Objekt tatsächlich etwa 31 Mio. Euro gekostet hätte. Es folgten der Strafbefehl gegen Bischof Tebartz-van Elst aufgrund einer falschen eidesstattlichen Aussage, der später eingestellt wurde, eine große Welle an Kirchenaustritten und die durch den Papst verhängte „Auszeit“ für den Bischof. Bislang ist seine Zukunft noch ungewiss.

Am 7. November 2013 fegte der Supertaifun Haiyan über die Philippinen hinweg. Er kostete rund 5.500 Menschen das Leben. Millionen Menschen haben seitdem kein Dach mehr über dem Kopf. Experten schätzen die entstandenen Schäden auf rund 14,5 Mio. Dollar.

Trauer hängt derzeit über Südafrika: Am 5. Dezember 2013 verstarb Nelson Mandela, der durch seinen Kampf gegen die Apartheid und als erster schwarzer Präsident Südafrikas bekannt wurde. Er ist ein wichtiger Vertreter des gewaltlosen Kampfes und steht in einer Reihe mit Namen wie Martin Luther King oder Mahatma Gandhi. Vor 20 Jahren wurde ihm für seine Bemühungen sogar der Friedensnobelpreis verliehen. Im Alter von 95 Jahren verstarb er vor wenigen Tagen im Kreise seiner Familie. Am 8. Dezember begann die eine Woche lang andauernde Trauerfeier, die Millionen Menschen in die Gotteshäuser Südafrikas und der ganzen Welt brachte.

2013 war ein bewegtes und zugleich bewegendes Jahr und brachte uns sowohl positive Ereignisse und atemberaubende Momente als auch Katastrophen, Skandale und Affären. Wir freuen uns darauf, das kommende Jahr 2014 wieder gemeinsam mit Ihnen meistern zu dürfen. Die Hannoversche wünscht Ihnen einen guten Rutsch, viel Erfolg und Gesundheit für das neue Jahr 2014.

Was war Ihr persönliches Highlight 2013?
Welcher Moment hat Sie besonders bewegt?
Was können uns die Erfahrungen des letzten Jahres für 2014 bringen?

 

Quelle: Bild oben © Coloures-pic – Fotolia.com


Kategorien: Allgemein

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