Kostenloses E-Book: Burnout und die Folgen

Kapitel 3

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Burnout Test: Wie erkennt man Burnout?

Es existieren viele Tests zur Burnout-Messung. Es werden meist Gruppen mit niedrigem und hohem Burnout verglichen sowie deren Symptome oder zeitliche Veränderungen untersucht. Allerdings lässt sich dieses Vorgehen nicht unbedingt von Gruppen auf Einzelpersonen übertragen. Schlüssige Antworten, ob ein bestimmter Wert nun tatsächlich mit einem deutlichen Burnout-Risiko oder einer Erkrankung einhergeht, liefert erst ein Test nach sehr viel strengeren Kriterien.

Leider gibt es häufig einige Tests, die zusätzlich einen beliebigen Wert beinhalten, der das persönliche Burnout-Risiko anzeigen soll. Jene Tests unterliegen der Willkür des Erfinders und sind daher nicht aussagekräftig.

Zu den fundierten Tests, die zutreffende Aussagen über das persönliche Burnout- Risiko geben können, zählen z. B. die Burnout-Screening-Skalen von Katja Geuenich und Wolfgang Hagemann (Hogrefe-Verlag) sowie das Hamburger-Burnout-Inventar von Matthias Burisch (Burnout-Institut Norddeutschland).

Die genannten Tests basieren auf rein psychologischen Verfahren zur Burnout- Messung. Daneben laufen bei Stress und Burnout in Ihrem Körper ebenfalls bestimmte Prozesse ab, die messbar sind. Das betrifft, je nach Burnout-Typ, unterschiedliche Bereiche. Somit kann man häufig nur schwer voraussagen, welcher Hormonspiegel sich wie verändert. Nur mit profundem Wissen über Ihre körperlichen Stressreaktionen können Sie mit professioneller Hilfe relevante Veränderungen aufdecken. Ihr Arzt kann ausschließlich durch Ihre Mitarbeit die Testergebnisse richtig interpretieren.

Eine Ausnahme ist die mit einem EKG ermittelbare sogenannte Herzratenvariabilität (HRV). In geschulten Händen und in Kombination mit psychologischen Tests stellt das Personal hier vergleichsweise leicht körperliche Veränderungen fest. Ebenfalls ist sie als Biofeedback-Methode geeignet. Jedoch sollten qualifizierte Personen diese Messungen durchführen und interpretieren, um falsche Schlussfolgerungen oder Informationsverlust zu vermeiden.

Als am besten geeignet erweist sich immer die Kombination aus psychologischen und biologischen Tests, da sie zusammen mit Wissen über die körperliche Stressreaktion wesentlich präzisere Aussagen zulassen. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, verschiedene Burnout-Typen zu unterscheiden (vgl. Kapitel 4 „Burnout ist nicht gleich Burnout“). Diese Charakterisierung erfolgt beispielsweise mit der Neuropattern- Diagnostik von Dirk Hellhammer – beziehbar über das Stresszentrum Trier.

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Prof. Dr. Burisch ist der Spezialist von Burnout-Erkrankungen in Deutschland und entwickelte einen umfangreichen Test zur Überprüfung des eigenen Burnout-Risikos. Laden Sie jetzt unser E-Book inklusive Burnout Test runter und finden Sie heraus, ob Sie gefährdet sind. Den vollständigen Test finden Sie in Kapitel 8, ab Seite 29.

3.1. Burnout-Checkliste: Testen Sie Ihr Arbeitsumfeld

Die folgenden Fragen sollen Ihnen helfen, Ihren Arbeitgeber hinsichtlich Burnout-Prävention zu überprüfen.

Aussage Ja Nein
1. Halten Sie Ihre Arbeitsanforderungen für zu hoch?    
2. Empfinden Sie Ihren Gestaltungsfreiraum für ausreichend?    
3. Bekommen Sie für Ihre Leistung genug Anerkennung und Unterstützung seitens Ihres Chefs oder Vorgesetzten?    
4. Können Sie Ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten?    
5. Sind Sie gezwungen, oft Überstunden zu machen?    
6. Sind Sie mit Ihren Arbeitsbedingungen zufrieden?    
7. Müssen Sie sich dauerhaft oder regelmäßig stressigen Situationen auf Arbeit stellen?    
8. Können Sie regelmäßig pausieren?    
9. Erkranken Sie vornehmlich am Wochenende oder im Urlaub?    
10. Arbeiten Sie mehr als 40 Stunden in der Woche?    
11. Legen Sie von sich aus nach längerer Arbeitsphase Bewegungs- oder Entspannungspausen ein?    
12. Ist das Arbeitsklima unter Ihren Kollegen gut und produktiv?    
13. Halten Sie Ihre Tätigkeit für sinnvoll?    
14. Müssen Sie Probleme meist allein lösen, statt im Team?    
15. Sind Sie hauptverantwortlich für einen bestimmten Arbeitsbereich?    
16. Stellen Sie sich gern neuen Herausforderungen?    
17. Haben Sie das Gefühl, Ihnen wachsen die Arbeitsaufgaben über den Kopf?    
18. Haben Sie die Möglichkeit, gesundheitsrelevante Fortbildungen (in Bezug auf Stressbewältigung, Kommunikation oder Zeitmanagement) in Anspruch zu nehmen?    
19. Können Sie tätigkeitsrelevante Fortbildungen wahrnehmen?    
20. Haben Sie einen Ansprechpartner für Ihre gesundheitlichen Belange (psychische Belastung, körperliche Probleme)?    

 

Die Summe Ihrer positiven Antworten („Ja“) ist insofern relevant, dass Sie erkennen können, ob Ihr Arbeitgeber die gesetzlichen Vorgaben einhält und sich der Bedeutung von Burnout-Prävention bewusst ist oder nicht. Prüfen Sie selbst, an welcher Stelle Sie mit „Ja“ geantwortet haben. Wenn Sie zwar die Möglichkeit haben, regelmäßig Ruhepausen in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren (Frage 08), sollten Sie diese auch wahrnehmen (Frage 11). Das heißt zunächst liegt es an Ihnen, die gegebenen Gesundheitsförderungen auszukosten. Liegen diese stattdessen nicht vor (Frage 03, 05 oder 13), ist das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen. Wie in Kapitel 5.6. dargelegt, ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen zur Vorbeugung von chronischen Krankheiten zu ergreifen.

Falls Ihnen ein Ansprechpartner für gesundheitliche Belange zur Verfügung steht, sollten Sie diesen bei zu hoher psychischer Belastung oder gesundheitlichen Problemen, die im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit stehen, aufsuchen. Sprechen Sie Ihre Empfindungen und Probleme an und lassen Sie sich beraten.

Die Fragen zum Arbeitsumfeld erheben keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Sie sollen Ihnen aufzeigen, wo in Ihrem Berufsalltag Lücken und Probleme herrschen, welche letzten Endes zu einem Burnout führen können. Jede Ja-Antwort sollte Ihnen Aufschluss über Ihre aktuelle Situation geben und gleichzeitig ein Denkanstoß sein, wo eine Änderung herbeizuführen ist.

Kapitel 1

Was ist Burnout?

Kapitel 2

 Ursachen von Burnout

Kapitel 4

Burnout ist nicht gleich Burnout

Kapitel 5

Burnout Prävention: Vorbeugen mit Selbsttests

Kapitel 6

Burnout: Wie kann das Umfeld helfen?

Kapitel 7

Zusammenfassung