Berufsunfähig: Wir zahlen immer, es sei denn...

Ehrlich, offen, transparent – Die Ausschlusskriterien im Überblick

„Die zahlen doch sowieso nicht.“ Das ist eine weitverbreitete Meinung über die Zahlungsmoral von Versicherern. Doch kaum eine Absicherung ist so wichtig für die finanzielle Sicherheit wie die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Aber wann zahlt die Hannoversche und was sind Ausschlusskriterien? Es ist Zeit, mit einigen Irrtürmern aufzuräumen.

"Die meisten Anträge werden doch eh abgelehnt!"

Das ist faktisch falsch. Im Jahr 2015 wurden 77 Prozent aller Leistungsanträge in Deutschland bewilligt. Damit blieb die Quote im Vergleich zum Vorjahr konstant hoch. Dabei wurden im Durschnitt 7.551 Euro Rente an den Betroffenen ausgezahlt. Im Vergleich dazu: Die gesetzliche Rentenversicherung hat nur 50 Prozent der Anträge auf Erwerbs­minderungs­rente bewilligt.

Auch private Versicherer leisten nicht immer. Das hat auch seine Berechtigung. Immerhin ist es im Sinne aller, dass Leistungen nicht ungerechtfertigt ausgezahlt werden. Um auch in komplexen Sachverhalten die richtige Entscheidung treffen zu können, werden in rund 6 Prozent aller Anträge Experten zu Rate gezogen. Das ausgestellte Gutachten führt dann wiederum in 60 Prozent aller Fälle dazu, dass zu Gunsten des Versicherten entschieden wird. Das kann von Fall zu Fall auch mal etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Von Antragsstellung bis Bewilligung vergehen im Durchschnitt 11 Tage. Diese Zeit wird unter anderem benötigt, um alle erforderlichen Unterlagen zu erhalten und zu sichten oder Gutachten und Stellungnahmen einzufordern und zu prüfen. Wenn doch mal ein Antrag abgelehnt wird, kann das vielseitige Gründe haben.

Nicht immer sind Versicherter und Versicherung einer Meinung. Doch die Anzahl der rechtlichen Auseinandersetzungen bei einem Leistungsantrag der Berufshaftpflichtversicherung ist insgesamt gering. Bei rund 4 Millionen Verträgen gingen beim Ombudsmann für Versicherungen nur rund 400 Beschwerden ein.

Was sind die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit?

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit können sehr vielseitig sein. Generell lassen sich in den Krankheitserscheinungen deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen feststellen. Psychische Erkrankungen sind in 35 Prozent der Fälle bei Frauen und in 25 Prozent der Fälle bei Männern der Auslöser für eine Berufsunfähigkeit.

Bei Frauen kommt es außerdem häufig aufgrund von Krebserkrankungen zu einer Berufsunfähigkeit, wohingegen Männer eher Probleme mit dem Bewegungsapparat haben. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislaufs- und des Nervensystems sind häufige Ursachen und betreffen Männer und Frauen etwa gleich oft. Männer haben hingegen ein höheres Unfallrisiko als Frauen.

Aus welchen Gründen kommt es nicht zur Zahlung von Leistungen?

Der häufigste Grund (28 Prozent aller Fälle) für nicht ausgezahlte Leistungen ist eine fehlende Reaktion des Kunden auf beispielsweise Rückfragen der Versicherung. Mit 26 Prozent ist der zweithäufigste Grund die Nichterreichung des versicherten BU-Grads, sprich wenn der Grad der Berufsunfähigkeit die magische 50 Prozent-Grenze nicht übersteigt und es dadurch nicht zu einem Leistungsanspruch kommt. In 24 Prozent der Fälle ist ein fehlender Leistungsantrag des Kunden und eine daraus resultierende fehlende Leistungsprüfung ursächlich.

Weitere 7 Prozent der nicht geleisteten Zahlung sind durch eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht bedingt. Bei falschen Angaben im Vertrag kann sich das Versicherungsunternehmen von dem Vertrag lösen. Mit 6 Prozent schlagen Anfechtung oder Betrugsfall zu Buche und lediglich 2 Prozent sind durch Ausschlussklauseln oder konkrete oder abstrakte Verweise bedingt. Durch eine Ausschlussklausel können erhöhte Risiken durch Vorerkrankungen oder Unfallfolgen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden.

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