Risikolebensversicherung im Test 2015 – Wer sind die günstigsten Anbieter?

9. Juli 2015 | Autor: Redaktionsteam Hannoversche | Kommentare: 0 | Bewertung: Bitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung abBitte geben Sie Ihre Bewertung ab (22)

Finanztest Risikolebensversicherung 06/2015

Die Zeitschrift Finanztest der unabhängigen Stiftung Warentest veröffentlicht in der Ausgabe 06/2015 einen umfangreichen Test zur Risikolebensversicherung. Im Rahmen der Untersuchung stellte Finanztest die Angebote von 40 Versicherern gegenüber und kam zu dem Schluss, dass Risikolebensversicherungen zu den notwendigen Absicherungen für Familien und Paare gehören. Erfahren Sie hier, wer die günstigsten Anbieter sind!

Die Risikolebensversicherung bietet den klassischen Hinterbliebenenschutz für den Todesfall. Verstirbt die versicherte Person, erhalten die in der Versicherungspolice eingetragenen Begünstigten die vereinbarte Versicherungssumme. Damit ist sie die ideale Absicherung für Familien, Geschäftspartner oder Baufinanzierungen. Insbesondere Hauptverdiener bewahren ihre Familie vor finanziellen Schwierigkeiten im Fall ihres plötzlichen Todes. Mithilfe der Risikolebensversicherung stellen sie den Lebensstandard der Familie und die Ausbildung der Kinder über ihren Tod hinaus sicher.

Ist der Finanzierungsbetrag für Haus oder Wohnung durch eine Risikolebensversicherung abgesichert, müssen Hinterbliebene die Immobilie nicht verkaufen und sich nicht an eine neue Umgebung gewöhnen. Zur Finanzierungsabsicherung sowie zur Gewährleistung des gewohnten Lebensstandards ist die Risikoversicherung auch für Paare, insbesondere für unverheiratete Paare ohne gegenseitige Rentenansprüche sinnvoll.

Gemeinsame Geschäftsinhaber sichern den Fortbestand des Unternehmens ab, da die Versicherungssumme zum Ausgleich von Erbansprüchen der Hinterbliebenen eines verstorbenen Mitinhabers oder zur Deckung zusätzlicher Personalkosten dient.

Überschussbeteiligung in der Risikolebensversicherung – Beitragsverrechnung oder Todesfallbonus

Versicherer müssen die Beiträge zu Risikolebensversicherungen sehr vorsichtig kalkulieren und erwirtschaften regelmäßig Gewinne, wenn später weniger Versicherte sterben als angenommen. Die auf diese Weise entstehenden Gewinne müssen in Form von Überschussbeteiligungen teilweise an die weitergegeben werden. Dafür sehen die Angebote der verschiedenen Versicherer zwei unterschiedliche Verfahren vor.

Zum einen besteht die Möglichkeit, die Überschüsse mit den Beiträgen zu verrechnen (Methode: Beitragsverrechnung). Dadurch sinkt der Beitrag. Der Kunde zahlt lediglich den um die Überschüsse reduzierten Beitrag (Nettobeitrag), der geringer ist als der maximale Beitrag inklusive Überschüsse (Bruttobeitrag).

Andere Versicherer verrechnen die Gewinne über die Erhöhung der Versicherungssumme (Methode: Todesfallbonus). Entwickeln sich die Überschüsse aufgrund von Niedrigzinsphasen schlechter, als bei Vertragsabschluss kalkuliert, verringert sich dadurch die Versicherungssumme, sodass den Hinterbliebenen nicht die anfänglich gewünschte Todesfallsumme ausgezahlt wird. Beim Vergleich der beiden Verfahren empfiehlt Finanztest Versicherungsverträge mit Beitragsverrechnung.

Um Verluste zu vermeiden, können Versicherer bei Tarifen mit Beitragsverrechnung den Beitrag bis zu einem angegebenen maximalen Jahresbeitrag erhöhen, wenn mehr Versicherte versterben, als bei Vertragsabschluss kalkuliert. In der Praxis kommt eine Erhöhung der vereinbarten Beiträge jedoch sehr selten vor, weil die Lebenserwartung seit Jahrzehnten ansteigt.

Im Test wurden 40 Angebote für eine Risikolebensversicherung gegenübergestellt, von denen einige die Beitragsverrechnung vorsehen und andere nicht. Zur besseren Vergleichbarkeit weist Finanztest im Test daher sowohl den aktuellen als auch den maximalen Jahresbeitrag aus. Alle getesteten Versicherer unterliegen der deutschen Versicherungsaufsicht.

So hat Finanztest die Risikolebensversicherung getestet

Da ein zuverlässiger Vergleich der Angebote verschiedener Versicherer nur für Versicherte mit denselben Voraussetzungen möglich ist, erfolgte der Test für Modellkunden, für die folgende Rahmenbedingungen gelten:

  • keine gesundheitlichen Probleme und kein Übergewicht
  • keine gefährlichen Hobbys
  • Versicherungsbeginn 1. April 2015
  • keine dynamische Erhöhung von Beiträgen und Leistungen
  • keine erhöhte Leistung bei Unfalltod

Die Modellkunden sind von Beruf Verwaltungsfachangestellte oder Industriemechaniker. Zusätzlich wird zwischen Tarifen für Raucher und Nichtraucher unterschieden.

Finanztest stellt Angebote für die Risikolebensversicherung und die verbundene Risikolebensversicherung gegenüber:

  • Risikolebensversicherung für 35-Jährige, einer Laufzeit von 25 Jahren und einer Versicherungssumme von 250.000 Euro
  • Risikolebensversicherung für 45-Jährige, einer Laufzeit von 20 Jahren und einer Versicherungssumme von 250.000 Euro
  • Risikolebensversicherung für 55-Jährige, einer Laufzeit von 10 Jahren und einer Versicherungssumme von 200.000 Euro
  • Verbundene Risikolebensversicherung für 35-Jährige, einer Laufzeit von 30 Jahren und einer Versicherungssumme von 250.000 Euro


Die Beitragsspannen für die verschiedenen fiktiven Versicherungsverträge stellen sich für Nichtraucher wie folgt dar:

Modellkunde (Nichtraucher) Art der Risikolebensversicherung Aktueller Jahresbeitrag Maximaler Jahresbeitrag
Verwaltungsfachangestellter
35 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 25 Jahre 176 – 754 € 291 – 1.069 €
Industriemechaniker
35 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 25 Jahre 192 – 937 € 291 – 1.125 €
Verwaltungsfachangestellter
35 Jahre alt
verbundene Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 30 Jahre 598 – 2.318 € 750 – 2.575 €
Industriemechaniker
35 Jahre alt
verbundene Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 30 Jahre 598 – 2.318 € 750 – 2.652 €
Verwaltungsfachangestellter
45 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 20 Jahre 408 – 1.488 € 461 – 2.077 €
Industriemechaniker
45 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 20 Jahre 408 – 1.755 € 561 – 2.239 €
Verwaltungsfachangestellter
55 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 10 Jahre 508 – 1.796 € 547 – 2.482 €
Industriemechaniker
55 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 10 Jahre 555 – 1.796 € 681 – 2.748 €

 

Die Beitragsspannen für die verschiedenen fiktiven Versicherungsverträge stellen sich für Raucher wie folgt dar:

Modellkunde (Raucher) Art der Risikolebensversicherung Aktueller Jahresbeitrag Maximaler Jahresbeitrag
Verwaltungsfachangestellter
35 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 25 Jahre 487 – 1.438 € 596 – 2.750 €
Industriemechaniker
35 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 25 Jahre 535 – 2.019 € 681 – 2.750 €
Verwaltungsfachangestellter
35 Jahre alt
verbundene Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 30 Jahre 1.296 – 3.297 € 1.788 – 6.305 €
Industriemechaniker
35 Jahre alt
verbundene Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 30 Jahre 1.578 – 4.353 € 1.788 – 6.305 €
Verwaltungsfachangestellter
45 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 20 Jahre 1.006 – 2.980 € 1.208 – 5.685 €
Industriemechaniker
45 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 20 Jahre 1.019 – 4.208 € 1.380 – 5.685 €
Verwaltungsfachangestellter
55 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 10 Jahre 1.230 – 3.425 € 1.463 – 7.082 €
Industriemechaniker
55 Jahre alt
Risikolebensversicherung 250.000 Euro, Laufzeit 10 Jahre 1.386 – 5.401 € 1.825 – 7.193 €

 

Hohe Versicherungssummen zu günstigen Beiträgen

Die Risikolebensversicherung schützt ausschließlich vor den finanziellen Risiken infolge des Todes einer Person. Erlebt die versicherte Person das Ende der Versicherungslaufzeit, kommt es nicht zur Auszahlung der Versicherungssumme. Dies ermöglicht die vergleichsweise niedrigen Beiträge.

Die Höhe der Beiträge richtet sich nach:

  • der vereinbarten Versicherungssumme,
  • dem Alter,
  • der Vertragslaufzeit,
  • der beruflichen Tätigkeit,
  • zusätzlichen Risiken in der Freizeit, z. B. durch gefährliche Hobbys sowie
  • vorhandenen Gesundheitsrisiken durch bestehende Erkrankungen oder ungesunde Lebensgewohnheiten wie Rauchen oder Übergewicht.

Dabei wirken sich die letzten beiden Punkte in Form von Risikozuschlägen für die Risikolebensversicherung beitragserhöhend aus.

Abhängig von den individuellen Gegebenheiten ist die Absicherung mit einer Versicherungssumme von 250.000 Euro je nach Versicherer schon zu einem Monatsbeitrag von etwa 15 bis 20 Euro (für Nichtraucher) und 40 bis 45 Euro (für Raucher) möglich.

Das sind die günstigsten Anbieter im Test für die Risikolebensversicherung

Die Stiftung Warentest ermittelte in ihrem Test die Höhe der Beiträge für die einzelnen Versicherer. Zu den fünf günstigsten Anbietern der Risikolebensversicherung zählen:

Finanztest kommt im Rahmen der Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Risikolebensversicherung eine notwendige Absicherung insbesondere für folgende Personenkreise darstellt:

  • Familien
  • Ehepaare und unverheiratete Paare
  • Firmeninhaber
  • Immobilienbesitzer

Weitere Kriterien der Risikolebensversicherung, die Finanztest gegenüberstellt

Zusätzlich zu der Höhe der Beiträge fragt Finanztest verschiedene Kriterien ab, die als ergänzende Informationen zum Testergebnis aufgeführt werden, aber nicht in das Endergebnis einfließen.

Neben dem maximalen und aktuellen Beitrag wird die Versicherungssumme angegeben, ab der die Versicherer ein ärztliches Gutachten verlangen. Die meisten Versicherer setzen das ärztliche Gutachten ab einer Versicherungssumme von 250.000, 300.000 oder 400.000 Euro voraus.

Damit Versicherer einen Kunden als Nichtraucher anerkennen, muss er seit mehreren Monaten rauchfrei sein. Da die Zeitspannen bei den Versicherern mit 12 bis 120 Monaten stark voneinander abweichen, weist Finanztest auch auf diese Vorgabe hin. Auch die Nachversicherungsgarantien in den verschiedenen Versicherungstarifen weichen stark voneinander ab und werden für jedes der verglichenen Angebote aufgeführt. Darüber hinaus wird für die jeweiligen Versicherungstarife auf folgende Merkmale hingewiesen:

  • Höchstalter für einen Versicherungsabschluss
  • Höchstalter bis zum Ende der Vertragslaufzeit
  • maximale Vertragslaufzeit

Den vollständigen Test zur Risikolebensversicherung im detaillierten Überblick und weiterführende Informationen finden Sie bei der Stiftung Warentest zum Download. Für 3 Euro können Sie den kompletten Test herunterladen.

 

Hilfreiche Tipps zur Wahl der optimalen Versicherungssumme und zur Optimierung der Beiträge erhalten Sie im Folgenden:

Tipp: Versicherungssumme großzügig bemessen

Laufzeit und Höhe der Versicherungssumme legen Kunden beim Abschluss der Risikolebensversicherung fest. Die optimale Versicherungssumme ist abhängig von den individuellen Bedürfnissen und sollte aufgrund der geringen Beitragsdifferenzen großzügig bemessen sein. Als Faustregel empfiehlt Finanztest eine Versicherungssumme in Höhe des drei- bis fünffachen Bruttojahreseinkommens. Genauer lässt sich der individuelle Bedarf anhand der entstehenden Versorgungslücke unter Berücksichtigung folgender Faktoren ermitteln:

  • Höhe des durch den Tod entfallenden Einkommens
  • vorhandenes Sparguthaben
  • weitere Einkünfte nach dem Tod durch Hinterbliebenenrenten oder andere Versicherungen
  • ersparte Ausgaben durch den Tod der versicherten Person
  • Höhe vorhandener Schulden

Für Personen, die bereits über eine Risikolebensversicherung verfügen, empfiehlt Finanztest die Überprüfung der vereinbarten Versicherungssumme anhand dieser Kriterien. Sollte sich dabei herausstellen, dass die Versicherungssumme zu niedrig bemessen ist, kann sie oftmals erhöht werden.

Tipp: Beiträge durch richtige Vertragsgestaltung optimieren

Einige Versicherer bieten neben dem klassischen Tarif auch einen Premiumtarif in der Risikolebensversicherung an. Dieser beinhaltet unter anderem Nachversicherungsgarantien oder eine Laufzeitverlängerung ohne erneute Gesundheitsprüfungen, vorzeitige Auszahlung der Versicherungssumme oder eines Teils im Fall von schwerer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit. Die Hannoversche bietet zum Beispiel im Rahmen der Risikolebensversicherung Plus ein Extra-Kindergeld für jedes Kind unter 7 Jahren und einen Bau-Bonus an. Die Beiträge für Zusatzoptionen und Premiumtarife sind geringfügig höher als für den klassischen Versicherungsschutz.


Kategorien: Allgemein

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