Ratgeber

Sterbegeld­versicherung & Steuer: Infos und Tipps

Um Ihre Angehörigen im Todesfall vor hohen finanziellen Belastungen zu bewahren, ist es für fast jeden sinnvoll, eine Sterbegeld­versicherung abzuschließen. Doch wie verhält es sich mit der Steuer? Muss das Sterbegeld einer Sterbegeld­versicherung versteuert werden? Wann ist eine Sterbegeld­versicherung steuerpflichtig und wann ist sie steuerfrei? Alle Informationen sowie verschiedene Tipps für Ihre jährliche Steuererklärung und den steuerlichen Bezug zur Sterbegeld­versicherung finden Sie in diesem Beitrag.

Kann man Beiträge zur Sterbegeld­versicherung steuerlich absetzen?

Ja, da die Sterbegeld­versicherung im Kern einer Kapitallebens­versicherung gleicht, wird sie vom Finanzamt auch als solche behandelt. Das bedeutet, dass die fortlaufenden Beiträge zur Sterbegeld­versicherung steuerlich absetzbar sind.

Allerdings ist die Voraussetzung hierfür, dass der Vertrag bis zum 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurde und die Laufzeit mindestens zwölf Jahre beträgt. Für Verträge, die nach dem 31.12.2004 abgeschlossen wurden, können die Beiträge zur Sterbegeld­versicherung in der Steuererklärung nicht mehr angegeben und steuerlich geltend gemacht werden. 

Wer darf die Beiträge zur Sterbegeld­versicherung steuerlich geltend machen?

Nur der Beitragszahler kann die fortlaufenden Beitrags­zahlung­en für eine Sterbegeld­versicherung steuerlich geltend machen. Der Beitragszahler ist in der Regel auch der Versicherungs­nehmer. 

Für den Fall, dass Beitragszahler und versicherte Person nicht ein und dieselbe Person sind, gilt auch hier: Nur der Beitragszahler kann die Beiträge zur Sterbegeld­versicherung in der Steuererklärung angeben, die versicherte Person bzw. der Begünstigte in diesem Fall hingegen nicht.

Wie kann ich die Beiträge zur Sterbegeld­versicherung in der Steuererklärung geltend machen?

Die Beiträge zur Sterbegeld­versicherung können Sie in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendung steuerlich geltend machen und bei der Veranlagung zur Einkommensteuer im Rahmen der Höchstbeiträge für Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 4 EStG) von der Steuer absetzen. Die Eintragung in der Steuererklärung erfolgt in der gleichnamigen Anlage “Vorsorgeaufwand” (im ELSTER Portal finden Sie weitere Informationen zur Anlage "Vorsorgeaufwand").

Was ist bei der Auszahlung einer Sterbegeld­versicherung steuerlich zu beachten?

Die Leistungen aus einer Sterbegeld­versicherung unterteilen sich in private und betrieblich abgeschlossene Verträge. Ob die Auszahlung einer Sterbegeld­versicherung zu versteuern ist, richtet sich danach, ob der Versicherungs­nehmer den Vertrag privat oder betrieblich abgeschlossen hat.

Besteuerung einer privaten Sterbegeld­versicherung

Die private Sterbegeld­versicherung zählt zu den Kapitallebens­versicherung­en. Mit ihr spart der Versicherungs­nehmer fortlaufend Kapital an, dass den Hinterbliebenen im Todesfall zur Verfügung steht. 
Im Leistungsfall, also nach dem Tod der versicherten Person, ist die Versicherungs­summe aus der Sterbegeld­versicherung nicht einkommensteuerpflichtig.

Tipp

Die Auszahlung aus der Sterbegeld­versicherung sind einkommenssteuerfrei, sofern es sich hierbei um eine private Sterbegeld­versicherung handelt.

Betriebliche Sterbegeld­versicherung versteuern

Handelt es sich um eine Auszahlung einer Sterbegeld­versicherung aus einer betrieblichen Altersvorsorge so ist die Zahlung im Rahmen der sonstigen Einkünfte zu versteuern. Für das Finanzamt bildet dieses Sterbegeld einen sogenannten Versorgungsbezug. Diese Zahlung ist somit lohnsteuerpflichtig. Allerdings fallen in diesem Fall keine Abzüge mehr für die Sozialversicherung an.

Spezialtipp: Steuern zahlen bei Auflösung oder Rückkauf einer Sterbegeld­versicherung

Wer seine Sterbegeld­versicherung auflöst beziehungsweise kündigt, muss den Gewinn ganz oder teilweise einkommensteuerpflichtig versteuern. Dabei gilt: Die Differenz zwischen den gezahlten Beiträgen und der Auszahlungs­summe ist steuerpflichtig. 

Haben Sie noch weitere Fragen zur Sterbegeld­versicherung? Dann ist ein Blick in unsere FAQs zur Sterbegeld­versicherung mit Sicherheit hilfreich. Bei weiteren Fragen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

Fazit: Ist eine Sterbegeld­versicherung steuerlich absetzbar?

Die Beiträge zur Sterbegeld­versicherung zählen zu den Vorsorgeaufwendungen, die in der Steuererklärung geltend gemacht werden können - wenn der Vertrag vor dem 31.12.2004 abgeschlossen wurde und eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren hat. In diesem Fall können Sie sich jährlich einen Teil Ihrer gezahlten Steuern zurückholen.

Die Auszahlung der Versicherungs­summe ist nur bei privaten Sterbegeld­versicherung­en steuerfrei.

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