Garantiezins für Lebensversicherungen und Rentenversicherungen sinkt ab 2015 auf 1,25 Prozent

14. Oktober 2014 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (7)

Garantiezins und Lebensversicherung ab 2015

Der Garantiezins sichert Versicherungsnehmern von Lebensversicherungen und Rentenversicherungen die Höhe der Mindestverzinsung der Sparanteile ihrer Beitragszahlungen. Seit 2012 beträgt die Mindestverzinsung 1,75 Prozent. Inzwischen gab der Gesetzgeber bekannt, dass der Garantiezins ab dem 1. Januar 2015 auf 1,25 Prozent gesenkt wird. Wenn Sie den Abschluss einer Lebensversicherung oder Rentenversicherung zur privaten Vorsorge planen, sollten Sie sich den höheren Garantiezins noch bis zum Jahresende sichern, denn von der Garantiezinssenkung sind nur Neuverträge ab 2015 betroffen. Erfahren Sie mehr!

Offiziell trägt der Garantiezins die Bezeichnung Höchstrechnungszins. Diesen Mindestzinssatz für langfristige Lebensversicherungen und Rentenversicherungen legt das Bundesfinanzministerium auf Vorschlag der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fest. Er dient der Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität und Leistungsverpflichtungen von Versicherungsunternehmen. Gleichzeitig gibt der Garantiezins Versicherungsnehmern über die lange Laufzeit ihrer Vorsorgeprodukte die Sicherheit einer zuverlässigen Verzinsung des Sparanteils ihrer Beiträge.

Die Höhe des Garantiezinses orientiert sich an der Umlaufrendite von Staatsanleihen im Euro-Raum in den vorausgegangenen zehn Jahren und darf 60 Prozent der Durchschnittsrendite zehnjähriger Staatsanleihen nicht überschreiten. Bei Betrachtung der Zinsentwicklung der letzten Jahre erscheint eine Senkung des Garantiezinses somit unausweichlich.

Garantiezinssenkung im Rahmen des Lebensversicherungsreformgesetzes

Die Garantiezinssenkung um 0,5 Prozent ist eine der Regelungen des Gesetzes zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte (Lebensversicherungsreformgesetz). Mit der Änderung des § 2 der Deckungsrückstellungsverordnung wird der Höchstrechnungszins auf 1,25 Prozent festgelegt. Die Zinssenkung wirkt sich auf alle Versicherungen aus, deren Abschluss nach dem 31.12.2014 erfolgt. Für bestehende Verträge bleibt der bisherige Garantiezinssatz bestehen. Wenn Sie bis zum 31.12.2014 eine Lebensversicherung oder Rentenversicherung abschließen, profitieren Sie also noch von dem derzeitigen, höheren Garantiezins.

Der Fokus der Öffentlichkeit liegt dabei größtenteils auf Produkten, bei denen es um das Thema Altersvorsorge geht. Jedoch wird oft übersehen, dass es auch einen Zusammenhang von Garantiezins und Berufsunfähigkeitsversicherung gibt.

Gerechtere Verteilung der Bewertungsreserven

Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz erfolgt auch eine Änderung des § 56 a des Versicherungsaufsichts-gesetzes dahin gehend, dass die Ausschüttung von Bewertungsreserven auf festverzinsliche Wertpapiere an ausscheidende Versicherte zukünftig nur erfolgt, soweit sie einen etwaigen Sicherungsbedarf aus Versicherungsverträgen mit Zinsgarantie überschreitet.

Diese neue Regelung trägt zur gerechteren Verteilung der Mittel im Kollektiv der Versicherten bei.

Erklärung: Was sind Bewertungsreserven und wodurch entstehen sie?
Einen Großteil unserer Kapitalanlagen machen festverzinsliche Wertpapiere, Darlehen und sonstige Ausleihungen aus. Diese bilanzieren wir nach dem Niedrigstwertprinzip bzw. Nennwert. Bei einem Zinsrückgang steigen die Marktwerte an und liegen über dem in der Bilanz ausgewiesenen Wert. Bei einem Zinsanstieg ist es genau umgekehrt: Die Marktwerte fallen und liegen unter dem in der Bilanz ausgewiesenen Wert. Die jeweiligen Differenzen zwischen Markt- und Buchwert werden saldiert und bilden, falls die Differenz positiv ist, die Bewertungsreserve der Zinspapiere. Werden Papiere nicht veräußert, lösen sich vorhandene Differenzen zum Buchwert bis zum Ende der Laufzeit auf, da die Papiere zu 100 Prozent des Nennwerts rückzahlbar sind.

Höherer Anspruch auf Risikoüberschüsse

Über den Garantiezins hinaus erhalten Versicherungsnehmer von Lebens- und Rentenversicherungen eine Überschussbeteiligung, die sich aus Risikoüberschüssen, Kostenüberschüssen und Kapitalerträgen zusammensetzt. Risikoüberschüsse entstehen bei Lebensversicherungen regelmäßig dann, wenn die Lebensdauer einer versicherten Person länger ist als kalkuliert. Bei Rentenversicherungen entstehen Risikoüberschüsse, wenn Rentenzahlungen kürzer erfolgen als kalkuliert.

Bisher sind Versicherungsunternehmen nach § 4 der Mindestzuführungsverordnung verpflichtet, Versicherungsnehmer zu mindestens 75 Prozent an den bestehenden Risikoüberschüssen zu beteiligen. Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz erhöht sich die Beteiligung der Versicherten an den Risikoüberschüssen auf mindestens 90 Prozent. Für Versicherungsnehmer der Hannoverschen entsteht durch diese Regelung keine Veränderung, denn die Hannoversche hat bereits in den vergangenen Jahren stets rund 95 Prozent des Risikoüberschusses an ihre Versicherungsnehmer ausgeschüttet.

Auswirkungen des Lebensversicherungsreformgesetzes auf Versicherungsunternehmen

Zur Sicherung der Leistungsfähigkeit von Versicherungsunternehmen und zur Gewährleistung der Garantieleistungen sieht das Lebensversicherungsreformgesetz auch Änderungen vor, die sich auf Aktionäre auswirken. Dividendenausschüttungen an Aktionäre können künftig nur dann erfolgen, wenn kein Sicherungsbedarf für Versicherungsverträge mit Zinsgarantien besteht.

 

Weiterführender Link zum Thema:

Lebensversicherungsreform – Das ändert sich für Kunden und Unternehmen
http://www.gdv.de/2014/07/lebensversicherungsreform-das-aendert-sich-fuer-kunden-und-unternehmen/

 

Quelle: Bild oben © Denis Junker – Fotolia.com


Kategorien: Allgemein

Hinterlassen Sie einen Kommentar (Jeder Kommentar wird vor der Veröffentlichung durch die Hannoversche überprüft.)



* Pflichtfeld