Berufsunfähigkeitsversicherung

Basis und Plus

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Was ist eine Berufsunfähigkeitsabsicherung?


Diese Versicherung springt ein, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können. Wir zahlen dann die vereinbarte Rente für die Dauer der Berufsunfähigkeit, längstens bis zum vereinbarten Ablauftermin. 

Warum ist Berufsunfähigkeitsschutz wichtig?

Die Gefahr, wegen Krankheit oder Unfall berufsunfähig zu werden, wird von vielen unterschätzt. Dabei ist heute jeder Vierte betroffen. Besonders Familienversorger oder Singles kommen so häufig in schwierige Situationen. Wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, verliert oft die Grundlage seiner Existenz. 

Welche Leistungen erhalte ich aus der gesetzlichen Rentenversicherung?

Seit dem 1. Januar 2001 gibt es keine Berufsunfähigkeitsrente mehr. Zu diesem Termin wurde eine abgestufte Erwerbsminderungsrente eingeführt. Die volle Rente erhält danach nur noch, wer weniger als 3 Stunden täglich einer Tätigkeit nachgehen kann. Wer noch mehr als 3, aber weniger als 6 Stunden täglich arbeiten kann, hat Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente. Dabei gilt jede Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als zumutbar. Ein Arzt kann damit durchaus auf eine Tätigkeit als Pförtner oder Reinigungskraft verwiesen werden.

Lediglich vor dem 2. Januar 1961 geborene Versicherte behalten ihren "Berufsschutz" und können auch bei Berufsunfähigkeit Leistungen erhalten. Allerdings wird - im Gegensatz zu früher - dann nur noch die halbe Erwerbsminderungsrente gezahlt. Und die liegt deutlich niedriger als die frühere Berufsunfähigkeitsrente. Denn zum einen beträgt sie nur noch die Hälfte der Vollrente (früher 2/3), zum anderen wird sie für alle Versicherten, die 60 Jahre oder jünger sind, auch noch um 10,8 % gekürzt. Im Ergebnis war die Rente, die bis zum Jahr 2000 bei Berufsunfähigkeit gezahlt wurde, um bis zu 50 % höher als die halbe Erwerbsminderungsrente, die jetzt bei Berufsunfähigkeit gezahlt wird.

Wer hat Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente?

Es müssen mindestens 60 Monate mit Beitragszahlungen und/oder Kindererziehungszeiten belegt sein. Zusätzlich müssen in den fünf Jahren vor dem Eintritt des Versicherungsfalls mindestens 36 Monate lang Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt worden sein. Für ältere Versicherte können Sonderregelungen greifen. 

Wie hoch sollte meine private Berufsunfähigkeitsrente sein?

Berufstätige sollten ca. 60 % ihres Brutto-Einkommens im Durchschnitt der letzten drei Jahre als Berufsunfähigkeitsrente versichern. Studenten, Auszubildende und Hausfrauen/-männer können bis 1.000 Euro monatlich als Rente erhalten, Schüler bis zu 750 Euro. 

Über welche Laufzeit sollte der Vertrag abgeschlossen werden?

Am besten so lange es geht - maximal bis 67 Jahre. Sie sollten sich auf jeden Fall absichern bis Sie 60 sind, damit bei Berufsunfähigkeit auch ein ausreichend langer Versicherungsschutz (Rentenzahlung) besteht. 

Kann der Vertrag dynamisch geführt werden?

Ja. Für die Berufsunfähigkeitsrente in Verbindung mit einer Risikoversicherung gilt dabei, dass die versicherte Jahresrente mindestens 6.000 Euro betragen muss und maximal 24.000 Euro betragen darf. Die Dynamik beträgt 3% und soll dafür sorgen, dass die Kaufkraft der versicherten Berufsunfähigkeitsrente erhalten bleibt. 

Was versteht man unter "konkreter Verweisung"?

Im Gegensatz zur abstrakten Verweisung übt hier der Versicherte bereits eine andere Tätigkeit aus und erzielt Einkommen. Ob der Versicherte dennoch Berufsunfähigkeitsleistungen erhält, hängt davon ab, ob die Lebensstellung, insbesondere das Einkommen, gewahrt bleibt. 

Was versteht man unter "abstrakter Verweisung"?

Diese spielt nur bei unserem Basis-Tarif eine Rolle. Die Leistungsprüfung erstreckt sich dort nicht nur auf den zuletzt konkret ausgeübten Beruf, sondern es wird auch geprüft, ob der Versicherte noch eine andere Tätigkeit ausüben könnte (abstrakte Verweisung). Dabei geht es aber nicht um "irgendeine andere Tätigkeit". Der Versicherte muss diese aufgrund seiner Ausbildung und Fähigkeiten auch ausüben können, d. h. sowohl eine Überforderung, aber auch eine Unterforderung sind ausgeschlossen. Außerdem muss in einem solchen Verweisungsberuf auch die bisherige Lebensstellung gewahrt bleiben, d. h. größere Einkommenseinbußen sind ausgeschlossen. 

Bei unserem Basis-Tarif ist die abstrakte Verweisung allerdings zugunsten des Kunden bereits stark eingeschränkt. Bei unserem Plus-Tarif ist sie bedingungsgemäß vollständig ausgeschlossen. 

Was bedeutet "Prognosezeitraum"?

Werden Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt, benötigen wir eine ärztliche Prognose, wie lange die Berufsunfähigkeit voraussichtlich andauern wird. Denn Leistungen sollen erfolgen, wenn der Versicherte längere Zeit seinen Beruf nicht ausüben kann, nicht jedoch bei vergleichsweise kurzen Erkrankungen. Hierfür gibt es die Lohnfortzahlung, das Krankengeld bzw. Krankentagegeld.

Bei dem Basis-Tarif beträgt dieser Prognosezeitraum 3 Jahre und bei dem Plus-Tarif 6 Monate. Aber auch wenn aus ärztlicher Sicht die entsprechende Prognose nicht gestellt werden kann, brauchen Sie sich auch bei dem Basis-Tarif keine Sorgen zu machen, weil nach 6-monatiger, ununterbrochener Berufsunfähigkeit unsere Leistungspflicht beginnt (siehe hierzu auch die nächste Frage). 

Was bedeutet "rückwirkende Leistung"?

Nicht immer lässt sich zu Beginn einer Erkrankung eine eindeutige Prognose stellen, für wie lange voraussichtlich eine Berufsunfähigkeit vorliegen wird. Deshalb sehen unsere Bedingungen folgendes vor: Ist der Versicherte 6 Monate ununterbrochen berufsunfähig gewesen, so gilt die Fortdauer dieses Zustandes als Berufsunfähigkeit, d. h. die Rentenzahlung beginnt ab dem 7. Monat. Bei dem Plus-Tarif erfolgen dann auch Leistungen für die zurückgelegten ersten 6 Monate.

Bei dem Basis-Tarif erfolgt für die zurückliegenden 6 Monate zunächst keine Leistung. Stellt sich allerdings zu einem späteren Zeitpunkt heraus, dass für mindestens 3 Jahre Berufsunfähigkeit vorliegt oder war der Versicherte 3 Jahre ununterbrochen berufsunfähig, werden auch hier die ersten 6 Monate nachreguliert.

Es geht bei dieser "rückwirkenden Leistung" also nicht darum, ob die Berufsunfähigkeitsleistungen rechzeitig beantragt wurden. Wird der Leistungsantrag gestellt, leisten wir bis zu 3 Jahre rückwirkend; bei einer unverschuldet unterlassenen Meldung auch darüber hinaus. 

Was ist die "Verlängerungsoption"?

Junge Leute können auf Wunsch den Plus-Tarif bis zu einem Alter von 30 Jahren mit einer monatlichen Rente von bis zu 1.000 Euro abschließen. Der Vertrag läuft zunächst bis zum 60. Lebensjahr. Berufsunfähigkeitsschutz wird damit auch für Berufseinsteiger bezahlbar, die in der Regel über die gesetzliche Rentenversicherung kaum beziehungsweise überhaupt nicht geschützt sind. Der große Vorteil: Der Vertrag kann innerhalb der ersten 5 Jahre ohne erneute Gesundheitsprüfung bis zum 65. oder 67. Lebensjahr verlängert werden.  

Welche zusätzlichen finanziellen Hilfen gibt es?

Wiedereingliederungshilfe
Stellt sich nach mindestens dreijährigem Leistungsbezug im Rahmen einer Nachprüfung heraus, dass sich der Gesundheitszustand gebessert hat und keine Berufsunfähigkeit mehr vorliegt, können wir die Leistungen mit Ablauf des dritten Monats nach Zugang unserer Erklärung einstellen. Dieses kann den Versicherten also sehr unvorbereitet treffen. Um ihm Zeit zu geben, sich auf die neue Situation einzustellen, zahlen wir im Anschluss an die Berufsunfähigkeitsrente eine Wiedereingliederungshilfe. Für weitere 4 Monate (maximal 8.000 Euro) werden dann die versicherten Leistungen weitergezahlt. Auch wenn der Versicherte in dieser Zeit einen Arbeitsplatz findet, wird die Wiedereingliederungshilfe weitergezahlt.

Soforthilfe
Bei unfallbedingter Berufsunfähigkeit wird ein zusätzliches Kapital in Höhe von 3 Monatsrenten gezahlt.

Rehabilitationshilfe
Hier kommt es auf den Einzelfall an. Mit Zustimmung des Versicherten können wir uns an Rehabilitationsmaßnahmen beteiligen, wenn hinreichend Aussicht besteht, dadurch die Berufsfähigkeit wiederherzustellen.

Übergangshilfe
Diese gibt es nur bei dem Basis-Tarif, wenn dort ein Versicherter abstrakt verwiesen wird. In diesem Fall zahlen wir für 6 Monate (maximal 12.000 Euro) die versicherten Leistungen, sofern der Versicherte seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausübt.

Kann ich die Berufsunfähigkeitsrente ohne Gesundheitsprüfung einem gestiegenen Vorsorgebedarf anpassen?

Das ist im Rahmen unserer Nachversicherungsgarantie in zahlreichen Fällen möglich. Hierzu zählen:

  • erfolgreicher Abschluss eines Studiums oder einer Berufsausbildung (einschließlich Promotion und Meisterprüfung),
  • Aufnahme einer selbständigen hauptberuflichen Tätigkeit, erstmaliges Überschreiten der Jahres-Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bei Selbständigen und Handwerkern in der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Erhöhung des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit von mindestens 10%
  • Heirat, Geburt oder Adoption eines Kindes,
  • Bau oder Erwerb von Wohneigentum.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch alle 5 Jahre unabhängig von Ereignissen der Berufsunfähigkeitsschutz erhöht werden. Detaillierte Informationen enthält § 14 der Besonderen Bedingungen für die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung. Dort werden auch die jeweiligen Voraussetzungen genannt, unter denen diese Erhöhungen möglich sind.

Welche Möglichkeiten habe ich bei Zahlungsschwierigkeiten?

Hier bieten wir Ihnen verschiedene Alternativen:

  • Eine in Verbindung mit einer Kapital- oder Rentenversicherung versicherte Berufsunfähigkeitsrente kann ohne Gesundheitsprüfung in Verbindung mit einer Risikoversicherung fortgesetzt werden. Innerhalb eines Jahres ist es zudem möglich, den Ursprungsvertrag wiederherzustellen.
  • Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die versicherten Leistungen herabzusetzen oder die Versicherung beitragsfrei zu stellen. Dabei garantieren wir Ihnen, dass die Versicherung bis zu 12 Monate danach ohne Gesundheitsprüfung wiederhergestellt werden kann.

Wurden Beiträge für mindestens drei Jahre gezahlt:

  • kann bei nachgewiesener Arbeitslosigkeit einmalig während der Vertragslaufzeit eine zinslose Stundung oder Teilstundung der Beiträge für die Dauer von bis zu 6 Monaten erfolgen;
  • kann für die Dauer von bis zu 6 Monaten eine Stundung oder Teilstundung der Beiträge erfolgen, wenn Sie Elterngeld beziehen.

Welche Rechte habe ich im Leistungsfall?

Wenn wir beabsichtigen, einen Leistungsantrag abzulehnen, kann der Versicherte zuvor unsere beabsichtigte Entscheidung durch Verbraucherschützer überprüfen lassen. Wir werden dann vor unserer endgültigen Entscheidung mögliche Bedenken/Anregungen in unsere Entscheidungsfindung einbeziehen. An den entstehenden Kosten beteiligen wir uns mit bis zu 75%, höchstens 375 Euro. 
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