Autofahren mit Heuschnupfen: Tipps für Allergiker und ob die Kfz-Versicherung zahlt

26. Mai 2014 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (2)

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Welche Konsequenzen hat Heuschnupfen für das Autofahren? Welche Regeln, Vorsichtsmaßnahmen und Tipps sollten Allergiker für den Straßenverkehr beachten? Und wie steht es um Ihren Schutz durch die Kfz-Versicherung, wenn es durch Pollenflug zum Unfall kommt? Die Tage werden langsam länger, die ersten Sonnenstrahlen haben schon Kraft und die Luft riecht nach Frühling. Die Vorfreude auf die warme Jahreszeit ist für Pollenallergiker allerdings getrübt und für etwa 20 Millionen Betroffene beginnt im Frühling das Leid. Niesattacken und juckende Augen beinträchtigen die Lebensqualität und sind oft nur noch mit Medikamenten in den Griff zu bekommen.

Die Zahl der Menschen, die unter Allergien durch Gräserblüte, Pollenflug und Heuschnupfen leiden, steigt von Jahr zu Jahr. Jeder Dritte hat bereits damit zu kämpfen – Tendenz steigend. Für Betroffene ist der Frühling dann die Zeit, in der sie im Straßenverkehr mit vielen Einschränkungen leben müssen. Das Unfallrisiko bei Allergikern wird noch immer unterschätzt. Ob Tierhaarallergie, Lebensmittelunverträglichkeit oder eben Heuschnupfen – die körperliche Beeinträchtigung bei einem Allergieschub kann im motorisierten Verkehr lebensgefährlich werden. Laut ADAC führt ein Nieser bei 50 km/h schon zu 14 Metern Blindflug – Zeit und Raum genug, um einen schweren Unfall zu verursachen.

Um die Symptome zu lindern, greifen Allergiker oftmals zu Medikamenten – sogenannten Antihistaminika. Die Folge vieler dieser Mittel: Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, die dann zulasten der Fahrtüchtigkeit gehen. Mit oder ohne Behandlung: Heuschnupfenallergiker sitzen mit einem erhöhten Unfallrisiko am Steuer. Aber bedeutet das nun, dass Betroffene an schweren Pollenflugtagen das Auto stehen lassen sollten? Allergiker sind nicht unbedingt fahruntüchtig, dennoch sollten Sie sich vor Fahrtantritt selbst einer kritischen Prüfung unterziehen. Wer sich dann ans Steuer setzt, kann einige Regeln beachten und Tipps beherzigen, die die Fahrt trotz Pollenbelastung erleichtern.

Tipps für das Autofahren bei Heuschnupfen

So vielfältig die Symptome wie Niesattacken und Schläfrigkeit bei Allergien sind, so viele Mittel und Wege gibt es, diese zu mildern. Welche helfen dabei aber wirklich und wie kommen Allergiker während der Pollenzeit unfallfrei ans Ziel? Hier finden Sie wertvolle Tipps, damit Ihre Autofahrt nicht mit einer bösen Überraschung endet:

  • Niesanfälle sind die häufigste Unfallursache bei Allergikern. Das größte Problem: Wer schon einmal versucht hat, mit offenen Augen zu niesen, weiß, dass das nicht möglich ist. Niesen bedeutet Kontrollverlust – für einen kurzen Augenblick schließen sich die Augen und Fahrzeugführer schießen blind über die Fahrbahn. Um das Unfallrisiko zu verringern, ist Abstandhalten jetzt erst recht oberstes Gebot. Ein halber Tacho Abstand zum Vordermann und der Nieser endet nicht im Auffahrunfall. Wer bemerkt, dass eine heftige Niesattacke droht, muss runter vom Gas und schnellstmöglich rechts ranfahren.
  • Pollenfilter im Auto sollten für Allergiker zur Basisausstattung gehören. In vielen Fahrzeugen gibt es dieses nützliche Extra längst serienmäßig. Aber auch in älteren Fahrzeugen lässt sich ein solcher Filter leicht nachrüsten. In der einfachen Ausführung verhindert der Filter das Eindringen von Feinstaub, Pilzsporen, Dieselruß und Pollen. Ein Modell mit Aktivkohlefilter kann zusätzlich auch gasförmige Stoffe wie Ozon, Benzol und Gerüche filtern – eine sinnvolle Investition, bedenkt man, dass Duftstoffe zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien gehören. Wer jetzt denkt, es genüge, den Filter einmal einzubauen, um ohne Pollenbelastung zu fahren, der irrt. Die Anlage muss regelmäßig gewartet, gereinigt und in gewissen Abständen ausgetauscht werden. Ideal ist es, den Filter beim Wechsel auf die Sommerreifen auf volle Funktionsleistung prüfen zu lassen. Den ordnungsgemäßen Einbau können Sie im Schadensfall so bei Ihrer Versicherung nachweisen.
  • Eine Sonnenbrille entlastet die gereizten Augen und schenkt entspannte Sicht während der Fahrt. Beim Kauf sollten Autofahrer besonders auf gute Gläser achten, die zu ihrer Sehstärke passen und beim Fahren nicht behindern.
  • Grundsätzlich fährt nur der Allergiker sicher, der sein Auto weitestgehend pollenfrei hält. Kleine Maßnahmen bringen dabei große Wirkung. Der Grundsatz lautet: alle Schotten dicht. Geschlossene Fenster und Türen halten die Pollen draußen. Schalten Sie also die Klimaanlage auf Umluft, wenn Sie Abkühlung brauchen. Lassen Sie die Jacke, die Sie draußen getragen haben, nicht einfach auf dem Sitz liegen – im Kofferraum sind die daran haftenden Pollen besser aufgehoben. Die Sitze sollten regelmäßig gründlich abgesaugt werden – am besten im geschlossenen Raum (z. B. Garage).
  • Jeder, der auf Medikamente wie Antihistaminika angewiesen ist, sollte die Einnahme unbedingt mit dem Arzt absprechen. Hilfreich ist es in jedem Fall, Medikamente am Abend einzunehmen, so ist die damit verbundene Schläfrigkeit morgens bei der Fahrt zur Arbeit schon verflogen.

Übernimmt die Kfz-Versicherung den Schaden, wenn Heuschnupfen zur Unfallursache wird?

Wer mit der Beeinträchtigung Heuschnupfen Auto fährt, sollte wissen, dass das Unfallrisiko so bis zu 30 Prozent höher ist. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es zum Crash kommen.

Allerdings gilt: Wann immer es in der Pollenflugzeit zum Unfall mit Blechschaden kommt – Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung kommt für den Schaden am fremden Fahrzeug auf. Um aber auch mit dem Schaden am eigenen Fahrzeug nicht allein dazustehen, empfiehlt sich der Abschluss einer Vollkaskoversicherung.

Fazit

Für jeden an Heuschnupfen leidenden Teilnehmer am motorisierten Straßenverkehr sollte gelten: Nur wer voll fahrtüchtig ist, setzt sich guten Gewissens hinters Steuer. Eine kritische Selbstkontrolle kann beim Autofahren wahre Wunder wirken. Als Allergiker stellen Sie sich vor Fahrtantritt einige Fragen: Haben meine Medikamente Wechselwirkungen mit anderen Präparaten oder enthalten sie sogar Alkohol? Bei letzterem gilt: Hände weg vom Steuer.

Kann ich die Pollenbelastung im Fahrzeuginneren so reduzieren, dass ich nicht beeinträchtigt bin? Nur wer reflektiert handelt und im Zweifelsfall das Auto stehen lässt, kann sich sicher sein, kein Risiko einzugehen.

 

Quelle: Bild oben © luna – Fotolia.com


Kategorien: Allgemein

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