Wintertipps für Autofahrer, Hausbesitzer und Mieter

8. Dezember 2014 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (11)

Wintertipps und Versicherungen

Natürlich sollten sie gut versichert sein. Aber wenn der Winter vor der Tür steht, gilt es als gerade als Autofahrer, aber auch als Hausbesitzer oder Mieter einige Vorkehrungen zu treffen. Wer sich vom ersten Schnee eiskalt erwischen lässt, riskiert oftmals die eigene Sicherheit und die der anderen. Sind Sie schon fit für den Winter?

Alle Jahre wieder, wenn die Temperaturen sinken und der erste Schnee fällt, freuen sich insbesondere Wintersportler und Kinder. Und alle anderen? Gerade für Autofahrer und Berufstätige, die jeden Morgen pünktlich zur Arbeit müssen, für Hausbesitzer und Mieter bringt die kalte Jahreszeit auch viele Unannehmlichkeiten mit sich. Schmuddelwetter, glatte Straßen und verschneite Dächer bergen viele Gefahren, gegen die es sich zu rüsten gilt. In dieser dunklen Jahreszeit ist es wichtig, sich eingehend über Pflichten zu informieren, die auf den Einzelnen zukommen. Wer sich seiner Verpflichtungen nicht bewusst ist und sich nicht richtig absichert, geht das Risiko ein, für Schäden an Personen und fremdem Eigentum haftbar gemacht zu werden. Mit diesen Tipps kommen Sie sicherer durch den Winter.

Sicher auf weißen Straßen unterwegs – Wintertipps für Autofahrer

In jedem Jahr werden viele Autofahrer vom plötzlichen Wintereinbruch „überrascht“ und sorgen nicht rechtzeitig für eine angepasste Ausrüstung am Auto. Dabei ist gerade eine geeignete Bereifung und eine auf das Wetter eingestellte Fahrweise essenziell für eine sichere Fahrt bei Schnee und Glätte. Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, kann es besonders am frühen Morgen zu Glatteis auf den Straßen kommen und immer wieder passieren Unfälle, weil die Fahrer die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren. Das A und O bei winterlichen Autofahrten sind die richtigen Reifen.

Bereits seit dem 4.12.2010 gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht. Jedes Fahrzeug, das am Straßenverkehr teilnimmt, muss mit Reifen ausgestattet werden, die die Kennzeichnung M&S, Matsch und Schnee, tragen. Darunter fallen auch Ganzjahresreifen, reine Sommerreifen genügen im Winter nicht. Obwohl der Gesetzgeber auch bei den Winterreifen nur eine Profiltiefe von 1,6 mm vorschreibt, ist es aber sinnvoll, eine Mindestprofiltiefe von vier mm zu wählen. Nur so ist gewährleistet, dass sich der Bremsweg auf glatter Fahrbahn nicht immens verlängert.

Neben den Winterreifen gibt es noch einiges, das Fahrzeughalter tun können, um das Auto für den Winter zu rüsten:

  • Ein Lichttest garantiert die richtige Einstellung der Scheinwerfer.
  • Die Gummis an Türen und Kofferraum können bei Frost leicht porös werden und brechen. Mit speziellen Fetten lassen sie sich aber leicht für die Kälte präparieren.
  • Die Scheibenwischanlage benötigt ausreichenden Frostschutz.
  • Die Wischerblätter müssen gerade im Winter intakt sein. Nur so kann verringerte Sicht durch Schlierenbildung verhindert werden.
  • Die Batterie leidet unter den Anforderungen des Winters. Vor dem Winter sollte Sie auf ihre Leistung überprüft werden, ansonsten droht die böse Überraschung beim Starten des Fahrzeugs.

Wer sein Auto so winterfest gemacht hat, steht vor einer neuen Herausforderung, wenn es dann bei Schnee und Eis wirklich auf die Straße geht. Unverzichtbar ist für das abenteuerliche Fahren auf der verschneiten Fahrbahn einwandfreie Sicht. Es genügt nicht, ein kleines Guckloch an der Windschutzscheibe freizukratzen. Der Wagen muss vor jeder Fahrt gründlich und vollständig von Schneebergen befreit werden und alle Scheiben und Spiegel müssen freigekratzt sein.

Bei starker Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit, etwa bei herunterwehendem Schnee auf andere Fahrzeuge oder riskanter Fahrweise aufgrund eingeschränkter Sicht, drohen Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. In minderschweren Fällen gibt es immerhin noch ein Verwarngeld. Inwieweit die Versicherung für so fahrlässig provozierte Schäden aufkommt, hängt vom jeweiligen Fall und den Vertragsbedingungen ab.

Wussten Sie schon, dass 2/3 aller Verkehrsunfälle im Winter passieren?

Trotz aller Vorkehrungen im Vorfeld erschweren winterliche Verhältnisse das Fahren. Einige Grundregeln helfen jedoch, auch bei Glätte sicher mit dem Pkw ans Ziel zu kommen. Wer pünktlich bei der Arbeit sein muss, sollte im Winter vor allem eins einplanen: viel mehr Zeit für die Anfahrt. Ideal ist es da, deutlich früher loszufahren als im Sommer und nicht unter Zeitdruck riskant und unangepasst fahren zu müssen.

Zu Fahrtbeginn ist es immer wichtig, das Bremsverhalten des Autos zu testen. Der Bremsweg ist jetzt deutlich länger als auf trockener Fahrbahn – deshalb ist ein angepasster Sicherheitsabstand zu anderen Fahrzeugen notwendig. Wer bremsen muss, sollte dies vorsichtig tun. Ruckartiges Pedaltreten kann schnell gefährlich werden, ebenso wie hektische Lenkbewegungen. Ruhe und Aufmerksamkeit – ohne wird die winterliche Fahrt schnell zur Gefahr für Sie selbst und andere. Nehmen Sie sich Zeit – sowohl für das Freiräumen des Autos als auch für das Fahren. Und grundsätzlich gilt: Lieber früher als zu spät mit Abblendlicht fahren – auch bei Tag.

Wussten Sie schon, dass die Pannenhelfer im Winter vier Mal so häufig ausrücken müssen, wie im restlichen Jahr?

Aber nicht nur für Autofahrer bedeutet der Winter erhöhte Anforderungen. Besonders auf Immobilienbesitzer kommen einige Pflichten zu, die bei Nichteinhalten schnell teuer werden können.

Streu- und Räumpflicht – wer trägt die Verantwortung für den Gehweg vor dem Haus?

Wie der Name schon sagt – das Räumen von Gehwegen und anderen Wegen rund um das Haus ist keine freiwillige Leistung oder eine zuvorkommende Geste der Hauseigentümer. Öffentliche Gehwege werden von Stadt oder Gemeinde geräumt. Bleiben die Gehwege vor den Häusern. Wer kümmert sich um die Begehbarkeit dieser Bürgersteige? Dafür zu sorgen, dass Passanten am Haus vorbeilaufen können, ohne sich zu verletzen, ist eine Pflicht des Hauseigentümers. Im Falle eines selbst bewohnten Einfamilienhauses ist eindeutig, wer dieser Pflicht nachkommen muss.

Anders sieht es hier bei einem Mehrfamilienhaus aus. Der Vermieter ist erst einmal verpflichtet, die Räumung vorzunehmen oder zu organisieren. In vielen Fällen wird die Streu- und Räumpflicht auf die Mieter übertragen. Diese müssen die Arbeit nur dann übernehmen, wenn es vertraglich festgehalten wurde. Ein einfacher Verweis auf eine Hausordnung, die nie unterschrieben wurde, gilt nicht als verpflichtend. Haben sich die Mieter aber damit einverstanden erklärt, liegt die Aufgabe bei ihnen. Sollten sie der Tätigkeit nicht nachkommen können, müssen die Mieter selbst für Ersatz sorgen und Familie, Freunde oder Nachbarn um Unterstützung bitten.

Im anderen Fall kann der Vermieter einen Winterdienst damit beauftragen – die Kosten dafür trägt dann der Mieter. Im Bereich der Kosten ist damit alles klar. Anders sieht es mit der Haftung aus. Angenommen jemand verletzt sich beim Sturz auf einem ungeräumten Gehweg, so kann diese Person gegen den Hauseigentümer Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen geltend machen. Da immer der Hauseigentümer die Einhaltung der Winterpflichten gewährleisten muss, ist er in diesem Fall haftbar für das Versäumnis seiner Mieter. Wer stürzt, kann den Streupflichtigen verantwortlich machen. Dennoch trägt aber der eine Mitschuld an seinem Unfall, der einen sichtbar nicht geräumten Gehweg benutzt.

Diese Punkte müssen bei der Räum- und Streupflicht beachtet werden:

  • Die Winterpflichten sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. Städte und Gemeinden geben aber Auskunft darüber, wie die Pflichten im Einzelnen aussehen.
  • Nicht nur der Gehweg, sondern auch Parkflächen, der Weg zu den Mülltonnen, zum Garten und andere genutzte Flächen sind zu räumen.
  • In den meisten Fällen müssen die Wege montags bis Samstag zwischen 7.00 Uhr und 20.00 Uhr immer geräumt und bei Bedarf gestreut sein. Sonn- und Feiertags kann bis zu zwei Stunden später gestreut werden.
  • Vor Gebäuden mit Publikumsverkehr (Kino, Restaurant etc.) gilt die Winterpflicht sogar noch nach 22.00 Uhr.
  • Gebrechliche Senioren sind von ihren Pflichten im Winter entbunden, sollten aber einen Ersatz selbst organisieren. Nur wenn das nicht möglich ist, muss der Vermieter eine andere Lösung finden.

Gut versichert – der Winter kann kommen

In der Winterzeit steigt die Zahl der Unfälle – egal, ob auf der Straße oder auf den Gehwegen – rasant an. Selbst bei sorgfältiger Beachtung aller Regeln und Pflichten kommt es doch immer wieder zu Schäden an Eigentum oder Personen. Trotz erhöhter Vorsicht kann sich bei diesen schwierigen Verhältnissen niemand davon freisprechen, doch einmal einen Unfall zu verschulden. Da stellt sich die Frage, wie man sich am besten absichert, um nicht selbst für den verursachten Schaden aufkommen zu müssen.

Für alle Fahrzeughalter, die ihren Pkw auch im Winter nutzen, steht die Kfz-Haftpflichtversicherung ein. Doch auch hier sind einige Dinge zu beachten, damit der Versicherungsschutz auch in vollem Umfang gewährleistet ist. Wer die Pflicht missachtet, sein Auto bei Glätte mit den entsprechenden Winterreifen auszustatten, riskiert teilweise seinen Versicherungsschutz. Häufig hängt es vom speziellen Fall ab, inwieweit die Versicherung Schäden an fremden Fahrzeugen und am eigenen reguliert. Grundsätzlich greift die Vollkasko auch bei Schäden am eigenen Fahrzeug, die Teilkasko aber nicht in jedem Fall.

Der Versicherungsnehmer ist aber in jedem Fall in der Pflicht, nur ein verkehrssicheres Fahrzeug zu bewegen – dazu gehört die angepasste Bereifung. Wer sich mit ungenügenden Reifen auf den winterlichen Straßen bewegt, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg, bei einem Unfall sogar 120 Euro und Probleme mit der Kfz-Versicherung.

Im Falle eines durch Missachten der Räum- und Streupflicht entstandenen Sturzes greift in der Regel die private Haftpflichtversicherung – zumindest die der Besitzer eines selbstgenutzten Einfamilienhauses. Anders sieht es bei einem Mehrfamilienhaus aus. Der Eigentümer kann sich hier nur auf eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung verlassen.

Wer clever vorgesorgt hat, kann sich unbeschwert auf die kalten Tage freuen und den Winter genießen. Denn die weißen Straßen, Gehwege, Wiesen und Seen bieten auch jede Menge Möglichkeiten für Unternehmungen mit der Familie. Winterwandern, Schlittschuhlaufen, Schneemann bauen – mit der nötigen Aufmerksamkeit und einem Gefahrenbewusstsein kein Problem. Rundum abgesichert kann der Winter kommen.

Wie bereiten Sie sich auf den Winter vor?
Haben Sie schon alle Vorkehrungen getroffen?

 

Quelle: Bild oben © Bobo – Fotolia.com


Kategorien: Allgemein

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