Der Pflege-Bahr: Warum es sinnvoll ist, die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung abzuschließen

27. März 2014 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (9)

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Was ist der Pflege-Bahr? Warum ist es sinnvoll, einen Pflege Bahr abzuschließen? Welche Rolle spielt die gesetzliche Pflegeversicherung? Warum soll ich mich schon in jungen Jahren um mein späteres Leben sorgen? Ist es sinnvoll, auch im Alter noch eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen? All dies sind Fragen, die sich Menschen stellen, wenn sie mit dem Thema Pflegebedürftigkeit konfrontiert werden. Dieser Artikel soll diese Fragen beantworten.

Mit der Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung als fünfte Säule der staatlichen Sozialversicherung änderte sich die Finanzierung der Pflege grundlegend. Pflegebedürftige sind nun nicht mehr Sozialhilfeempfänger, wenn sie die Kosten ihrer Pflege nicht allein bestreiten können, sondern nutzen Leistungen der staatlichen Sozialversicherung. Den Anspruch auf diese Leistungen erwerben sie durch Beitragszahlungen. Seit Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung im Jahr 1995 zeigt sich jedoch, dass die vom Gesetzgeber festgelegten Leistungen für eine umfassende und würdige Versorgung im Pflegefall nicht ausreichen. Eine Lösung stellen Pflegezusatzversicherungen dar. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Pflege-Bahr, eine am 01.01.2013 eingeführte Pflegezusatzversicherung, an deren Beiträgen sich der Staat mit Zuschüssen beteiligt.

Dank des medizinischen Fortschritts werden die Menschen immer älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland hat sich in den letzten 40 Jahren um etwa zehn Jahre erhöht und diese Entwicklung hält an. Doch nicht alle Menschen haben das Glück, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben. Mit einem langen Leben gehen auch viele Erkrankungen einher. Verschleißerscheinungen oder entzündliche Veränderungen der Gelenke und des Knochenbaus beeinträchtigen die Bewegungsfreiheit. Organische Erkrankungen und nicht zuletzt neurologisch begründete Krankheiten wie Demenz und Morbus Alzheimer tragen auf andere Weise dazu bei, dass ältere Menschen zunehmend eine intensive Pflege benötigen.

5 Gründe, warum eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist

Die folgenden Punkte zeigen auf, warum genau diese Entwicklung den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung oder staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung (Pflege Bahr) empfehlenswert macht und welche anderen Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen:

  • Mit steigender Lebenserwartung wächst das Risiko das staatliche Leistungen nicht ausreichen
    Je jünger Menschen sind, umso höher ist statistisch betrachtet ihre Lebenserwartung. Das Statistische Bundesamt berechnet daher alljährlich die voraussichtliche Lebenserwartung der Neugeborenen. Jungen, die im Jahr 2011 geboren sind, werden durchschnittlich voraussichtlich 77,72 Jahre alt, bei Mädchen beträgt die Lebenserwartung sogar 82,73 Jahre. Gleichzeitig nimmt die Geburtenrate drastisch ab. Für die zukünftigen Generationen bedeutet das, dass weniger Beitragszahler in der gesetzlichen Pflegeversicherung für mehr ältere und pflegebedürftige Menschen aufkommen müssen. Die vorhandenen Mittel der öffentlichen Pflegekasse werden daher nicht ausreichen, um die notwendige Pflege in Zukunft zu gewährleisten. Für junge Menschen ist ein umfassender Versicherungsschutz durch eine Pflegezusatzversicherung daher besonders empfehlenswert. Aufgrund der durchschnittlich längeren Beitragszeiten sind die Beitragssätze zur Pflegezusatzversicherung für jüngere Menschen niedriger, als bei einem späteren Versicherungsbeginn. Dies macht den frühen Abschluss sinnvoll.
  • Pflegebedürftigkeit ist nicht nur eine Frage des Alters
    Pflegebedürftigkeit wird allgemein gerne mit einem hohen Alter gleichgesetzt. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit, auf die Pflege von Mitmenschen angewiesen zu sein, mit zunehmendem Lebensalter höher. Bereits heute ist fast ein Drittel der Menschen über 80 Jahre pflegebedürftig. Altersbedingte Erkrankungen sind jedoch nicht die einzige Ursache für Pflegebedürftigkeit. Unfälle und schwere Erkrankungen treffen auch junge Menschen und führen zu vorübergehender oder sogar lebenslanger Pflegebedürftigkeit. Plötzlich eintretender Pflegebedarf ist für Betroffene und ihre Familien eine große physische und psychische Belastung, die durch hohe Kosten für den Pflegeaufwand zusätzlich erschwert wird. Der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung ist daher eine sinnvolle Überlegung, mit der sich nicht nur ältere Menschen auseinandersetzen müssen.
  • Bedarfsgerechte Pflege ist mit hohen Kosten verbunden
    Die Pflege kranker Menschen ist mit hohen Kosten verbunden. Abgesehen von Geräte- und Materialkosten fallen insbesondere hohe Personalkosten an. Allein die Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst kann täglich 100 Euro und mehr kosten. Ein Platz in einem vollstationären Pflegeheim verursacht durchschnittliche Kosten in Höhe von 3.236,69 Euro pro Monat. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen nicht einmal für die Hälfte dieser Aufwendungen aus. Die zusätzlichen Kosten müssen betroffene Personen aus eigenen Mitteln bestreiten. Reicht das eigene Einkommen und Vermögen einer pflegebedürftigen Person nicht aus, müssen Angehörige für die Finanzlücke aufkommen. Für ältere pflegebedürftige Menschen bedeutet das oft, dass sie die Familien ihrer Kinder mit hohen Pflegekosten belasten müssen. Ist auch das nicht möglich, werden pflegebedürftige Menschen nach einem langen, arbeitsreichen Leben zu Sozialhilfeempfängern. Aufgrund dieser Situation ist es empfehlenswert eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen.
  • Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind nur Zuschüsse und reichen nicht aus
    Die Konzeption der 1995 eingeführten gesetzlichen Pflegeversicherung sieht keine bedarfsgerechten Pflegeleistungen vor. Vielmehr ist die Pflegeversicherung als reine Zuschussversicherung gestaltet und leistet nur einen Beitrag zu den bestehenden Pflegekosten. Einige spezielle Aufwendungen schließt die gesetzliche Pflegeversicherung von vornherein aus, sodass diese allein aus den Privatmitteln der pflegebedürftigen Menschen oder ihrer Angehörigen finanziert werden müssen.
  • Eine private oder staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung verbessert die Situation
    Um nicht durch notwendige Pflege auf die Bezuschussung durch Angehörige angewiesen zu sein oder als Sozialhilfeempfänger zu enden, ist es empfehlenswert, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Versicherungsunternehmen bieten verschiedene Varianten der Pflegezusatzversicherung an. Sie haben die Wahl zwischen:

    • Pflegetagegeldversicherung
    • Pflegerentenversicherung
    • Pflegekostenversicherung

    Da auch der Gesetzgeber aufgrund der bestehenden demografischen Prognosen inzwischen die Notwendigkeit einer zusätzlichen Pflegeversicherung erkannt hat, besteht seit 2014 darüber hinaus die Möglichkeit einer Pflegezusatzversicherung mit staatlicher Förderung (Pflege-Bahr).

Warum der Pflege Bahr sinnvoll ist

In Anlehnung an Rürup- und Riester-Rente trägt auch die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung den Namen eines Sozial-Politikers. Sie ist nach dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr benannt und als Pflege-Bahr bekannt. Mit fünf Euro pro Monat, also 60 Euro pro Jahr, bezuschusst der Staat ab einem monatlichen Eigenbetrag von zehn Euro eine Pflege-Bahr Versicherung. Eine staatlich geförderte Pflegeversicherung muss zur Anerkennung als Pflege-Bahr folgende Voraussetzungen und Kriterien erfüllen:

  • Pflegetagegeldversicherung
  • Keine Gesundheitsprüfung
  • Keine Ablehnung von Antragstellern aufgrund gesundheitlicher Vorerkrankungen außer bereits pflegebedürftige Personen
  • Keine Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge für gesundheitliche Vorerkrankungen
  • Maximale Absicherung in Höhe der doppelten Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung
  • Kein ordentliches Kündigungsrecht für den Versicherer
  • Mindesteigenbeitrag von zehn Euro pro Monat -> 15 Euro inkl. 5 Euro Förderung
  • Abschluss einer Pflege-Bahr Versicherung frühestens mit dem vollendeten 18. Lebensjahr
  • Mindestpflegegeld von 600 Euro monatlich in Pflegestufe III
  • Absicherung aller Pflegestufen (0-III)
  • Wartezeit von höchstens fünf Jahren
  • Möglichkeit, den Vertrag für drei Jahre ruhen zu lassen
  • Abschlusskosten höchstens zwei Monatsbeiträge
  • Verwaltungskosten höchstens zehn Prozent der Bruttoprämie

Die staatlich geförderte Pflegeversicherung (Pflege-Bahr) leistet ein Pflegemonatsgeld, das dem Empfänger frei zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass Sie im Fall der anerkannten Pflegebedürftigkeit ein regelmäßiges monatliches Zusatz-Pflegegeld erhalten. Die Höhe der Zahlungen aus dem Pflege-Bahr richtet sich nach der vertraglichen Vereinbarung und der Pflegestufe in der gesetzlichen Pflegeversicherung. In Pflegestufe II beträgt das Pflegegeld aus einem Pflege-Bahr Vertrag mindestens 30 Prozent des vereinbarten Satzes für Pflegestufe III, also mindestens 180 Euro, in Pflegestufe I 20 Prozent, also mindestens 120 Euro und in Pflegestufe 0 zehn Prozent und somit mindestens 60 Euro.

Seit März 2014 bietet auch die Hannoversche den Pflege Bahr in ihrem Produktportfolio an. Der Pflege Bahr der Hannoverschen zahlt das Pflegegeld bei einer durch Unfall verursachten Pflegebedürftigkeit auch bereits während der Wartezeit. Insbesondere für jüngere Menschen ist es sinnvoll, den Pflege-Bahr abzuschließen, denn: Je jünger Sie beim Abschluss der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung sind, umso niedriger ist der Beitrag, den Sie bei vergleichsweise hohen Leistungen zahlen müssen. Aber auch im Alter ist es empfehlenswert, sich mit dem Pflege Bahr abzusichern: Die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, nimmt mit den Jahren zu.

Altersbedingte Erkrankungen führen dazu, dass heute viele Menschen über 80 auf die Pflege von Mitmenschen angewiesen sind. Einen Pflege-Bahr können Sie ohne eine Gesundheitsprüfung auf Vorerkrankungen abschließen, sofern Sie noch nicht pflegebedürftig sind oder waren. Das bedeutet für Sie: Schutz für alle Pflegestufen und maximale Absicherung.

 

Quelle: Bild oben © Coloures-pic – Fotolia.com


Kategorien: Allgemein

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