Ausbildungsversicherung: Wenn die Ausbildung unserer Kinder gesichert ist

Bildung ist ein großes und wichtiges Zukunftsthema – nicht allein in Deutschland, sondern weltweit. Hierzulande sind die Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten für junge Erwachsene inzwischen schier überwältigend. Ungeachtet der grundsätzlichen Bedeutung einer guten Allgemeinbildung gibt es gleichzeitig eine Trendbewegung in Richtung einer größeren Unabhängigkeit von Arbeitsmärkten hin zu mehr Selbstbestimmung und Work-Life-Balance. Wir wollen wissen, wie Menschen aus anderen Ländern über das Thema Bildung denken. Der nachfolgende Beitrag stammt von unserem Mitarbeiter William, der uns den Blickwinkel seines Heimatlandes in Ostafrika näherbringt.

Die besten Wünsche für die Ausbildung unserer Kinder

Wenn man Eltern wird, wünscht man seinen Kindern von Herzen das Beste, was das Leben zu bieten hat: Sie sollen die Welt erobern, sich dabei selbst treu und die beste Version ihrer selbst bleiben. Wir unterstützen sie darin, ihre Stärken, Talente und Ziele zu entdecken und zu erreichen. Wir ermutigen sie, im Laufe ihrer Schulzeit die dort erworbenen Fähigkeiten nicht allein zur Erreichung guter Noten zu fördern, sondern für ihre spätere berufliche Laufbahn zu kultivieren. Deshalb erhoffen wir uns für unsere Kinder, dass sie die besten Institute der Top-Universitäten weltweit besuchen und dort ihren Abschluss machen können, damit sie in eine erfolgreiche, vielversprechende Karriere starten können.

Leider machen viele Eltern die Erfahrung, dass ihre wohlmeinenden Wünsche äußeren Umständen zum Opfer fallen. Sei es, dass die Ausbildungssysteme die Talente unserer Kinder nicht hinlänglich fördern, oder auch, dass die Kinder selbst ihr Engagement verweigern. In den meisten Fällen liegt es jedoch daran, dass viele Eltern die hohen Ausbildungskosten in renommierten Bildungseinrichtungen einfach nicht leisten können. So kann die Last, den eigenen Kindern eine Universitätsausbildung zu ermöglichen, schwer auf den elterlichen Schultern wiegen.

Internationaler Ländervergleich: Privatkredite für Universitätsausbildung sind üblich

In den meisten Ländern ist die Universitätsausbildung weder kostenfrei noch wird sie finanziell durch den Staat bezuschusst; Der Universitätsbesuch ist reine Privatsache. Natürlich ist es möglich, wie beispielsweise in den USA gängig, Privatkredite zu Ausbildungszwecken aufzunehmen, die nach Beendigung der Studienzeit verzinst zurückgezahlt werden, sobald die Absolventen in festen Arbeitsverhältnissen stehen. Das Beispiel USA ist im Ländervergleich kein Einzelfall: Vor rund zehn Jahren hat auch China auf breiter Basis ein ähnliches Finanzierungsmodell für den Besuch höherer Bildungseinrichtungen eingeführt. Überhaupt gibt es in vielen Ländern ähnliche Ansätze – mit Ausnahme von Deutschland. Welche Optionen gibt es hier, Schülern den Besuch weiterführender Bildungseinrichtungen nach Beendigung ihrer Schullaufbahn zu finanzieren?

Ausbildung in Deutschland: kostenfrei und hochwertig?

In Amerika heißt es: Bildung ist niemals kostenfrei. Universitäten sowie Studierende haben schließlich Ausgaben und irgendjemand muss dafür aufkommen. Man könnte vermuten, dass diejenigen Länder, die vorgeben, kostenfreie Bildung anzubieten, die Ausbildungskosten der Studierenden häufig hinter Steuergeldern „verstecken“ – und so die Kostenlast gleichmäßig auf alle Schultern verteilen.

Womit hängt also ein „kostenfreies“ Ausbildungssystem zusammen? Liegt es daran, wie reich oder arm das jeweilige Wirtschaftssystem ist? Oder spielt es eine Rolle, ob ein Land kapitalistisch oder sozialistisch geprägt ist? Und wie ist es deutschen Universitäten möglich, unter den moderaten Kostenbedingungen tatsächlich eine kompromisslos hochwertige Ausbildung zu gewährleisten?

Fakt ist: In Deutschland gibt es die Unterhaltspflicht, nach der Eltern ihren Kindern eine Ausbildung finanzieren müssen. Wenn dies im Einzelnen nicht möglich sein sollte, stehen hierzulande staatliche Förderungssysteme im Sinne der Bildungsgerechtigkeit zur Verfügung. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), erlassen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, gewährleistet Ausbildungsdarlehen für Jugendliche und junge Erwachsene, wenn die Eltern eine entsprechende Ausbildung nicht selbst finanzieren können. Die Höhe dieser Darlehen ist pauschal geregelt und kann neben den reinen Kosten für Arbeitsunterlagen und Materialien auch Wohnkosten sowie Kranken- und Pflegeversicherungszuschläge umfassen. Das zeigt: Auch in Deutschland ist die Tatsache, dass eine gute Ausbildung nicht kostenfrei ist, im Bewusstsein verankert.

Assekuranz in der Region Sub-Sahara: Wege für die Ausbildungsfinanzierung

In Entwicklungsländern, in denen Eltern oftmals Schwierigkeiten haben, die Ausbildung ihrer Kinder auf einem höheren Niveau zu finanzieren, stehen entsprechende Versicherungsprodukte zur Verfügung. In afrikanischen Ländern bieten die meisten Versicherer neben Ausbildungsversicherungen für die Zeit nach dem Schulabschluss auch Versicherungen für den Besuch der High-School an – denn auch das ist in manchen Regionen nicht kostenfrei. Schon vor Geburt ihres Kindes können Eltern dort diese Versicherungen für später abschließen. Angesichts der langen Laufzeiten ist es Eltern so leichter möglich, auch mit geringen monatlichen Beiträgen die spätere Ausbildungslaufbahn ihrer Kinder zu sichern. Sollten die Eltern frühzeitig versterben, übernehmen die Versicherer mit sofortiger Wirkung die Ausbildungskosten. Sollte das Kind im Erwachsenenalter selbst kein Interesse an einer weiterführenden Ausbildung haben, wird den Eltern ihr dafür eingezahltes Geld sowie der vereinbarte Zinssatz durch den Versicherer erstattet.

In der Region Sub-Sahara stieg dadurch der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen 2017 mit 4,3 Prozent signifikant im Vergleich zum weltweit durchschnittlichen Jahreszuwachs von 2,8 Prozent. Trotz dieses bemerkenswerten Wachstums weisen afrikanische Staaten südlich der Sahara weltweit den geringsten Anstieg an Bildungskennzahlen auf. Der Zuwachs an Jugendlichen und jungen Erwachsenen in weiterführenden Bildungsinstitutionen ist dort noch weitaus geringer als in Südasien – einem Land, das im globalen Bildungsindex den vorletzten Platz einnimmt. So bleibt der Zugang zu einer höheren Ausbildung in Afrika einer sehr privilegierten Gruppe vorbehalten: Nur rund fünf Prozent der Bevölkerung zählen dazu. Die Hauptursache hierfür liegt weiterhin in der allgemeinen Armut sowie im Mangel an qualifizierten Bildungseinrichtungen.

Fazit zu Bildung im Ländervergleich

Bildung bleibt ein länderübergreifend wichtiges Thema für alle, die Eigeninitiative und Engagement einbringen. Denn wer ehrlich ist, weiß die Bedeutung einer guten Ausbildung nicht allein im beruflichen Umfeld zu schätzen. Offenheit, Lern- und Entwicklungsbereitschaft sind unter anderem Eigenschaften, die sich im Leben immer wieder bis ins hohe Alter auszahlen werden, denn unsere Gesellschaft ist im stetigen Wandel. Wer sich frühzeitig darauf einstellt, wird letztlich auf allen Ebenen zufrieden und erfolgreich sein.

Foto: © Jacob Lund