Wahrheitsgehalt von Geschlechterklischees

16.11.2016

Frauen heiraten des Geldes wegen - nur ein Klischee?

Geschlechterklischees halten sich hartnäckig. Männer parken besser ein, Frauen brauchen
länger im Bad, können aber locker zwei Dinge gleichzeitig tun – das sind verbreitete
Klischees. In einer Umfrage wollte der Direktversicherer Hannoversche wissen, wie es um das
Selbst- und Fremdbild von Männern und Frauen bestellt ist. Viele (Vor-)Urteile bestätigen die
Umfrageteilnehmer, manche aber auch nicht.

Hannover, 16.11.2016 – 70 Prozent der Frauen glauben von sich selbst, schlechter einparken zu
können als ihre Partner. Von den Männern attestieren das fast genauso viele (69 Prozent) ihren
Partnerinnen. Es gibt Fakten, die einfach nicht von der Hand zu weisen sind: dazu gehört, dass
Frauen mehr Schuhe im Schrank stehen haben als Männer. 78 Prozent der Männer und 74 Prozent
der Frauen bestätigen das. Relativ einig sind sich die Geschlechter beim Thema Gefühle: Männer
reden einfach nicht gerne über sie. 60 Prozent der Männer und 70 Prozent der Frauen erleben das
so. Großes Thema an - um im Klischee zu bleiben- Stammtischen und Kaffeekränzchen: Die
Multitaskingfähigkeit: Die meisten Männer sagen von sich selbst, dass sie nicht zwei Sachen
gleichzeitig erledigen können – das gibt das „starke Geschlecht“ mit 52 Prozent zu. Frauen geben
sich bei diesem Punkt selbst die besseren Noten: 79 Prozent sind von der eigenen
Multitaskingfähigkeit überzeugt.

Einige Klischees dagegen werden aufgeweicht, wie sich beim Thema Körperpflege zeigt: 63 Prozent
der Frauen räumen ein, dass sie mehr Zeit im Bad verbringen als ihre Partner und drei Viertel (75
Prozent) der Männer sagen das ebenfalls über ihre Partnerinnen. Aber was ist eigentlich so schlimm
daran, auf sein Äußeres zu achten und sich dafür auch entsprechend Zeit zu nehmen? Vielleicht der
vermeintliche Vorwurf, man sei eitel? Dem scheinen Männer jedenfalls von Anfang an ausweichen zu
wollen, denn nach Ansicht der Frauen brauchen Männer länger im Bad als sie zugeben. 34 Prozent
der Frauen geben an, ihr Partner würde länger im Bad verbringen als sie selbst. Doch nur die Hälfte
(17 Prozent) der Männer will das wahr haben.

Haushalt ist Frauensache – zumindest aus Sicht der Frauen hat sich daran kaum etwas geändert. Sie
sagen zu 86 Prozent, dass sie mehr im Haushalt machen als Männer. Lediglich 62 Prozent der
Männer sehen das auch so, aber: Fast jeder dritte Mann (31 Prozent) behauptet, im Haushalt mehr
zu tun als die Partnerin. Das wiederum kann nur jede zehnte Frau (11 Prozent) bestätigen. Ob die
Männer nun mehr im Haushalt tätig sind, als die Frauen meinen oder nicht: sie scheinen jedenfalls
mehr zur Unordnung zu neigen als Frauen. Zumindest behaupten das auch 56 Prozent der befragten
Männer, allerdings sagen 67 Prozent der Frauen, dass Ihre Männer unordentlicher sind. Frauen
tendieren nach eigener Aussage dagegen nur zu 30 Prozent zur Unordnung, 36 Prozent der Männer
unterschreiben dies.

Wenn es ums Geld geht, sind die Frauen selbstbewusst
Beide Geschlechter geben sich hier selbstbewusst. 70 Prozent der Männer sagen von sich selbst, sie
hätten mehr Ahnung davon als ihre Partnerin. Nur 22 Prozent gestehen die größere Expertise ihren
Partnerinnen zu. Das sehen Frauen anders: Rund 60 Prozent trauen sich das größere Finanzwissen
in der Partnerschaft zu. 71 Prozent der Frauen finden darüber hinaus, dass sie besser mit Geld
umgehen können als der Partner. Nur gut ein Drittel der Männer sehen das genauso. 59 Prozent sind
dagegen der Ansicht, sie könnten besser mit Geld umgehen als die Frau an ihrer Seite. Das Klischee,
dass sich Frauen seltener um ihre eigenen Finanzen kümmern, wird nur bedingt bestätigt: Während
sich 77 Prozent der Männer selbst um ihre finanziellen Angelegenheiten kümmern, sind es bei den
Frauen immerhin 65 Prozent.

Kein Klischee: Jede vierte Frau verlässt sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente
Sowohl Männer als auch Frauen sichern sich in erster Linie mit eigenen Immobilien, privaten
Rentenversicherungen oder einer staatlich geförderten Rente ab, um im Alter finanziell unabhängig
zu sein. Männer sind deutlich risikobereiter: Jeder fünfte Mann setzt auf Aktien, bei den Frauen nur
knapp jede Zehnte. Obwohl es allgemein bekannt ist, dass die gesetzliche Rente nicht ausreicht und
deswegen eine private Vorsorge unerlässlich ist, verlässt sich ein Viertel der Frauen ausschließlich
auf die gesetzliche Rente. Bei den Männern sind es nur 16 Prozent. Apropos: Nur ein Prozent der
Frauen haben oder wollen zur Altersabsicherung reich heiraten.

Klischees oder nicht? Männer Frauen

Mein/e Partner/-in

... kann schlechter einparken

69% 27%

... hat mehr Schuhe

78% 23%

... macht mehr im Haushalt

62% 11%

... hat mehr Finanzwissen

22% 39%

... kann besser mit Geld umgehen

34% 26%


Hintergrundinformation:
Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut Toluna im Juni und Juli 2016 im Auftrag der
Hannoverschen Leben bundesweit 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren online befragt. Auf Anfrage
erhalten Sie Infografiken mit den detaillierten Umfrageergebnissen. Entsprechendes Grafikmaterial
stellen wir gerne zur Verfügung. 

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