Hannoversche Berichte / Nr. 104 – Top-Thema: Altersvorsorge in Zeiten des demografischen Wandels

10. Oktober 2013 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (5)

hannoversche berichte - altersvorsorge

Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre bewegen sich in großen Schritten auf das Rentenalter zu. Gleichzeitig machen sich die daran anschließenden niedrigen Geburtenraten bemerkbar. Die steigende Lebenserwartung, eine positive Entwicklung für jeden Einzelnen, trägt zusätzlich dazu bei, dass sich die Gesellschaftsstruktur in Deutschland in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird. Besonders deutlich werden die gesellschaftlichen Veränderungen der nächsten Jahre an den Ergebnissen der aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Dieses und weitere Themen werden in der aktuellen Kundenzeitschrift „Hannoversche Berichte“ behandelt.

Bis in das Jahr 2060 blickt das Statistische Bundesamt in seinen neuesten Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung voraus und zeigt auf, wie stark sich die allgemein als „Alterspyramide“ bekannte Bevölkerungsvorausberechnung verändern wird. Als Pyramide ist die grafische Darstellung inzwischen nicht mehr erkennbar. Vielmehr nimmt sie in den nächsten Jahren die Form einer Zwiebel an – ein Phänomen, das die Bevölkerungsentwicklung in vielen Industrienationen begleitet.

Das Zwiebelphänomen und seine Auswirkungen auf die Rentenkassen

Bis zum Jahr 2060 stehen einer verdoppelten Anzahl von Rentenempfängern im Alter ab 80 Jahren etwa 35 Prozent weniger Erwerbstätige gegenüber. Die Grafik der Bevölkerungsentwicklung aus dem Jahr 2010 verdeutlicht, dass die größte Bevölkerungsgruppe zwischen vierzig und sechzig Jahren alt ist. Zukünftig wird die Grafik immer runder werden und damit zeigen, wie stark sich der Anteil der Erwerbstätigen am unteren Rand verringert, während die Gruppe der Vierzig- bis Achtzigjährigen deutlich ansteigt. Bereits in zwanzig Jahren werden nur noch zwei Arbeitnehmer mit ihren Rentenversicherungsbeiträgen für einen Rentner aufkommen. Bisher zahlen noch drei Arbeitnehmer Rentenbeiträge für einen Rentner ein.

Diese Entwicklung führt zwangsläufig dazu, dass die Rentenversicherungsbeiträge steigen und die Renten sinken werden. Nur noch etwa 50 Prozent ihres Durchschnittseinkommens haben die Rentner der nächsten Jahre an Rentenleistungen zu erwarten. Wer weniger als 45 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben wird, muss mit einer noch geringeren Rente auskommen. Noch drastischer werden junge Menschen, die heute in das Berufsleben einsteigen, die Versorgungslücke zu spüren bekommen. Heutige Arbeitnehmer, die auch im Ruhestand noch über ein gesichertes Einkommen verfügen wollen, können sich nicht mehr auf die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung verlassen. Sie sind stärker, als bisherige Rentner-Generationen, auf eine zusätzliche private Altersvorsorge angewiesen.

Der Staat kalkuliert private Vorsorge ein und fördert sie

Die Entwicklung der Renten beschäftigt die Bundesregierung schon seit den 1980er Jahren. Auf die demografische Entwicklung reagierten Bundesrat und Bundestag daher in den 1990er Jahren mit verschiedenen Rentenreformen und bezogen auch die private Altersvorsorge verstärkt in ihre Rentenprogramme mit ein. Mit den Altersvermögensgesetzen von 2002 bzw. 2005 wurden daher Riester- und Rürup-Rente als Maßnahmen der staatlich geförderten und privat finanzierten Rente eingeführt. Mit der Riester-Rente haben vor allem Arbeitnehmer und Beamte die Möglichkeit, Kapital mithilfe von staatlichen Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen anzusparen. Auch rentenversicherungspflichtige Selbstständige und Bezieher von Arbeitslosengeld können die Vorzüge der Riester-Rente nutzen. Vorwiegend an Selbstständige und Freiberufler wendet sich die Rürup-Rente.

Aus drei Säulen werden drei Schichten der Altersvorsorge

Aus den Rentenreformen mit verstärktem Einfluss der privaten Vorsorge geht das Drei-Säulen-Prinzip hervor. Die drei Säulen der Altersversorgung bilden:

  • Die Gesetzliche Rentenversicherung sowie die Beamtenversorgung
  • Die Betriebliche Altersvorsorge
  • Private Vorsorge durch Vermögensbildung, Immobilienbesitz und staatlich geförderte Rentenprogramme

Um die Schließung der in den nächsten Jahrzehnten entstehenden Rentenlücke zu gewährleisten, entwickelt sich die Drei-Säulen-Strategie hin zu einem Drei-Schichten Modell mit den Vorsorge-Schichten:

  • Gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgung von selbstständig tätigen Berufsgruppen und Rürup-Rente zur Basis-Vorsorge
  • Riester-Rente und Betriebliche Altersversorgung zur Entwicklung eines zusätzlichen Einkommens
  • Private Vermögensbildung und privates Kapital zur Optimierung der Versorgung im Rentenalter.

Stärker, als das frühere Drei-Säulen-Prinzip, stellt das Drei-Schichten-Modell auch steuerliche Vergünstigungen bei der Altersvorsorge in den Vordergrund. Neben Riester- und Rürup-Rente gewinnen daher insbesondere in der dritten Schicht der Altersvorsorge steuerbegünstigte Vermögensbildungsprogramme an Bedeutung.

Vermögen bilden und Steuern sparen für eine sichere Altersversorgung

Spätestens die alljährliche Information der Deutschen Rentenversicherung über die zu erwartenden Altersruhebezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung verdeutlicht, wie groß der Unterschied zwischen dem Erwerbseinkommen und der Rente sein wird. Wenn Sie im Alter nicht auf Ihren gewohnten Lebensstandard verzichten möchten, bleibt Ihnen kein anderer Ausweg, als rechtzeitig Maßnahmen zur Kapitalbildung einzuleiten. Sie sollten daher bereits jetzt Überlegungen anstellen, wie viel Ihres monatlichen Einkommens Sie für die private Altersvorsorge zurücklegen können. Ihr gesamtes Altersvorsorge-Paket sollte im Idealfall dazu führen, dass Sie in der Summe über ein Renteneinkommen verfügen können, das unter Berücksichtigung des inflationsbedingten Kaufkraftverlustes rund 80 Prozent Ihres letzten Nettoeinkommens beträgt. Der Staat unterstützt Sie in Ihren Vorsorge-Bemühungen durch Förderungen und Steuervergünstigungen. Bei einer langfristigen Vermögensbildung ist es zudem wichtig, darauf zu achten, dass keine hohen Kaufkraftverluste entstehen.

Riester- und Rürup-Rente – staatlich geförderte Maßnahmen zur Altersvorsorge

Die staatlichen Förderungen im Zusammenhang mit der Riester- oder Rürup-Rente sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Insbesondere Riester-Renten-Modelle zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit und Flexibilität aus. Sie haben die Wahl zwischen klassischen Vorsorgeformen mit Versicherungen und Fondssparplänen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Nutzung von Riester-Verträgen in Form von Wohn-Riester für die Vermögensbildung mit Immobilien. Riester-Verträge genießen zudem den Vorzug eines hohen Sicherheitsstandards, denn nur sichere und leistungsstarke Produkte erhalten die staatliche Zertifizierung. Mit einer Riester-Rente können Sie im Laufe Ihres Berufslebens staatliche Vergünstigungen in Form von Zuschüssen und Steuerersparnissen bis zu einer Höhe von 40.000 Euro erhalten. Neben Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamten erfüllen auch deren Ehepartner die Voraussetzungen für die hohen und sicheren Riester-Förderungen. Zusätzliche Vergünstigungen erhalten Sie für jedes Ihrer Kinder. Insbesondere für Familien ist das Riester-Rentenprogramm daher ideal.

Selbstständige und Freiberufler profitieren von den Vorzügen der steuerbegünstigten Rürup-Rente. Sie ist nicht nur wegen der Steuervorteile reizvoll, sondern auch wegen ihrer hohen Sicherheit, denn: Angespartes Vermögen in einer Rürup-Rente unterliegt dem Insolvenzschutz. Durch die Möglichkeit, während der Ansparphase beliebig Zuzahlungen zu leisten, haben Sie die Möglichkeit, während Ihres Erwerbslebens Ihre finanzielle Absicherung im Rentenalter zu erhöhen und gleichzeitig Ihre Steuerlast zu verringern. Kaum ein anderes Vorsorge-Programm bietet Ihnen eine derartige Flexibilität, zumal Sie mit den Rürup-Verträgen der Hannoverschen zusätzlich eine Todesfallabsicherung für Ihre Familie abschließen können.

Betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung

Neben der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes und zahlreicher privater Arbeitgeber haben Sie die Möglichkeit, durch Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge zusätzliche Steuervorteile zu nutzen und gleichzeitig Kapital anzusparen. Gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber unterstützt die Hannoversche Sie bei den verschiedenen Arten der betrieblichen Altersvorsorge.

Entscheiden Sie sich für die Entgeltumwandlung über eine betriebliche Direktversicherung, führt Ihr Arbeitgeber einen Teil Ihres Bruttoeinkommens direkt in einen zusätzlichen Renten-Sparvertrag ab. Für diesen Anteil fallen weder Einkommensteuer noch Sozialversicherungsabgaben an. Dadurch genießen Sie den doppelten Vorteil der Ersparnis an Lohnnebenkosten und der Kapitalbildung. Bis zu 4.584 Euro jährlich sind steuer- und bis zu 2784 Euro jährlich sozialversicherungsfrei. Sie können auf diese Weise im Jahr ansparen und gleichzeitig eine Hinterbliebenenversorgung für Ihre Familie schaffen. In den folgenden Jahren erhöhen sich diese Sparraten kontinuierlich. Ebenso, wie die Rürup-Rente, ist auch die Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge in der Ansparphase vor Insolvenz und Anrechnung zum ALG II geschützt. Pensionszusagen und Unterstützungskassen sind weitere Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge.

Zusätzliche private Vorsorge mit klassischen und fondsgebundenen Rentenversicherungen

In der dritten Schicht der Altersvorsorge stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten privater Vermögensbildungsprogramme zur Verfügung. Die klassische Rentenversicherung nach dem modernen und flexiblen Bausteinprinzip passt sich zu jeder Zeit Ihrer individuellen Lebensplanung an. So haben Sie die Möglichkeit, während Ihres Berufslebens den Sparanteil an Ihr Einkommen und Ihre finanziellen Verpflichtungen anzupassen. Mit einer zusätzlichen Hinterbliebenenversorgung oder einer Absicherung gegen Berufsunfähigkeit sowie einer dynamischen und flexiblen Gewinnrente erhalten Sie ein umfassendes Vorsorgeprogramm. Gleichzeitig genießen Sie einen steuerlichen Vorteil, denn die Besteuerung Ihrer zusätzlichen Rente erfolgt nur in Höhe des Ertragsanteils bei Rentenbeginn.

Die fondsgebundene Rentenversicherung bietet Ihnen die Möglichkeit eine hohe Rendite zu erzielen. Bei dieser Vorsorge-Variante entscheiden Sie selbst über die Anlagestrategie zur optimalen Kombination von Risikobereitschaft und Renditechance. Ihre Anlagestrategie können Sie bis zu fünf Mal im Jahr wechseln und somit den jeweiligen Bedingungen und Konditionen am Anlage- und Kapitalmarkt oder Ihrer persönlichen Risikobereitschaft anpassen. Sie haben durch das Einschließen einer Beitragsgarantie auch die Möglichkeit, sich für ein besonders sicheres Investment zu entscheiden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die fondsgebundene Rentenversicherung der Hannoverschen frei von den üblichen Ausgabeaufschlägen ist. Zudem fallen während der Sparphase keinerlei Steuerzahlungen an. Ihre gesamten Spareinlagen und Erträge summieren sich also ungekürzt im Laufe der Jahre zu einem Fondsguthaben, das Sie wahlweise beim Eintritt in das Rentenalter auszahlen oder als regelmäßige Monatsrente beziehen können. In diesem Fall genießen Sie einen weiteren steuerlichen Vorteil, weil Sie nur einen Teil der monatlichen Rente versteuern müssen.

Oder entscheiden Sie sich einfach für die Sofortrente

Erhalten Sie eine größere Erbschaft oder haben Sie bereits Kapital angespart, dann besteht die Möglichkeit, dieses Vermögen in einem Vertrag zur Sofortrente anzulegen. Aus diesem Rentenversicherungs-Vertrag erhalten Sie direkt monatliche Rentenzahlungen, die Sie zudem nur zu einem kleinen Teil versteuern müssen.

Doppelte Absicherung durch Kapitallebensversicherungen

Legen Sie besonderen Wert auf die Absicherung Ihrer Familie während der Vermögensbildung, kann eine Kapitallebensversicherung eine attraktive Alternative darstellen. Mit dieser Form der Kapitalbildung ist Ihre Familie von Beginn an gegen Einkommensverluste im Todesfall abgesichert. Im Erlebensfall erhalten Sie nach Ablauf der Versicherung zum Eintritt in das Rentenalter die angesparte Versicherungssumme, die Sie auf Wunsch wiederum für Ihre Altersvorsorge verwenden können. In der Kapitallebensversicherung profitieren Sie von Beginn an von Überschussbeteiligungen und einer Todesfallabsicherung. Durch eine dynamische Anpassung des Versicherungsschutzes ist während der gesamten Laufzeit eine Anpassung an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung gewährleistet.

Optimales Vorsorge-Paket unter Nutzung von Steuervorteilen und Renditechancen

Vor der Entscheidung über verschiedene Maßnahmen zur Altersvorsorge sollten Sie sich umfassend über die verschiedenen Angebote informieren. Ideal ist zum Beispiel die Ausschöpfung der Höchstbeiträge bei den steuerlich geförderten Produkten, bevor Sie sich für weitere Produkte zur privaten Altersvorsorge entscheiden.

Die inzwischen bereits seit Jahren andauernde Zinsentwicklung am allgemeinen Kapitalmarkt zeigt, dass Zinsen auf Sparbüchern und anderen Bank-Spareinlagen durch die Inflation aufgezehrt werden. Der Wert dieser Anlagen vermehrt sich daher nicht, sondern verringert sich sogar im Laufe der Jahre. Dieses Risiko können Sie durch eine intelligente Kombination von Altersvorsorge-Programmen vermeiden. Eine direkte Kapitalanlage in Immobilien oder die Spekulation mit Aktien ermöglicht zwar hohe Renditen, erfordert aber auch einen hohen Einsatz an Kapital und Aufmerksamkeit, um die Marktentwicklung jederzeit im Auge zu behalten.

Speziell für die langfristige Altersvorsorge bieten sich daher Fondssparpläne und Rentenversicherungen an. Bei der Zusammenstellung Ihres Vorsorge-Pakets sollten Sie zudem auf Produkte achten, die nicht mit hohen Kosten verbunden sind. Sicherer und lukrativer sind Produkte von Anbietern, die kostengünstig arbeiten, wie Direktversicherer. Dazu rät auch Dr. Mark Ortmann, Geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Transparenz in der Altersvorsorge.

Umfassende Informationen zum Thema Altersvorsorge finden sie im Kundenmagazin der Hannoverschen, den Hannoverschen Berichten Nr. 104.


Kategorien: Allgemein

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