Eine Versicherung blickt zurück: das Jahr 2014 in der Branche und auf der ganzen Welt

19. Dezember 2014 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (9)

Versicherung-Rückblick 2014

Nur noch wenige Tage bleiben, dann beginnt das neue Jahr. Daher blicken wir von der Hannoverschen zurück und lassen die großen Ereignisse des Jahres 2014 Revue passieren. Im Jahresrückblick fassen wir die wichtigen Meldungen der Versicherungsbranche zusammen und schauen auch, was die Nation bewegt hat. Welche Nachrichten sorgten für Aufsehen? Was änderte sich für die Verbraucher? 

Auch das Jahr 2014 hielt wieder viele Herausforderungen für die Versicherungsbranche bereit. Viele Ereignisse und Entscheidungen werden in den folgenden Jahren Einfluss auf andere Entscheidungen und Entwicklungen haben. Wir fassen für Sie noch einmal die wichtigsten Meldungen zusammen.

Das Reformpaket für die Lebensversicherung

Die aktuell niedrigen Zinsen trafen nicht nur die privaten Anleger. Auch Banken und Versicherungen kämpften gegen die Folgen der weltweiten Finanzkrise. Damit wird die langfristige Sicherheit und Stabilität der Lebensversicherung gestärkt wird, hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket beschlossen. Dabei sinkt der garantierte Zinssatz für Neuverträge ab dem Jahr 2015 auf 1,25%. Bei bestehenden Verträgen ändert sich hingegen nichts.

Das Lebensversicherungsreformgesetz sieht jedoch weitere Maßnahmen vor, um die traditionelle Vorsorge zu stärken. Die Versicherungsbranche ist angehalten, die Kosten für die Lebensversicherung insbesondere im Vertrieb zu senken. Verbraucher sollen stärker an den Risikoüberschüssen beteiligt werden. Ferner wird eine Renditekennziffer eingeführt, die die effektive Kostenbelastung angibt.

FATCA: globale Konto-Kontrolle als Einbahnstraße

Am 01. Juli 2014 entfaltete ein Steuerabkommen zwischen den USA und Deutschland seine Wirkung. Der „Foreign Account Tax Compliance Act“, kurz FATCA genannt, verlangt von Finanzinstituten auf der ganzen Welt, dass Konten von US-Amerikanern den Behörden in Washington gemeldet werden. Das Gesetz soll die Steuererlichkeit verbessern. Das mit der Bundesregierung beschlossene Abkommen hat jedoch seine Tücken.

Deutsche Finanzdienstleister müssen sich den von den Amerikanern diktierten Regeln beugen, wenn sie nicht faktisch vom amerikanischen Finanzmarkt ausgeschlossen werden möchten. Theoretisch beruht das Abkommen auf Gegenseitigkeit. Auf dem Papier sollen auch die Amerikaner Daten nach Deutschland übermitteln. In der Praxis dürfte das allerdings so gut wie ausgeschlossen sein. Denn die dort geltenden Gesetze sind für Ausländer sehr großzügig ausgelegt.

Ausländische Anleger zahlen keine Steuern in den USA. Und wer als Ausländer eine Strohfirma in den Staaten gründet, wird ebenfalls nicht registriert. Damit können die Amerikaner die für Deutschland nötigen Daten gar nicht liefern. Hierzulande verursachte das Abkommen bei den Finanzdienstleistern allerdings hohe Kosten. Damit werden die USA ein weiteres Mal zum globalen Datensammler, ohne eine Gegenleistung zu erbringen.

Unwetter: stürmische Zeiten im Westen des Landes

Mit dem Pfingstunwetter im Juni 2014 startete der Sommer in großen Teilen des Landes NRW ungestüm. Nachdem am Pfingstwochenende zuerst Rekordtemperaturen erreicht wurden, braute sich am Abend des Pfingstmontags eine gewaltige Gewitterfront zusammen. Orkanartige Böen zogen von Belgien kommend über das Land, in einigen Regionen fiel extremer Starkregen. Das Unwetter gehörte zu den schwersten der letzten Jahrzehnte. Sechs Menschen verloren dabei ihr Leben.

In einem breiten Streifen vom Niederrhein über das Ruhrgebiet bis in das Münsterland stürzten Zehntausende Bäume um. Sie begruben Fahrzeuge und Häuser unter sich und brachten den Bahnverkehr für mehrere Tage zum Erliegen. Nach Angaben der Versicherer entstanden Schäden im dreistelligen Millionenbereich. Viele Waldstücke sind bis heute noch nicht wieder für Erholungsuchende freigegeben.

Juli 2014: Münster versinkt in den Fluten

Hochwasser - Jahresrückblick 2014Ende Juli waren viele Regionen des Landes von Starkregen und Überschwemmungen betroffen. Besonders die Helfer in Münster bekamen nach dem Pfingststurm nur eine kurze Atempause. Am Montag, dem 28.07.2014, fielen innerhalb weniger Stunden 122,2 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist ein Allzeitrekord bei der täglichen Niederschlagsmenge: Solche Regenmassen waren bisher unbekannt. Große Teile des Stadtgebietes wurden überflutet, das Wasser stand teilweise mehr als einen Meter hoch auf den Straßen der Stadt. Ein Mann ertrank in seinem Keller bei dem Versuch, die Fluten aufzuhalten.

Ein weiterer Mann starb, als sein Auto von den Wassermassen von der Straße in einen Bach gedrückt wurde, der sich in einen reißenden Fluss verwandelt hatte. Die Schadenshöhe gaben die Versicherer insgesamt mit 67 Millionen Euro an.

Oktober 2014: Ex-Hurrikan Gonzalo läutet eindrucksvoll die Sturmsaison ein

Von den Kleinen Antillen kommend zog der ehemalige Hurrikan Gonzalo über die Beneluxstaaten in den Süden Deutschlands. Er legte teilweise den Luft- und Bahnverkehr lahm. Überflutungen, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume säumten seinen Weg. Viele Straßen und Autobahnen waren unpassierbar. Der erste Herbststurm der Saison traf besonders Bayern und Baden-Württemberg. Er hinterließ einen Schaden von etlichen Millionen Euro.

Weitere für die Versicherungsbranche wichtige Ereignisse

Neben diesen großen Meldungen brachte das Jahr 2014 auch in vielen anderen Bereichen Änderungen und Neuerungen mit sich. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten

Neuigkeiten der Versicherungsbranche:

  • Höhere Absetzungsbeträge für die Rürup-Rente: Versicherungsnehmer dürfen die Beiträge für die als Rürup-Rente bekannte Basisrente von der Steuer absetzen. Im Jahr 2014 stieg der Anteil der absetzungsfähigen Beitragsanteile auf 78%. Das bedeutet für Singles, dass sie von Beträgen von bis zu 20.000 Euro pro Jahr maximal 15.600 Euro steuerlich geltend machen können. Für Ehepaare gilt der doppelte Satz. Zusätzlich besteht seit Anfang des Jahres die Möglichkeit, in den Vertrag zur Rürup-Rente eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) zu integrieren. Voraussetzung ist, dass die Leistungen bei Berufsunfähigkeit als lebenslange Rente ausbezahlt werden.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Die neue Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung beeinflusst auch die Höhe der steuer- und sozialversicherungsfreien Beiträge für die Direktversicherung. Im Jahr 2014 durften bis zu 2.856 Euro steuerfrei in die Altersvorsorge investiert werden.
  • Beitragsbemessungsgrenzen 2014: In der Renten- und Arbeitslosenversicherung ist die jährliche Beitragsbemessungsgrenze im Westen von 69.600 Euro (2013) auf 71.400 Euro angestiegen. Im Osten kletterte die Grenze von 58.800 Euro auf 60.000 Euro pro Jahr. Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung ist bundeseinheitlich geregelt. Sie kletterte von 47.250 Euro im Jahr 2013 auf 48.600 Euro. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze lag 2014 in der gesetzlichen Krankenversicherung bei 53.550 Euro.

Was Deutschland im Jahr 2014 noch bewegte

I. Quartal: Olympische Winterspiele in Sotschi und Hoeneß spalten die Nation

Subtropisches Klima, eine unberechenbare Sicherheitslage im Kaukasus und Aufrufe zum Boykott prägten die Stimmung der XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi. Bereits im Vorfeld der Spiele wurde Kritik an der Wahl des Austragungsortes laut. Die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen sorgten im Ausland ebenso für Entsetzen wie die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung. Trotz aller Kritik ist Russland die Ausrichtung reibungsloser, spektakulärer Spiele gelungen. Aus deutscher Sicht sind die Spiele ernüchternd verlaufen, die Leistungen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Mit nur 19 statt 27 erwarteten Medaillen landete Deutschland auf Platz 6 noch hinter den Niederlanden.

Am 08. März 2014 geschah das Unfassbare: 45 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur verschwand der Flug MH 370 von den Radarschirmen der Flugüberwachung. Das Flugzeug der Malaysia Airlines hatte 239 Menschen an Bord. Die Ermittlungen der Behörden orientierten sich an verschiedenen Szenarien: Entführung, Sabotage oder Terrorismus galten als naheliegende Ursachen. Bis heute ist das mysteriöse Verschwinden von Flug MH 370 ungeklärt. Der Verbleib der Maschine sowie von Passagieren und Besatzung ist ungewiss. Ein Absturz ist als sehr wahrscheinlich anzunehmen.

Ein Urteil wie ein Paukenschlag: Am 13. März verurteilte das Landgericht München den Präsidenten des FC Bayern München – Uli Hoeneß – wegen Steuerhinterziehung zu 3 ½ Jahren Haft. Die vorherige Selbstanzeige von Hoeneß stufte das Gericht als ungültig ein. Die Meinungen zum Urteil spalteten die Nation: Die einen begrüßten, dass ein prominenter Steuersünder hart bestraft worden ist. Die anderen empfanden das harte Urteil nach der Selbstanzeige als unverschämt.

II. Quartal: „Wir sind Weltmeister!“

Am ersten Mai trat die Punktereform in Kraft. Nun wird es für Autofahrer bereits mit 8 Punkten eng und der Führerschein ist weg. Gleichzeitig werden viele Verstöße nicht mehr mit Punkten geahndet. Ein bestehendes „Konto in Flensburg“ wird nach den neuen Regeln umgerechnet. Neu ist, dass auch Radfahrer und Fußgänger nun Punkte sammeln können.

Hochwasser - Jahresrückblick 20141:0 in der Verlängerung gegen Argentinien und es war geschafft: „Wir sind Weltmeister!“ In Brasilien holte die deutsche Elf nicht nur zum vierten Mal die Weltmeisterschaft. Sie ist nun auch die erste Mannschaft aus Europa, die den Titel in Südamerika gewinnen konnte. Dazu kam es beim letzten Gruppenspiel gegen die USA auch noch zum Trainerduell zwischen Jogi Löw und Jürgen Klinsmann. Die WM war der Gesprächsstoff der Nation. Der Nachrichtendienst Twitter verzeichnete 618.725 Tweets innerhalb von einer Minute als Deutschland den Titel gewann. Auch auf Facebook war die WM für Wochen das Top-Thema.

Kurz nach dem Mega-Sportereignis ging die Ice Bucket Challenge um die Welt. Die Herausforderung bestand darin, sich einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf zu gießen und mindestens 10 Dollar für die Erforschung und Bekämpfung der Nervenkrankheit ALS zu spenden. Zusätzlich sollten mindestens drei weitere Personen für die Challenge nominiert werden. Die Aktion verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Allerdings nahmen viele Prominente wie Angela Merkel oder Barack Obama die Herausforderung nicht an. Sie spendeten, ohne eine Dusche mit Eiswasser zu nehmen.

III. Quartal: Ebola verbreitet weltweit Angst und Schrecken

Am ersten August stieg das als „Herdprämie“ kritisierte Betreuungsgeld. Eltern, die ihre Kinder im Alter von zwei und drei Jahren daheim betreuen, erhalten nun 150 Euro monatlich. Diese Regelung gilt nur für Neuanträge. Alle Eltern, die bereits Betreuungsgeld beziehen, bekommen weiterhin die alte Summe von 100 Euro.

Ebola - Jahresrückblick 2014Seit Dezember 2013 hält Ebola die Welt in Atem. Am 08. August stufte die WHO die Epidemie in Westafrika als internationalen Gesundheitsnotfall ein. Bisher sind rund 5.000 Menschen dem Virus erlegen, die Behörden gingen im August von 10.000 weiteren Infizierten aus. Mit jedem weiteren Fall wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus in der Welt ausbreitet. Die Todesrate von Ebola liegt bei rund 50 %. Ein Patient aus dem Senegal wurde in der Uniklinik Hamburg-Eppendorf behandelt und überlebte. Die größte Aufgabe in den folgenden Wochen und Monaten lag darin zu verhindern, dass das Virus auf andere Kontinente überspringt. In Zeiten des schnellen Reiseverkehrs bestand und besteht hier bis heute eine besondere Herausforderung.

IV. Quartal: 25 Jahre Mauerfall und ein Mann legt Deutschland lahm

Bahnstreik - Jahresrückblick 2014Das Jahr 2014 stand ganz im Zeichen von Streiks. Die Piloten der Lufthansa legten bis zum Nikolaus-Wochenende sagenhafte zehn Mal mehr die Arbeit nieder, um ihre großzügigen Pensionsregelungen zu retten. Auch die GDL lag mit der Deutschen Bahn im Clinch. Um die Interessen aller Mitglieder der Gewerkschaft vertreten zu dürfen, befand sich die GDL im Arbeitskampf. Nach mehreren Streikrunden plante der Vorsitzende Weselsky den längsten Streik der Bahngeschichte ausgerechnet am Wochenende der Feierlichkeiten zum Jubiläum des Mauerfalls. Zur Freude aller Beteiligten beendete die Gewerkschaft den Streik früher.

Mauerfall - Jahresrückblick 2014Im November jährte sich der Fall der Mauer zum 25. Mal. Viel wichtiger als die aufwendige Feier in Berlin war die Entwicklung in dieser langen Zeit. Ein Vierteljahrhundert nach der Öffnung der Grenzen ist zusammengewachsen, was zusammengehört. Besonders die Jüngeren erinnern sich nicht mehr an die Zeit vor der Wende, viele waren damals noch gar nicht geboren. Für diese Generation ist Ost und West eine Bezeichnung wie Nord und Süd.

Zwei weitere Meldungen sorgten zu Beginn des Winters für Aufsehen: Die Commerzbank verlangte erstmals Negativzinsen. Großkonzerne müssen für das Parken von Geld auf den Konten jetzt Geld bezahlen, anstatt Zinsen zu kassieren. Auslöser für die Entscheidung war die weitere Absenkung der Leitzinsen durch die EZB. Während Großanleger sich fragen müssen, wo sie ihr Geld unterbringen, erhalten Familien in Zukunft eine größere Unterstützung.

Für pflegende Angehörige wird es leichter, eine berufliche Auszeit zu nehmen. Das neue Pflegezeitgesetz ermöglicht eine teilweise Freistellung vom Beruf, um ein Familienmitglied bis zu 24 Monate zu pflegen.

Das Jahr 2014 war ein Jahr mit vielen spannenden Ereignissen, atemberaubenden Momenten und traurigen Katastrophen. Wir freuen uns sehr, auch das kommende Jahr gemeinsam mit Ihnen erleben zu dürfen. Die Hannoversche wünscht Ihnen viel Erfolg, Gesundheit und einen guten Rutsch ins Jahr 2015!

 

Quellen: Bild Jahresrückblick © Coloures-pic – Fotolia.com, Bild Hochwasser © Thaut Images – Fotolia.com, Bild Weltmeisterschaft © DDRockstar – Fotolia.com, Bild Ebola © science photo – Fotolia.com, Bild Bahnstreik © mitifoto – Fotolia.com, Bild Mauer © fotandy – Fotolia.comww.fotolia.de


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