Pensionszusage

Gesellschafter / Geschäftsführer

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Pensionszusage für Gesellschafter/Geschäftsführer

Was ist eine Rückdeckungsversicherung?

Die Rückdeckungsversicherung ist eine Lebensversicherung, die Ihre GmbH auf Ihr Leben (versorgungsberechtigter Gesellschafter-Geschäftsführer) abschließt. Ihre GmbH ist Versicherungsnehmerin und erhält im Leistungsfall die Versicherungsleistungen.

Sie und Ihre Hinterbliebenen haben keinen Anspruch aus der Rückdeckungsversicherung sondern aus der Ihnen erteilten Pensionszusage. Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung stehen Ihrer GmbH zu.

Mit der Rückdeckungsversicherung sparen Sie die liquiden Mittel zur Erfüllung Ihrer Versorgungsansprüche an. Außerdem sollten die unkalkulierbaren Risiken wie z. B. Invalidität und Tod abgedeckt werden.  

Welche Versorgungsleistungen sind möglich?

  • Altersrente ab dem 67. Lebensjahr
  • Berufsunfähigkeits- bzw. Erwerbsunfähigkeitsrente bis zur Höhe der Altersrente
  • Witwen- bzw. Witwerrente in Höhe von 60 % der Altersrente
  • Waisenrenten

Möglich ist neben den o. g. Rentenzahlungen auch eine einmalige Kapitalzahlung zur Sicherung der Alters- und/oder Hinterbliebenenversorgung. 

Welche Risiken bestehen?

Neben dem kalkulierbaren Risiko (Zeitpunkt der Altersrente) gibt es unkalkulierbare Risiken (z. B. Invalidität und der vorzeitige Todesfall). Diese Risiken kann Ihre GmbH durch den Abschluss einer Rückdeckungsversicherung ganz oder teilweise auffangen. 

Welche Versorgungsleistungen gelten als angemessen?

Ihre Gesamtbezüge (Barbezüge plus Verwaltungsaufwand) werden grundsätzlich auf ihre Angemessenheit hin überprüft.

Die Überprüfung kann in der Regel entfallen, wenn Sie mit Ihren Angehörigen oder sonstigen Ihnen nahe stehenden Personen weniger als 25 % an der GmbH beteiligt sind. Trotz einer geringen Beteiligung erfolgt eine Angemessenheitsprüfung, wenn Sie mit mehreren Gesellschafter-Geschäftsführern zusammen über die Mehrheit verfügen und sich damit eine gleichgerichtete Interessenlage ergibt.

Berechnungsgrundlage ist zunächst das vom Finanzamt steuerlich anerkannte Bruttogehalt. Grundsätzlich kann von einem Gesamtversorgungsniveau von 75 % des Gehaltes ausgegangen werden.  

Werden andere Leistungen angerechnet?

Soweit Sie auch eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwarten, wird diese nach einem Näherungsverfahren berücksichtigt; die Ansprüche aus einer eventuellen Direktversicherung werden ebenfalls angerechnet.

Beispiel:
Jahresgehalt = 75.000 Euro,
Gesamtversorgung 75 % = 56.250 Euro,
Anwartschaft aus der gesetz. Rentenvers. = 18.500 Euro,
Rente aus Direktversicherung = 3.000 Euro,
Mögliche Altersversorgung = 34.750 Euro  

Was ist eine "fiktive Jahresnettoprämie"?

Neben dem Gesamtversorgungsniveau von 75 % des Gehaltes kann als Maßstab für den Wert einer Pensionszusage auch die so genannte fiktive Jahresnettoprämie dienen.

Die fiktive Jahresnettoprämie setzt sich aus den Jahresbeiträgen (vom Zusagezeitpunkt bis zum Versorgungszeitpunkt) zusammen, die netto, d. h. ohne Verwaltungs- und Abschlusskosten, für eine Absicherung Ihrer zugesagten Leistungen zu zahlen wären.

Die fiktive Jahresnettoprämie wird Ihren Barbezügen zugerechnet. Die Angemessenheit Ihrer Gesamtbezüge (auch ein zusätzlicher Beitrag für eine arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung ist zuzurechnen) muss dann gewährleistet sein.  

Fragen zur Rückdeckungsversicherung

Was bedeutet "Partielle Rückdeckung"?

Es werden nur bestimmte Teile Ihrer Pensionszusage abgedeckt, z. B. die Hinterbliebenenversorgung und/oder die Invaliditätsansprüche. 

Was bedeutet "Volle Rückdeckung"?

Die volle Rückdeckung wird so bemessen, dass sie wertmäßig den zugesagten Leistungen aus Ihrer Pensionszusage entspricht. Hierbei wird ein einmaliges Kapital ermittelt, das statistisch ausreicht, um Ihre Versorgungsleistungen zu erfüllen.

Es bleiben aber für Ihre GmbH Restrisiken:

  • das Kapital reicht nicht aus, wenn Sie eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung haben
  • das Kapital reicht nicht aus, wenn der eingerechnete Zins von Ihnen nicht erwirtschaftet werden kann. 

Was bedeutet "Kongruente Rückdeckung"?

Die kongruente Rückdeckung übernimmt den vollen Leistungsumfang Ihrer Versorgungszusage. Diese Rückdeckungsform erfordert höhere Beiträge, da alle Leistungen (Alters-, Witwen-, Waisen- und Berufsunfähigkeitsrenten) eins zu eins vom Versicherungsunternehmen getragen werden. 

Fragen zur Voraussetzung der steuerlichen Anerkennung

Was hat es mit der "Erdienbarkeit der Versorgungsleistungen" auf sich?

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes muss bei Ihnen der Zeitraum zwischen dem Zeitpunkt der Erteilung der Pensionszusage und dem vorgesehenen Zeitpunkt Ihres Eintritts in den Ruhestand mindestens zehn Jahre betragen. Außerdem dürfen Sie bei Erteilung der Pensionszusage das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ansonsten wird die Pensionszusage steuerlich nicht anerkannt.  

Wie kann ich die Ernsthaftigkeit der Zusage nachweisen?

Im Allgemeinen werden Pensionszusagen an beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer dann steuerlich anerkannt, wenn sie ernsthaft gemeint sind (so muss das Versorgungsrisiko für Ihr Unternehmen wirtschaftlich tragbar sein und ein Mindestpensionsalter von 65 bis 67 Jahren abhängig vom Geburtsjahrgang gegeben sein). Die Möglichkeit der mangelnden Ernsthaftigkeit ist nach Auffassung der Finanzverwaltung bei Gesellschafter-Geschäftsführern - insbesondere bei beherrschenden - aufgrund ihres Einflusses besonders groß.

Maßgeblich für die Beurteilung der Ernsthaftigkeit einer Versorgungszusage ist die Vorsorge zur Abdeckung des "Bilanzsprungrisikos". Bei Eintritt des Versorgungsfalles (Tod, Invalidität) muss aufgrund steuerrechtlicher Vorschriften der Rückstellungswert "sprunghaft" aufgefüllt werden. Je nach Verhältnis von Gewinn der GmbH, Zusage und Rückstellung kann dies evtl. die Existenz Ihrer GmbH gefährden.

Ist Ihre GmbH wirtschaftlich nicht in der Lage, solche Risiken zu tragen, so ist die Finanzierbarkeit der Verpflichtungen aus Ihrer Pensionszusage nicht gegeben und die Ernsthaftigkeit Ihrer Pensionszusage wird regelmäßig verneint.  

Ist für die Pensionszusage ein Gesellschafterbeschluss erforderlich?

Ja. Fehlt diese Zustimmung, ist Ihre Pensionszusage unwirksam, selbst dann, wenn Ihre Zusage schriftlich erteilt wurde. 

Fragen zur steuerlichen Behandlung beim Arbeitgeber

Bekomme ich die Altersversorgung als einmaliges Kapital oder als Rente?

In der Pensionszusage wird die Auszahlungsform geregelt. Außerdem besteht die Möglichkeit ein Wahlrecht aufzunehmen, so dass Sie zum Versorgungszeitpunkt entscheiden können, ob eine Kapitalleistung verrentet bzw. eine Rentenleistung kapitalisiert werden soll. 

Wie ist die steuerliche Behandlung der Pensionszusage in der GmbH?

Die Firma übernimmt mit der unmittelbaren Versorgungszusage eine in der Zukunft fällig werdende Verpflichtung, wobei Höhe und Fälligkeit ungewiss sind. Hieraus ergibt sich, dass handels- und steuerrechtlich Rückstellungen zu bilden sind. Die Zuführungen zu der Pensionsrückstellung sind Betriebsaufwendungen, die den Gewinn Ihrer GmbH mindern. Damit verbunden ist eine Verringerung der Steuerbelastung und ein entsprechender Liquiditätszuwachs.

Besonders hoch ist die Zuführung zur Rückstellung im Jahr der Zusageerteilung, besonders dann, wenn Sie schon älter und schon mehrere Jahre im Unternehmen tätig sind.

Die Steuerersparnis ist aber nur eine Steuerstundung, denn Ihre Pensionsrückstellung muss bei Beginn der Leistungspflicht schrittweise steuererhöhend aufgelöst werden.

Die späteren Rentenzahlungen sind Betriebsausgaben.  

Wie erfahre ich die Werte für meine Bilanz?

Über das Guthaben Ihres Vertrages informieren wir Sie jährlich automatisch. Wenn Sie uns den Bilanzstichtag Ihrer GmbH mitteilen, stellen wir die Berechnung auf diesen Termin ab.

Für die Berechnung der Pensionsrückstellungen benötigen Sie ein versicherungsmathematisches Gutachten. Unsere Hannoversche Consult GmbH kann Ihnen hierfür ein kostengünstiges Angebot unterbreiten. Schließen Sie bei der Hannoverschen eine volle oder kongruente Rückdeckungsversicherung ab, erhalten Sie das Gutachten kostenlos.  

Kann ich im Versorgungsfall die Versorgungsleistungen auslagern?

Ja, laufende Versorgungsansprüche können Sie auf unsere Gruppen-Unterstützungskasse HANNO-PENSION übertragen. Das führt dazu, dass die Versorgungsansprüche nicht mehr in der deutschen Bilanz geführt werden müssen. Auch die Rentnerverwaltung kann von der Unterstützungskasse übernommen werden. 

Fragen zum Insolvenzschutz

Ist die Pensionszusage über den Pensions-Sicherungs-Verein insolvenzsicherungspflichtig?

Der Pensions-Sicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) ist eine Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Wirtschaft zum Schutz der betrieblichen Altersversorgung bei der Insolvenz des Arbeitgebers. Der PSVaG ist der Träger der gesetzlichen Insolvenzsicherung.

Unverfallbare Anwartschaften und laufende Leistungen werden geschützt, wenn sie aufgrund von unmittelbaren Pensionszusagen (Direktzusagen), bestimmten Direktversicherungszusagen, Unterstützungskassenzusagen oder Pensionsfondszusagen erteilt wurden.

Vom Insolvenzschutz ausgenommen sind unter anderem Einzelunternehmer, unternehmerähnliche Personen und beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer. Hier wird der Insolvenzschutz durch die Verpfändung der Rückdeckungsversicherung gewährleistet.

Für diesen Personenkreis sind deswegen auch keine Beiträge an den PSVaG zu entrichten.  

Fragen zur Liquidation

Ich möchte meine GmbH auflösen. Was passiert mit den Pensionsverpflichtungen?

Ihre GmbH können Sie erst dann liquidieren, wenn die GmbH keine Verpflichtungen mehr hat. Darunter fallen auch Ihre Versorgungsansprüche. Erst wenn Ihre Versorgungsansprüche auf einen anderen Versorgungsträger übertragen wurden, kann die GmbH aufgelöst werden.

Die Hannoversche bietet Ihnen hierzu eine Liquidations-Versicherung an. In Höhe der Pensionsverpflichtungen ist für Sie eine Versicherung abzuschließen. Die Hannoversche übernimmt die Versicherungsnehmer-Eigenschaft und verpflichtet sich die Ihnen zugesagten Versorgungsleistungen zu erfüllen. Die Rentnerverwaltung wird ebenfalls von der Hannoverschen gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr übernommen.